Toys R Us: Anleger reagieren verschnupft auf die Pleite

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Toys'R'Us: Anleger reagieren verschnupft auf die Pleite

von Andreas Toller

Die Spielwaren-Handelskette Toys'R'Us ist pleite und will sich mit frischem Kapital sanieren. An der Börse wird deutlich: Das belastet nicht nur Toys'R'Us, sondern auch Spielzeughersteller wie Mattel und Hasbro.

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Spielzeughersteller Hasbro bekommt noch viel Geld von Toys'R'Us.

Die Nachricht über den Insolvenzantrag sorgte an der Börse für ein Branchenbeben. Toys'R'Us ist zwar selbst nicht börsennotiert, lediglich eine 2003 begebene und im Oktober 2018 fällige Unternehmensanleihe wird am Kapitalmarkt gehandelt. Nach Bekanntwerden der Insolvenz fiel das Papier von 95 auf 40 Prozent. Wer die Anleihe im Depot hat, liegt also mehr als 60 Prozent im Minus.

Dass die Anleihen im Zuge des Insolvenzverfahrens noch zurückgezahlt werden, ist unwahrscheinlich, da Toys'R'Us den neuen Drei-Milliarden-Dollar-Kredit vorrangig bedienen muss und deshalb alle anderen Kreditrückzahlungen gestoppt hat.

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Aber nicht nur Anleihegläubiger haben das Nachsehen, sondern auch die Spielzeughersteller. Weil dem Barbie-Hersteller Mattel mi Toys'R'Us ein wichtiger Vertriebskanal im Weihnachtsgeschäfts fehlen würde, geriet die Mattel-Aktie ordentlich unter Druck. In den USA ging sie mit einem Minus von 6,3 Prozent aus dem Handel. In einer Stellungnahme per E-Mail versprach der Spielzeughersteller, Toys'R'Us und sein Management-Team dabei zu unterstützen, die Krise zu meistern – insbesondere, da das Weihnachtsgeschäft vor der Tür steht.

PremiumToys'R'Us Wo die Pleite für ein Beben sorgt

Toys'R'Us hat in den USA Gläubigerschutz beantragt. Das hat Auswirkungen bis nach Europa. Betroffen ist die deutsche Tochter – genauso wie die Spielwarenproduzenten Lego und Playmobil.

Toys'R'us hat Insolvenz angemeldet. Quelle: imago

Hasbro, die unter anderem Monopoly, Play-Doh-Knete, Star Wars- und Transformers-Spielzeug herstellen, geriet an der Wall Street ebenfalls unter Druck, die Aktie verlor bis Handelsschluss 1,7 Prozent. Wie beim Wettbewerber Mattel trieb Anleger die Sorge, die Umsätze könnten unter der Pleite der Handelskette empfindlich leiden.

Wie hoch die Umsatzanteile von Mattel und Hasbro über den Verkauf in Toys'R'Us-Filialen ist, teilte das Unternehmen nicht mit. Warum beide großes Interesse daran haben, die Spielwarenkette zu retten, geht aber aus dem Insolvenzantrag vor, der der WirtschaftsWoche vorliegt. Demnach hat Toys'R'Us bei Hasbro Schulden in Höhe von 59 Millionen Dollar, Mattel wartet sogar auf 135,6 Millionen Dollar vom Spielzeugriesen. Gelingt die Sanierung nicht, dürfte Geld wohl endgültig weg sein.

Das ist Toys’R‘ Us

  • Mitarbeiter

    Das 1948 gegründeten Unternehmen Toys’R‘ Us beschäftigt aktuell insgesamt etwa 64 000 Menschen.

  • Filialen

    Die Gruppe hat 875 Filialen in den Vereinigten Staaten. Weltweit sind es über 1600, wenn man den Kinderausstatter Babies R Us mitrechnet, in Deutschland laut Internetseite 66.

  • Pleite

    Kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ging der Toys’R‘ Us das Geld aus. Wegen der hohen Schuldenlast beantragte das Unternehmen am 18.9.2017 in den USA Gläubigerschutz. Ein vergleichbarer Schritt sei auch in Kanada geplant, erklärte das Unternehmen zugleich.
    Toys 'R' Us teilte mit, im Rahmen der "Chapter 11"-Insolvenz einen Neukredit in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar von einer von JPMorgan angeführten Bankengruppe sowie früheren Kreditgebern erhalten zu haben, der vorrangig bedient werden müsse. Die Summe müsse noch vom Gericht genehmigt werden. Der Kredit soll die Fortsetzung des Geschäftsbetriebs sicherstellen.

  • Auswirkungen der Pleite auf andere Länder

    Offenbar ist die Pleite der Spielzeugkette zunächst nur auf die USA und Kanada beschränkt. Gesellschaften in Europa, Asien und Australien seien „nicht Teil des derzeit in den USA und Kanada stattfindenden Restrukturierungsprozesses“, hieß es am Dienstag nach der Meldung aus der deutschen GmbH von Toys'R'Us in Köln.

Insgesamt geht es der Spielzeugbranche nur mäßig. Seit Juli sind die Hasbro-Aktien um 20 Prozent und die Mattel-Papiere sogar um 27 Prozent gefallen. Bei Mattel dauert der Abwärtstrend sogar schon viel länger, in zwölf Monaten verlor der Barbie-Fabrikant an der Börse mehr als die Hälfte seines Wertes. Insgesamt steht der Spielzeughandel wegen des zunehmenden Online-Shoppings seit Jahren unter Druck.

Wie sich die Pleite auf Spielzeughändler und die deutsche Tochter auswirkt, können Sie hier nachlesen.

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