Tech-Aktien: Wie Dell und Apple ihre Aktionäre unterbuttern

Tech-Aktien: Wie Dell und Apple ihre Aktionäre unterbuttern

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Michael Dell wäre einer der Gewinner eines Börsenrückzugs von Dell

Der US-Computerkonzern Dell soll von der Börse. Allerdings droht der Deal zu platzen, da Michael Dell seine Aktionäre zu Dumpingpreisen abspeisen will. Auch Apple-Aktionäre fürchten, der Konzern wolle ihnen schaden.

Michael Dell will seinen Computerkonzern von der Börse nehmen; dieser Plan galt an der Wall Street schon als so gut wie beschlossen. Doch nun weigert sich plötzlich der größte freie Aktionär der Texaner, er hält das Angebot von 13,65 Dollar je Aktie für viel zu niedrig. Fest steht: Der große Gewinner bei dem Geschäft wäre Michael Dell selbst, der 16 Prozent an dem von ihm gegründeten Computerkonzern hält. Der Wert seiner Aktien liegt bei 3,7 Milliarden Dollar. Er könnte sich mehr als verdreifachen, meinen die Kritiker des Deals.

Der Vermögensverwalter Southeastern Asset Management, der mit einem Anteil von 8,5 Prozent größte freie Aktionär, sieht Dell beim gebotenen Preis von 24,4 Milliarden Dollar „deutlich unterbewertet“ und will die Übernahme bekämpfen. Der Widerstand von Southeastern könnte auch andere Dell-Aktionäre auf den Plan rufen. Michael Dell könnte sein Angebot noch etwas versüßen, allerdings müsste er seine Offerte schon sehr kräftig aufbessern, denn Southeastern sieht den fairen Wert von Dell bei 24 Dollar je Aktie.

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Nur das Achtfache des Gewinns

In der Tat entsprächen die in der aktuellen Offerte gebotenen 13,65 Dollar je Aktie nur dem Achtfachen des für 2013 erwarteten Gewinns von 1,67 Dollar je Aktie. Im eben zu Ende gegangenen Geschäftsjahr schaffte Dell immerhin 1,70 Dollar je Aktie. Rechnet man auch noch die Netto-Barmittel in Höhe von fünf Milliarden Dollar oder drei Dollar je Aktie ein, würden Dell-Aktien gar nur zum Sechsfachen des erwarteten Gewinns den Besitzer wechseln – ein echtes Schnäppchen für Michael Dell und das Übernahmekonsortium. Kein anderes Unternehmen hat seine Aktionäre je so billig abgefunden.

„Das den Aktionären vorgelegte Angebot ist so himmelschreiend ungerecht, dass ich gar nicht weiß, was ich sagen soll“, wettert Richard Pzena, Chief Investment Officer bei der US-Investmentfirma Pzena Investment Management, die zum 30. September 14 Millionen Dell-Anteile im Portfolio hatte. Pzena Investment Management bewertet die Dell-Aktie mit 25 Dollar.

Kritik am Deal

Zweifellos werden Michael Dell und seine Investmentbanker demnächst das Gerücht verbreiten, eine Ablehnung der Übernahme werde den Kurs der Aktien auf das 2012er-Tief von neun Dollar abrutschen lassen. Doch dem – unwahrscheinlichen – Verlustrisiko steht eine ordentliche Gewinnchance gegenüber, wenn Dell den freien Aktionären doch noch ein besseres Angebot macht.

Barron’s kritisierte den Deal schon in der Ausgabe vom 21. Januar, also vor der offiziellen Ankündigung, als Diebstahl an den Aktionären. Der damals kolportierte Preis war 14 Dollar je Aktie. Die aktuelle Offerte liegt also sogar noch darunter und vier Dollar unter dem Kurs, zu dem die Aktie vor einem Jahr notierte. Als faires Angebot hatte Barron’s ein befristetes öffentliches Angebot zum Preis von 15 Dollar je Aktie für fast 40 Prozent der Aktien vorgeschlagen. Dieses Angebot würde bestehenden Aktionären die Möglichkeit lassen, einen Teil der Aktien zu behalten und von den kommenden Veränderungen zu profitieren.

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