Tool der Woche zu Tagesgeld: Sparer aufgepasst – Nullzinsen bloß nicht aussitzen

Tool der Woche zu Tagesgeld: Sparer aufgepasst – Nullzinsen bloß nicht aussitzen

, aktualisiert 28. Oktober 2016, 13:07 Uhr
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Sparschwein mit Euro-Münzen: Am Weltspartag bringen viele Eltern mit ihrem Nachwuchs Geld zur Bank.

von Anke Rezmer, Susanne Schier und Jessica SchwarzerQuelle:Handelsblatt Online

Auch in einer Welt ohne Zinsen ist es für Anleger wichtig, einen Teil ihres Geldes für das Alter oder für wichtige Anschaffungen zurückzulegen. Dabei lohnt es sich, die Angebote der Banken zu vergleichen.

In der Euro-Zone sind Zinsen quasi abgeschafft. Viele Anleger dürften sich daher fragen, ob sie sich den Weltspartag nicht ebenfalls sparen können. Nein, urteilen Experten: Auch nach 91 Jahren halten sie den Tag, der 1924 auf dem 1. Internationalen Sparkassentag in Mailand ins Leben gerufen wurde, für wichtig. „Nur weil das Zinsniveau jetzt extrem niedrig ist, heißt das nicht, dass Sparen keinen Sinn mehr macht“, sagt etwa Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Der Weltspartag, der in diesem Jahr auf den 28. Oktober fällt, ist eine Erinnerung daran, Geld für die Zukunft zurückzulegen und Kapital vernünftig auf verschiedene Anlageformen aufzuteilen. Viele Eltern werden daher wieder mit ihrem Nachwuchs in die Bankfilialen gehen, um den Inhalt ihrer Sparschweine auf Konten einzuzahlen und kleinere Geschenke mit nach Hause zu nehmen.

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Auch Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, verweist auf die Leitidee des geschichtsträchtigen Tages: Seinen Kollegen in Mailand sei damals darum gegangen, den Gedanken des Sparens weltweit zu fördern und auf die Bedeutung des Aufbaus privaten Vermögens Einzelner hinzuweisen. In der heutigen Zeit sei dies laut Burkert „wichtiger denn je“ – angesichts abschmelzender Rentenkassen müssten die Menschen mehr Eigenverantwortung für ihre persönliche finanzielle Lebensplanung übernehmen.

Das beginnt für die Experten bei der Kapitalreserve. Jeder sollte eine Reserve für Unwägbarkeiten oder planbare Ziele schaffen. Die bekannte Daumenregel ist für sie nach wie vor gültig: Jeder Arbeitnehmer sollte drei Nettogehälter auf der hohen Kante liegen haben.

Für die Anlageform allgemein gibt es hingegen keine stets greifende Faustregel. Wenn etwa eine junge Familie in absehbarer Zeit eine Wohnung oder ein Haus kaufen wolle, müsse sie ihr Kapital relativ liquide in Tagesgeld oder auf Sparbüchern anlegen, erklärt Verbraucherschützer Nauhauser. Ähnliches gilt seiner Erfahrung nach für viele ältere Leute – sie wollen ihr Geld jederzeit abrufen können, sollten sie ein Pflegefall werden. „In diesen Fällen ist es absolut sinnvoll, das Geld kurzfristig verfügbar und relativ sicher anzulegen“, betont er. Der Kaufkraftverlust des auf kaum verzinsten Konten liegenden Kapitals sei dann nachrangig.


Es gibt immer genügend Alternativen

Doch auch wenn es aktuell nicht mehr viel zu holen gibt: Nullzinsen müssen Anleger deshalb nicht akzeptieren. Tages- und Festgeld über ein Jahr bringen laut der Frankfurter FMH Finanzberatung im Durchschnitt rund 0,2 Prozent Rendite jährlich, das klassische Sparbuch fast nichts mehr – 0,04 Prozent.

Ein Blick auf verschiedene Angebote lohne immer, betont FMH-Chef Max Herbst. Kurzfristig gibt es für neue Tagesgeld-Kunden bis zu 1,1 Prozent Zinsen im Jahr, ansonsten bis zu 0,5 Prozent. Dies mitunter aber nur mit begrenztem Einlagenschutz der EU in Höhe von 100.000 Euro pro Person. Welche Banken aktuell die besten Angebote haben, zeigt der Handelsblatt Tagesgeld-Rechner.

Schuld an den Niedrigzinsen ist unterdessen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Um die Wirtschaft anzukurbeln, bietet sie Banken frisches Geld zum Nulltarif. Dadurch sind die Geldhäuser nicht mehr darauf angewiesen, ihren Kunden hohe Zinsen auf Spareinlagen zu bezahlen. Wenn die Banken ihrerseits Geld bei der EZB parken, müssen sie sogar Strafzinsen zahlen.

Auch wenn Experten selbst in diesem Umfeld den Sinn des Sparens herausstellen, warnen sie Anleger davor, das gesamte Vermögen auf niedrigverzinsten Konten zu bunkern. Denn laut den jüngsten Zahlen der Deutschen Bundesbank liegen von den enormen 5,4 Billionen Euro Geldvermögen der privaten Haushalte knapp vierzig Prozent auf Konten und Sparbüchern oder sogar bar herum.

Doch das geht zu weit: So sollten Sparer ihren vertrauten Basisanlagen wie dem Sparbuch Investments mit höheren Renditen beimischen, mahnt Burkert von der LBBW: „Jeder hat es selbst in der Hand, der Zinsfalle zu entkommen.“ Eine Schritt in Richtung Dividendenwerte sei sinnvoll. Aktien und Aktienfonds sind bei den Deutschen allerdings nach wie vor wenig beliebt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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