Trotz S&P-Drohung: Anleihen-Auktion soll nach Plan ablaufen

Trotz S&P-Drohung: Anleihen-Auktion soll nach Plan ablaufen

, aktualisiert 06. Dezember 2011, 11:54 Uhr
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Das Gebäude von Standard and Poor's in New York.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Bund will weiterhin, wie geplant, den Kapitalmarkt anzapfen und Geld einsammeln - trotz der Ankündigung von S&P. Ohne große Aufregung haben auch die Rentenanleger auf die Ankündigung der Ratingagentur reagiert.

Berlin/FrankfurtTrotz des drohenden Verlusts der Top-Bonitätsnote „AAA“ will der Bund in diesem Jahr wie geplant noch zweimal den Kapitalmarkt anzapfen und bis zu zehn Milliarden Euro einsammeln. „Wir haben bislang jede angekündigte Auktion auch durchgeführt, und dies wird auch künftig so sein“, sagte der Sprecher der für das Schuldenmanagement des Bundes zuständigen Finanzagentur, Jörg Müller, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Bund als Emittent verhält sich fair und transparent.“ Die Ratingagentur S&P hatte zuvor angedroht, Deutschland das Top-Rating zu entziehen. Damit drohen höhere Zinskosten.

Der Bund wagt sich an diesem Mittwoch und am kommenden Montag an den Kapitalmarkt. Mit zweijährigen Bundesschätzen und fünfjährigen Bundesobligationen sollen zusammen zehn Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt werden. Mit Spannung wird vor allem die Auktion der Bundesobligationen am Mittwoch erwartet, nachdem die jüngste Versteigerung langlaufender Anleihen verpatzt wurde. Bei der Auktion einer zehnjährigen Anleihe am 23. November gab es einen Käuferstreik: Sechs Milliarden Euro wurden den Anlegern angeboten, sie wollten aber nicht einmal vier Milliarden haben. Als Gründe dafür galten das wegen der Schuldenkrise nervöse Marktumfeld und extrem niedrige Renditen sowie der Umstand, dass viele Investoren ihre Bücher zum Jahresende geschlossen haben und keine Anleihen mehr kaufen.

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Insgesamt wird der Bund in diesem Jahr am Kapitalmarkt rund 283 Milliarden Euro einsammeln. Das Geld wird benötigt, um alte Schulden zu tilgen, Zinsen zu zahlen und die Neuverschuldung zu decken. Die jüngste Auktion am Montag verlief erfolgreich. Bei der Versteigerung unverzinslicher Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit wurden 2,675 Milliarden Euro von Anlegern besorgt. Die Nachfrage war enorm: Die Agentur hätte auch 10,25 Milliarden Euro einnehmen können. Die Versteigerung war damit 3,8-fach überzeichnet, vor einem Monat dagegen nur 2,2-fach. Die Durchschnittsrendite lag bei 0,0005 Prozent nach 0,08 Prozent im November.


Rentenanaleger nehmen S&P-Drohung unaufgeregt zur Kenntnis

Unaufgeregt haben Rentenanleger am Dienstag auf die von der Ratingagentur S&P angedrohte Bonitätssenkung für Deutschland reagiert. Der Bund-Future gab um 24 Ticks auf 134,59 Zähler nach. Die zehnjährige Bundesanleihe lag sieben Ticks im Minus bei 100,69 Zählern und rentierte mit 2,170 Prozent. „Das war ganz klar ein Druckmittel für den EU-Gipfel am Freitag“, wertete ein Analyst das Vorgehen von Standard & Poor's. Letzten Endes fordere S&P eine stärkere Fiskalunion der Euro-Länder und damit genau das, was Bundeskanzlerin Angela Merkel auch anstrebe. „Bei den Bunds haben wir jetzt einen Zwiespalt - Der Status der Bundesanleihen dürfte sich relativ zu anderen Anleihen der Euro-Zone erhöhen. Relativ zu anderen Ländern dürfte er sich verringern.

Der Markt für Bundesanleihen ist innerhalb der Euro-Zone der mit Abstand liquideste. Und auf internationaler Ebene zählt der Euro neben dem US-Dollar zu den wichtigsten Reservewährungen. Von daher werden viele Anleger auch in Zukunft kaum eine Alternative zu Anlagen in der Gemeinschaftswährung haben. Da Deutschland nach wie vor als Wirtschafts-Lokomotive der Euro-Zone gesehen wird, gelten Bundesanleihen als der sicherste Hafen.

Der Euro notierte knapp unter 1,34 Dollar; auf diesem Niveau hatte er sich auch Ende vergangener Woche bewegt. Am Montag hatte dann die Hoffnung auf eine Haushaltskonsolidierung in Italien die Gemeinschaftswährung bis etwa 1,3450 Dollar getrieben.

S&P hat praktisch allen Euro-Ländern mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Der bislang mit der Top-Note AAA bewerteten Bundesrepublik drohe die Herunterstufung um eine Stufe, hieß es. Das ebenfalls AAA-geratete Frankreich droht sogar um zwei Stufen abzurutschen. Die Reaktion bei den zehnjährigen französischen Papieren war entsprechend etwas heftiger: sie gaben um 89 Ticks nach auf 99,98 Zähler und rentierten mit 3,25 Prozent. Österreichische Anleihen lagen 44 Ticks niedriger bei 102,02 Zählern und rentierten mit 3,255 Prozent. Auch die Alpenrepublik zählt bislang zu den Ländern mit Topbonität. Die Rendite der Zehnjährigen aus Rom stieg wieder über sechs Prozent. Erst am Vortag war sie in Reaktion auf den Sparplan von Ministerpräsident Mario Monti erstmals seit Ende Oktober wieder unter die Marke von sechs Prozent gefallen. Spanische und griechische Papiere hielten sich im Plus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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