Trotz Milliardenverlust: Toshiba wehrt Börsenrauswurf vorerst ab

Trotz Milliardenverlust: Toshiba wehrt Börsenrauswurf vorerst ab

, aktualisiert 10. August 2017, 10:56 Uhr
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Der japanische Technologiekonzern befindet sich in einer schweren Krise.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein Bilanzskandal und die Insolvenz von Westinghouse Electric hatten Toshiba in eine schwere Krise gestürzt. Kurzzeitig drohte sogar ein Delisting von der Börse Tokio. Das konnte der Konzern aber vorerst verhindern.

TokioDer angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba muss sich in absehbarer Zeit nicht von der Börse in Tokio zurückziehen, nachdem ein Auditor die jüngsten Geschäftszahlen mit einer „qualifizierten Meinung“ beglaubigt hat. Danach erzielte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 965,7 Milliarden Yen (7,5 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen am Donnerstag in Tokio mit.

Das 142-jährige Unternehmen kann damit ein sofortiges Delisting von der Tokyo Stock Exchange (TSE) vorläufig abwehren. Auschlaggebend war, dass die verzögerten Finanzergebnisse vom Wirtschaftsprüfer Pricewaterhousecoopers Aarata (PwC) teilweise genehmigt wurden. Der Abschlussprüfer erteilte jedoch auch eine „negative Stellungnahme“, weil die internen Kontrollen bei Toshiba bei den hohen Verlusten im Zusammenhang mit dem übernommenen US-Atomkraftunternehmen Westinghouse Electric versagt hätten. Außerdem seien die Zahlen zu spät verbucht worden.

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Toshiba hatte bereits Anfang August die erste japanische Börsenliga verlassen müssen und ist seitdem nicht mehr im Leitindex Nikkei 225 vertreten. Toshiba-Aktien wanderten damit in das darunterliegende Börsensegment. Ein Delisting von der Tokyo Stock Exchange erfolgt automatisch, wenn ein Konzern zwei Jahre in Folge Rekord-Negativergebnisse vorlegt.

Ein Bilanzskandal und die Insolvenz von Westinghouse Electric hatten Toshiba in eine schwere Krise gestürzt. Das einstige japanische Vorzeigeunternehmen schreibt seitdem hohe Verluste. Um finanziell Luft zu bekommen, will Toshiba seine gut laufende Speicherchipsparte verkaufen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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