Universität Harvard: 38 Milliarden Dollar vorhanden – Verwalter gesucht

Universität Harvard: 38 Milliarden Dollar vorhanden – Verwalter gesucht

, aktualisiert 22. September 2016, 15:50 Uhr
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Die Universität besitzt ein Stiftungsvermögen von 38 Milliarden Dollar.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Eliteuniversität Harvard sucht nach mehreren Fehlbesetzungen wieder einen neuen Vermögensverwalter für ihr gigantisches Stiftungsvermögen. Mittlerweile wird sogar das legendäre Investmentmodell in Frage gestellt.

DüsseldorfDie amerikanische Ivy League steht für die Top-Elite der US-Universitäten – und Harvard hebt sich davon noch einmal ab. Wie kaum eine andere Universität der Welt brachte sie Nobelpreisträger und Präsidenten hervor: Barack Obama studierte dort, Franklin D. Roosevelt oder auch Henry Kissinger.

Der Name Stephen Blyth dürfte in der Ahnengalerie allerdings so schnell wie möglich wieder in Vergessenheit geraten – zumindest aus Sicht der Universität.

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Blyth war Chef der Stiftungsvermögensverwaltung der Universität, die ein sagenhaftes Vermögen von 38 Milliarden Dollar besitzt. Im Juli musste er seinen Posten schon nach 18 Monaten wieder räumen und hinterließ, glaubt man einem Bericht des „Wall Street Journal“, ein ziemliches Desaster.

Denn während seine Kollegen der anderen Eliteuniversitäten über die Jahre eine ordentliche Rendite von rund zehn Prozent erwirtschafteten und seit Jahrzehnten im Amt sind, schaffte Harvard in den vergangenen zehn Jahren nur 7,6 Prozent im Schnitt.

Das ist zu wenig für die Ansprüche der Universität – und auch Blyth konnte diese Entwicklung nicht nachhaltig verändern. Das Stiftungsvermögen ist für die Universität wichtig, weil es rund ein Drittel ihres operativen Budgets ausmacht und auch für Studentenstipendien und die Gehälter der Professoren verwendet wird.

Eine Besonderheit in Harvard ist das hybride Investmentmodell der Vermögensverwaltung. Während etwa die Konkurrenz aus Yale das Geld an externe Manager vergibt, die im Auftrag der Universität handeln, hat Harvard bislang immer einen Teil behalten und eigene Händler beschäftigt. Blyth stand ausdrücklich unter diesem Modell und hat extra einen Manager von Goldman Sachs abgeworben, um erfolgreicher zu werden.


200 Millionen Dollar in einem Jahr verloren

Doch vor allem das neue Team machte einige verheerende Fehlinvestments und verlor viel Geld. So verzockten alleine zwei Händler jeweils rund 20 Millionen Dollar. Im vergangenen Geschäftsjahr soll das Team des Ex-Goldman-Managers mehr als 200 Millionen Dollar verloren haben.

Die aktuellen Probleme sind umso ärgerlicher, weil es die jahrzehntelang gut lief. Das Management erwirtschaftete ordentliche Erträge und blieb personell konstant. Auch deshalb liegt die Eliteuniversität mit der Höhe ihres Stiftungsvermögens einsam an der Spitze – mit einem Vermögen von 25,6 Milliarden Dollar folgt Yale mit großem Abstand auf dem zweiten Platz.

Für die Universität gestaltet sich die Nachfolgesuche für Blyth nach den vielen Problemen der Vergangenheit schwierig. Zwar soll es zwei Kandidaten geben. Einerseits soll aber nicht klar sein, ob sie die Stelle überhaupt antreten sollen. Und andererseits bringe auch die Universität dem Posten nach den vergangenen Pleiten eine gewisse Skepsis entgegen.

Insbesondere das hybride Modell wird immer in Frage gestellt. Wie soll man die wirklich guten Leute bekommen, wenn man schlechter bezahlt, aber höhere Erträge erwartet, fragen sich viele. Harvard dürften noch eine Weile unruhige Zeiten bevorstehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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