Tech-Aktien: Wie das Tablet-Geschäft verpufft

Tech-Aktien: Wie das Tablet-Geschäft verpufft

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Der Umsatz mit Tablets geht zurück, die Aktionäre stört das bisher nicht.

Der Umsatz mit PCs stabilisiert sich, die hochgejubelten Tablets büßen dagegen schon wieder ein und werden von überdimensionalen Smartphones verdrängt. Noch zeigen sich Apple-Aktionäre davon unbeeindruckt.

Als Apple-Guru Steve Jobs im Januar 2010 das iPad vorstellte, hatte er seine Vision eines besseren Computers verwirklicht: das erste Tablet, ein leichtes, schnelles Gerät, das alles kann, was auch ein langsamer PC kann. Tablets waren bald heiß begehrt, während der Umsatz mit stationären PCs und Laptops zurückging. Nach nur drei Jahren hatte Apple 98 Millionen iPads verkauft. Samsung, Amazon und Microsoft bauten sie nach. Die Medien erklärten den PC schnell für tot, Konzerne wie Hewlett-Packard, Chipbauer AMD, Microsoft und Dell sahen sich langfristig in ihrer Existenz bedroht.

Überraschende Wendung

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Die Herausforderungen sind für die traditionellen PC-Hersteller nicht geringer geworden, aber die Entwicklung nimmt jetzt eine unerwartete Wendung: Aus dem Tablet-Geschäft scheint die Luft raus. Laut jüngsten Zahlen des Marktforschers Gartner hat Apple im letzten Quartal 13,3 Millionen Tablets verkauft – neun Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Fakten zur Tablet-Nutzung

  • Vorlieben

    Griffen anfangs vor allem technikbegeisterte Menschen zu den Tablets, zieht der Rest nun nach. Die Konsequenz: Gegen Ende des Jahres werden sparsamer ausgestattete Geräte rund die Hälfte des Marktes ausmachen. Laut IT-Verband Bitkom geben die Deutschen für ein Gerät im Schnitt 345 Euro aus.

  • Unterhaltung

    Die meisten Menschen nutzen ihren Tablet-Computer am Abend zwischen 19 und 22 Uhr - und damit neben der Unterhaltung. Das haben die Marktforscher von Gartner herausgefunden.

  • Marken

    Besitzer von Tablets der Marken Apple und Samsung verbringen mehr Zeit mit ihren Geräten als Nutzer anderer Anbieter. Die IT-Spezialisten von Gartner schließen daraus, dass Apple und Samsung die besten Unterhaltungsangebote machen.

  • Käufer

    Anders als in den Industrieländern sind Tablets in Schwellenländern oft der einzige Computer im Haushalt. Daher geht der Verkauf von traditionellen PCs und Notebooks weltweit zurück.

Samsung hat bereits von einer „insgesamt schwachen Nachfrage“ nach Tablets gewarnt und die Gewinnprognose für das zweite Quartal 2014 runtergeschraubt. Der Schuldige scheint gefunden: Samsung ließ in einer Erklärung verlauten, die wachsende Nachfrage nach großen Smartphones („Phablets“, Phone + Tablet) habe jene nach Tablet-Computern kannibalisiert. Das klingt plausibel; die Bildschirme der Riesenhandys messen in der Diagonale nur noch einen Zoll (2,54 Zentimeter) weniger als die kleinerer Tablets.

Nur vier Jahre nach ihrer Markteinführung muss man sich fragen, ob Tablets nicht langfristig schon wieder verdrängt werden. Stimmen aktuelle Gerüchte, wird Apple demnächst iPhones mit größeren Bildschirmen präsentieren, darunter ein 5,5-Zoll-Modell. Durchaus vorstellbar, dass ein Apple-Phablet dem Absatz von iPads einen weiteren Dämpfer versetzt. Im Gegensatz zu den Apple-Chefs hat Brian Marshall, Analyst beim Broker ISI Group, Tablets nie als PC-Ersatz gesehen: „Die meisten Leute wollen immer noch ein Basisgerät, an dem sie arbeiten“, meint er.

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