Twitter: Erfolgreich an der Börse mitzwitschern

Twitter: Erfolgreich an der Börse mitzwitschern

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Mit Twitter geht nun die nächste Ikone der sozialen Netzwerke an die Börse.

von Matthias Hohensee

Twitter strebt aufs New Yorker Parkett. Für langfristig orientierte Anleger ist das Papier interessant.

Mit dem 140-Zeichen-Dienst Twitter geht nach LinkedIn, Yelp und Facebook nun die nächste Ikone der sozialen Netzwerke an die Börse. Das Debüt auf dem Parkett findet an diesem Donnerstag, dem 7. November, an der New York Stock Exchange (NYSE) statt.

Bescheidene Summe

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Die gute Nachricht für Erstanleger: Twitter ist kein Facebook. Dessen Börsengang im Mai 2012 war ein Medienereignis, das vor allem Spekulanten anlockte und zu wenig Langfristanleger. Deshalb ging der Kurs für den Rest des Jahres zunächst auf Talfahrt. Zudem vermasselte die Technologiebörse Nasdaq das Debüt mit technischen Schwierigkeiten. Twitter listet auch deshalb beim Konkurrenten New York Stock Exchange, der einem ähnlichen Debakel durch bessere Vorbereitung vorbeugen will. Während Facebook beim Börsengang eine sehr hohe Bewertung von 96 Milliarden Dollar anpeilte, startet Twitter mit einer Bewertung von 14,2 Milliarden Dollar deutlich bescheidener.

Zudem ist das Klima für Internet-Unternehmen sonniger als im Frühjahr 2012. Internet-Aktien haben in diesem Jahr eine Kursrally hingelegt. Google hat die 1000-Dollar-Kursgrenze gerade durchbrochen, auch Amazon hat eine neue Rekordhöhe erreicht, und sogar Facebook steht inzwischen 30 Prozent über Ausgabekurs.

Die schlechte Nachricht ist allerdings die gleiche wie die gute: Twitter ist kein Facebook. Facebook zählt weltweit rund 1,1 Milliarden Nutzer. Twitter kommt mit rund 232 Millionen Nutzern noch nicht mal auf ein Viertel davon.

Umstritten ist zudem, wie viele der Twitter-Konten aktiv sind und realen Personen zugeordnet werden können. Vor allem aber war Facebook beim Börsengang bereits profitabel, hatte vier Milliarden Dollar auf der hohen Kante und setzte 3,7 Milliarden Dollar um.

Wie viel Kapital die Börsengänge den Internet-Ikonen einbrachten (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Statista

Wie viel Kapital die Börsengänge den Internet-Ikonen einbrachten

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Statista

Twitter hingegen steckt noch immer in den Miesen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres fielen 133 Millionen Dollar Verlust an, bei einem Umsatz von 422 Millionen Dollar. Im Vorjahr verlor Twitter 79 Millionen Dollar. Seit Gründung vor sieben Jahren hat das Unternehmen rund 450 Millionen Dollar verbrannt. Von den 1,16 Milliarden Dollar Wagniskapital, die Twitter im Laufe der Jahre einsammelte, sind nur noch 155 Millionen Dollar übrig. Das Unternehmen braucht also Geld.

Der Ausgabekurs liegt mit 26 Dollar nach Ablauf der Zeichnungsfrist deutlich über den anfangs angesetzten 17 bis 20 Dollar je Aktie. Doch auf den erwarteten Jahresumsatz hochgerechnet, liegt er damit in einem Bereich, den auch Facebook im Mai 2012 für sich reklamiert hatte.

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