
Mit stark behaarten Füßen wird man in Hollywood in der Regel keine große Nummer. Das ist in diesen Tagen anders. Bilbo Beutlin ist zurzeit der Star in den Kinos weltweit: "Der Hobbit", der Film nach der Romanvorlage von "Herr der Ringe"-Autor J. R. R. Tolkien, spielte bis Silvester weltweit über 685 Millionen Dollar ein und belegte damit Platz 9 der Jahrescharts 2012 – trotz nur zweieinhalb Wochen Laufzeit.
Beim US-Medienkonzern Time Warner reibt man sich angesichts dieser Zahlen die Hände: Die Time-Warner-Tochtergesellschaft New Line Cinema hat den Film koproduziert, und Warner Bros., ebenfalls im Time-Warner-Imperium, übernimmt den weltweiten Vertrieb. Der Erfolg kommt zur rechten Zeit: Im dritten Jahresviertel 2012 ging der Gewinn in der Filmsparte von Time Warner im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent zurück, nachdem vor Jahresfrist der achte Teil der mittlerweile beendeten Harry-Potter-Reihe für besonders hohe Einnahmen gesorgt hatte. Time Warner kann nun eine neue Blockbuster-Reihe gut gebrauchen – das erste "Hobbit"-Abenteuer, eines von insgesamt drei, lässt hoffen, dass der Konzern sie gerade findet.
Prognose: Alle Dax-Aktien im Härtetest
Aktie E.On Kurs 14,12 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 19,74/13,61 KGV 2013¹ 9,6 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) –15,3 Chance/Risiko 5/6 Kommentar Bodenbildung abwarten ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Quelle: Bloomberg
Stand: 17. Dezember 2012
Aktie Dt. Telekom Kurs 8,43 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 10,06/7,69 KGV 2013¹ 15,2 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) –4,9 Chance/Risiko 5/4 Kommentar unter 8,40 Euro einsammeln ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie FMC Kurs 52,54 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 60,27/50,53 KGV 2013¹ 16,9 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +0,1 Chance/Risiko 6/5 Kommentar Basisinvestment, kaufen ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie ThyssenKrupp Kurs 17,82 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 23,29/11,45 KGV 2013¹ 50,5 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +0,5 Chance/Risiko 9/8 Kommentar heiße Spekulation für Mutige ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie K+S Kurs 35,20 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 41,50/30,14 KGV 2013¹ 11,2 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +0,8 Chance/Risiko 6/7 Kommentar mehr Risiken als Chancen ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie Infineon Kurs 5,92 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 7,99/4,87 KGV 2013¹ 31,3 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +1,9 Chance/Risiko 8/8 Kommentar China gibt Hoffnung, halten ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie Deutsche Börse Kurs 45,31 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 50,91/36,25 KGV 2013¹ 10,9 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +7,5 Chance/Risiko 5/6 Kommentar aktuell fehlt Wachstumsfantasie ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie Commerzbank Kurs 1,43 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 2,21/1,12 KGV 2013¹ 12,0 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +9,5 Chance/Risiko 6/8 Kommentar allenfalls ein schneller Zock ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie Deutsche Bank Kurs 32,42 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 39,51/22,11 KGV 2013¹ 8,5 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +10,1 Chance/Risiko 7/8 Kommentar Boden noch nicht erreicht ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktie Siemens Kurs 82,10 Hoch/Tief 2012 (in Euro) 82,78/62,13 KGV 2013¹ 14,3 Kursentwicklung 2012 (in Prozent) +11,0 Chance/Risiko 6/6 Kommentar neue Enttäuschungen drohen ¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
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| Aktie | E.On |
| Kurs | 14,12 |
| Hoch/Tief 2012 (in Euro) | 19,74/13,61 |
| KGV 2013¹ | 9,6 |
| Kursentwicklung 2012 (in Prozent) | –15,3 |
| Chance/Risiko | 5/6 |
| Kommentar | Bodenbildung abwarten |
¹ geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis
Quelle: Bloomberg
Stand: 17. Dezember 2012
Auch Time Warner braucht einen Harry Potter-Nachfolger
Für Time Warner sind die Erfolge im Filmgeschäft umso wichtiger, als sie den Konzern unabhängiger von der Entwicklung in der Verlagsbranche machen können. Deren Krise hat in den USA zuletzt ein Opfer unter den traditionsreichsten Magazinen gefordert: "Newsweek" erschien Ende Dezember nach Leser- und Anzeigeschwund zum letzten Mal in der gedruckten Fassung. Auch an Time Warner gehen die Probleme der Branche nicht spurlos vorüber: Im dritten Quartal sank der Umsatz in der Verlagssparte, zu der das "Time Magazine" und die Wirtschaftszeitschrift "Fortune" gehören, um sechs Prozent. Das schmerzt, selbst wenn auf das Verlagsgeschäft nur ein Achtel der Erlöse des Gesamtkonzerns entfällt.
Verlassen kann sich Time Warner dagegen auf sein TV-Geschäft mit Programmen wie dem Nachrichtenkanal CNN und dem Pay-TV-Sender HBO. Hier stiegen die Umsätze um vier Prozent. "Das Highlight des Quartals war das Geschäft mit den TV-Sendern", kommentierte Konzernchef Jeff Bewkes den Zuwachs.
Abo-Einnahmen steigen
Den Rückgang der Werbeerlöse um ein Prozent konnte das Geschäft mit Abonnenten durch ein Plus von sieben Prozent mehr als ausgleichen. Auf das Abo-Geschäft, das weniger konjunkturanfällig ist als das volatile Werbegeschäft, entfallen mittlerweile knapp 2,1 Milliarden Dollar pro Quartal. Das sind nahezu zwei Drittel des Umsatzes der TV-Sparte (3,34 Milliarden). Und die Abo-Einnahmen steigen deutlich schneller als die Werbeerlöse – das macht die Aktie von Time Warner für Anleger interessant. Ebenfalls attraktiv: Die jährlichen freien Mittelzuflüsse (Free Cash Flow) je Aktie entsprechen acht Prozent des Aktienkurses. Diese Free-Cash-Flow-Rendite überzeugt auch Tom Luddy: Acht Prozent, das sei "mehr, als man bei einer Ramsch-Anleihe bekommt", sagte der Portfoliomanager von JP Morgan Asset Management gerade dem WirtschaftsWoche-Partnermagazin "Barron’s".
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