Schuss vor den Bug
Bild: PresseDie wichtigsten Cloud-Computing-Anbieter
United Internet - Die internetbasierten E-Mail-Dienste sind die deutschen Cloud-Klassiker schlechthin. Inzwischen bieten sie auch Internet-Laufwerke ähnlich dem von Dropbox. Die Mutterholding United Internet entwickelt allerdings auch ein Cloud-Angebot für Firmenkunden.
Bild: APDeutsche Telekom
Der Telekommunikationskoloss betreibt 90 Rechenzentren weltweit – darunter auch Serverparks in Amerika. Der Konzern bietet Unternehmen an, ihre IT in diese Rechenzentren auszulagern. Sie müssen danach keine eigenen Server mehr vorhalten, was massiv Kosten spart.
Salesforce
Das Unternehmen, das als eines der ersten auf das Cloud Computing setzte, bietet unter anderem ein virtuelles Kundenmanagementsystem für Firmen an. Zudem können Salesforce-Kunden dank einer Partnerschaft mit Google auch das Bürosoftwarepaket des Suchriesen nutzen.
Bild: dpaSAP
Rund 550 Kunden nutzen das ein Jahr alte Cloud-Computing-Angebot Business ByDesign des Walldorfer Konzerns. Dabei wird die Betriebswirtschaftssoftware, die bisher in den Unternehmen installiert war, in Rechenzentren ausgelagert.
Rackspace Hosting
Wie Amazon bietet Rackspace eine flexible Cloud, in der Unternehmenskunden kurzfristig Speicher- und Rechenkapazität buchen können. Der Konzern hat Rechenzentren in Chicago, Dallas und London.
Bild: APMicrosoft
Der Softwareriese investiert massiv ins Cloud Computing. Mit seinem neuen Office 365 sollen Mitarbeiter von global operierenden Unternehmen Excel-Tabellen und Word-Dokumente gemeinsam im Netz bearbeiten können. Hierzu hat der Konzern für europäische Firmenkunden Rechenzentren in Dublin und Amsterdam gebaut.
Bild: rtrGoogle
Der private Dienst Google Mail ist sicher das bekannteste Cloud-Angebot des Suchriesen für Privatnutzer. Doch auch auf Unternehmenskunden ist der Konzern aus, etwa mit dem webbasierten Officepaket Google Docs. Zu den Nutzern gehört etwa das britische Medienhaus Guardian Media Group.
Bild: PresseEvernote
Mit dem Dienst des kalifornischen Unternehmens Evernote können Nutzer jegliche Art von Notizen im Internet speichern – vom Foto bis zum Textdokument. Die Daten werden dann mit dem Smartphone oder Tablet synchronisiert.
Bild: PresseDropbox
Das Unternehmen aus dem Bundesstaat Ohio bietet den wohl angesagtesten Cloud-Dienst für Privatnutzer: Auf der Plattform des Unternehmens können sie Fotos, Dokumente und andere Dateien abspeichern. Dieser Ordner im Netz lässt sich nachher von anderen Rechnern, Smartphones und Tablet-PCs ansteuern.
Bild: PresseApple
Mac Mail und MobileMe waren die ersten Gehversuche Apples im Cloud Computing. Nun will der Unterhaltungskonzern mit der iCloud den nächsten Schritt tun. Dort sollen Nutzer Mails verschicken, Daten speichern und sogar Musik ablegen können.
Die wichtigsten Cloud-Computing-Anbieter
United Internet - Die internetbasierten E-Mail-Dienste sind die deutschen Cloud-Klassiker schlechthin. Inzwischen bieten sie auch Internet-Laufwerke ähnlich dem von Dropbox. Die Mutterholding United Internet entwickelt allerdings auch ein Cloud-Angebot für Firmenkunden.
Und hier kommt Workday ins Spiel. Das Unternehmen hat sich unter anderem als Anbieter von Personalverrechnungssoftware einen Namen gemacht. Die Personalverrechnung ist unternehmenskritisch. Man kann Angestellte mit der Auszahlung der Gehälter nicht auf morgen vertrösten, nur weil die Web-Seite heute nicht online ist. Mit anderen Worten, wenn das Konzept von Duffield aufgeht, könnte Workday Unternehmen ansprechen, die bisher bei den heikelsten Unternehmensanwendungen lieber auf Online-Dienste verzichtet haben. Und das, meinen Experten, wäre für SAP und Oracle ein ordentlicher Schuss vor den Bug.
Brad Reback, Analyst für die Softwarebranche bei Stifel Nicolaus, sieht den Erfolg von Workday als ein Zeichen, dass Cloud-Dienstleistungen im Unternehmensmanagement inzwischen aus der Randzone in Kernbereiche vordringen.
SAP und Oracle ziehen nach
Workday bietet auch sogenannte Onboarding-Software, die die Einführung und Einarbeitung von neuen Mitarbeitern erleichtert. Als ein Riesenschritt vorwärts könnte sich ein Vertragsabschluss mit Google erweisen. Doch für einen anhaltenden Erfolg gilt es, gewaltige Hürden zu überwinden. Nach Angaben von Analysten hat auch SAP mit „Business ByDesign“ ein ernst zu nehmendes Cloud-Produkt im Angebot, ebenso wie Oracle, mit der Software „Fusion“. Oracle-Chef Ellison werde sich künftig wahrscheinlich gebärden, als habe er die Cloud-Technologie erfunden, und das, nachdem er sich jahrelang dagegen gewehrt habe, meint ein Analyst.
Und selbst Salesforce, derzeit ein Partner und Kunde von Workday, könnte dem Jungunternehmen bald Konkurrenz machen. Salesforce hat nämlich im Vorjahr den früheren Leiter der Cloud-Software-Abteilung bei SAP, John Wookey, abge-worben.
Roadshow im September
Wenn der Börsengang von Workday erfolgreich verläuft – die Roadshow könnte noch in diesem Monat beginnen –, steht Duffield schon gleich vor der nächsten Herausforderung. Dann muss er nämlich zeigen, dass er mit dem Cloud-Geschäft auch Gewinn machen kann. In dieser Hinsicht erweist sich das Cloud Computing bisher als zähe Sache. Salesforce musste vor zwei Wochen mitteilen, dass der Gewinn im laufenden Quartal unter den Analystenschätzungen bleiben werde, weil das Unternehmen derzeit viel Geld in Investitionen stecken müsse. Nach aktuellen Analystenschätzungen soll das Gewinnwachstum je Aktie von 12,0 Prozent im Vorjahr und 17,0 Prozent im Jahr 2010 auf 10,8 Prozent in diesem Jahr fallen.
Aber die Branche befindet sich jetzt in der Phase, in der es für die Cloud-Anbieter weniger um Gewinne als um die Sicherung von Marktanteilen und einen guten Cash-Flow geht, wie Analysten unterstreichen. Workday kann gute Umsatzsteigerungen vorweisen. Nach Abzug von sechs Millionen Dollar an Investitionsausgaben belief sich der freie Cash-Flow für die Berichtsperiode auf acht Millionen Dollar.
Was man aus diesen Kennzahlen macht, ist letztlich eine Frage der Betrachtungsweise. Eine negative Nettomarge von 39,3 Prozent (46,9 Millionen Dollar Verlust durch 119,5 Millionen Dollar Umsatz) ist ein wirklich sehr hohes Defizit. „Andererseits hatten eine große Zahl dieser Cloud-Unternehmen bei ihrer Börseneinführung einen negativen Cash-Flow“, sagt Keirstead von BMO unter Bezugnahme auf Firmen wie NetSuite, die unter anderem Buchhaltungssoftware herstellt.






















