Trotz Krise: Fußball und kleine Hobbits befeuern Medienaktien

Trotz Krise: Fußball und kleine Hobbits befeuern Medienaktien

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Kleiner Mann, große Hoffnung. "Hobbit"-Darsteller Martin Freeman

von Sascha Grundmann

Überall ist von der Medienkrise die Rede. Trotzdem bieten die Aktien der Konzerne lukrative Chancen für Anleger. Aber Vorsicht: Bei einigen Titeln ist die Luft bereits wieder raus. Wo sich der Einstieg noch lohnt.

Mit stark behaarten Füßen wird man in Hollywood in der Regel keine große Nummer. Das ist in diesen Tagen anders. Bilbo Beutlin ist zurzeit der Star in den Kinos weltweit: "Der Hobbit", der Film nach der Romanvorlage von "Herr der Ringe"-Autor J. R. R. Tolkien, spielte bis Silvester weltweit über 685 Millionen Dollar ein und belegte damit Platz 9 der Jahrescharts 2012 – trotz nur zweieinhalb Wochen Laufzeit.

Beim US-Medienkonzern Time Warner reibt man sich angesichts dieser Zahlen die Hände: Die Time-Warner-Tochtergesellschaft New Line Cinema hat den Film koproduziert, und Warner Bros., ebenfalls im Time-Warner-Imperium, übernimmt den weltweiten Vertrieb. Der Erfolg kommt zur rechten Zeit: Im dritten Jahresviertel 2012 ging der Gewinn in der Filmsparte von Time Warner im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent zurück, nachdem vor Jahresfrist der achte Teil der mittlerweile beendeten Harry-Potter-Reihe für besonders hohe Einnahmen gesorgt hatte. Time Warner kann nun eine neue Blockbuster-Reihe gut gebrauchen – das erste "Hobbit"-Abenteuer, eines von insgesamt drei, lässt hoffen, dass der Konzern sie gerade findet.

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Auch Time Warner braucht einen Harry Potter-Nachfolger

Für Time Warner sind die Erfolge im Filmgeschäft umso wichtiger, als sie den Konzern unabhängiger von der Entwicklung in der Verlagsbranche machen können. Deren Krise hat in den USA zuletzt ein Opfer unter den traditionsreichsten Magazinen gefordert: "Newsweek" erschien Ende Dezember nach Leser- und Anzeigeschwund zum letzten Mal in der gedruckten Fassung. Auch an Time Warner gehen die Probleme der Branche nicht spurlos vorüber: Im dritten Quartal sank der Umsatz in der Verlagssparte, zu der das "Time Magazine" und die Wirtschaftszeitschrift "Fortune" gehören, um sechs Prozent. Das schmerzt, selbst wenn auf das Verlagsgeschäft nur ein Achtel der Erlöse des Gesamtkonzerns entfällt.

Verlassen kann sich Time Warner dagegen auf sein TV-Geschäft mit Programmen wie dem Nachrichtenkanal CNN und dem Pay-TV-Sender HBO. Hier stiegen die Umsätze um vier Prozent. "Das Highlight des Quartals war das Geschäft mit den TV-Sendern", kommentierte Konzernchef Jeff Bewkes den Zuwachs.

Abo-Einnahmen steigen

Den Rückgang der Werbeerlöse um ein Prozent konnte das Geschäft mit Abonnenten durch ein Plus von sieben Prozent mehr als ausgleichen. Auf das Abo-Geschäft, das weniger konjunkturanfällig ist als das volatile Werbegeschäft, entfallen mittlerweile knapp 2,1 Milliarden Dollar pro Quartal. Das sind nahezu zwei Drittel des Umsatzes der TV-Sparte (3,34 Milliarden). Und die Abo-Einnahmen steigen deutlich schneller als die Werbeerlöse – das macht die Aktie von Time Warner für Anleger interessant. Ebenfalls attraktiv: Die jährlichen freien Mittelzuflüsse (Free Cash Flow) je Aktie entsprechen acht Prozent des Aktienkurses. Diese Free-Cash-Flow-Rendite überzeugt auch Tom Luddy: Acht Prozent, das sei "mehr, als man bei einer Ramsch-Anleihe bekommt", sagte der Portfoliomanager von JP Morgan Asset Management gerade dem WirtschaftsWoche-Partnermagazin "Barron’s".

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