US-Aktien: Apple strotzt vor Kraft

US-Aktien: Apple strotzt vor Kraft

von Tiernan Ray

Apple-Anlegern drohen kurzfristig mal wieder Verluste; auf lange Sicht aber wurden Schwarzmaler stets Lügen gestraft.

Der große Wurf ist es nicht. Auf einer seit Jahren mit Spannung erwarteten Präsentation stellte Apple-Chef Tim Cook jüngst die Apple Watch vor, eine Armbanduhr, die E-Mails versenden und mit Smartphones der Besitzer kommunizieren kann. Zwar schlägt das Design von Apples Smartwatch alle Apparate der Konkurrenz; sie verfügt über die beste Software. Doch wer soll die Dinger kaufen? Denn etwas wirklich Neues bieten die Uhren allesamt nicht. Nach Schätzungen wurden 2013 weltweit nur 1,9 Millionen Smartwatches verkauft, die Erwartungen für 2014 liegen kaum darüber.

Nach einem Kassenschlager, der – wie iPhone oder Musikplayer iPod – aus dem Nichts einen eigenen Massenmarkt schafft, sieht das nicht aus. Genau das, sagen Skeptiker, muss Apple liefern, sollen die Anleger weiter die Apple-Aktie massenhaft kaufen und deren anhaltenden Höhenflug unterstützen. Aber ist das so? Dafür kam Ende September das neue iPhone 6. Weltweit bildeten sich wieder kilometerlange Schlangen vor den Apple-Stores. Das iPhone 6 toppt alte Rekorde: Bereits nach vier Stunden hatte Apple mehr als vier Millionen der bis zu 1000 Euro teuren Geräte verkauft. Allen Skeptikern zum Trotz wurde das bis zu 5,5 Zoll große Gerät rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertig und dürfte Apples Umsatz kräftig antreiben. Doch reicht das auch auf lange Sicht?

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Quelle: Getty Images

In den Industrieländern hat jeder potenzielle Nutzer schon ein Smartphone. Jedes neue Modell frisst daher die eigenen Umsätze mit den alten, Apple hat die Preise für die Vorgänger iPhone 5 und 5s bereits massiv gesenkt. Nicht alle Anleger haben den endgültigen Übergang vom Wachstums- zum gesättigten Markt verinnerlicht. Sie verweisen auf die Schwellenländer, dort gibt es noch Wachstum. Allerdings herrscht dort ein noch härterer Preiskampf, vor allem durch chinesische Billigheimer wie Xiaomi, Coolpad oder Oppo.

Für das laufende Jahr erwartet Apple selbst nur noch 5,5 Prozent Umsatzwachstum, nichts mehr also im Vergleich mit neun Prozent 2013 oder gar 45 Prozent 2012. Geschrumpft ist auch die Bruttogewinnmarge – von 43,9 Prozent 2012 auf 37,6 Prozent 2013 und auf erwartete 38,6 Prozent in diesem Jahr. Das alles ist sattsam bekannt, dennoch stieg die Aktie in den vergangenen 16 Monaten um 82 Prozent; die restlichen Aktien dieser Welt konnten im Schnitt im selben Zeitraum 18 Prozent zulegen. Also muss die Apple-Aktie teurer geworden sein. Genauso ist es: Das Verhältnis des Börsenwertes zu den Gewinnen des Unternehmens (KGV) beträgt 14,4. Vor einem Jahr war die Aktie noch zum Elffachen des erwarteten Gewinns zu haben. Der Umsatz soll laut neuesten Analystenschätzungen 2014 180,3 Milliarden Dollar erreichen; noch im April wurden 181,8 Milliarden Dollar für das laufende Jahr geschätzt. Gleichzeitig erwarten die Herren (und wenigen Damen) der Excel-Tabellen aber einen Umsatzanstieg auf 199,3 Milliarden Dollar für das nächste Jahr.

Doug Kass vom Hedgefonds Seabreeze meint: „Die Aktie ist überbewertet.“ Eine ähnliche Einschätzung hatte Kass 2012 abgegeben und (kurzfristig) recht behalten: Die Aktie verlor in sieben Monaten 44 Prozent. Langfristig aber lag Kass daneben: Er hatte auch für das Unternehmen Apple schwarzgemalt. Die von ihm geweissagten rasanten Verluste an Marktanteilen, Umsätzen und Gewinnen trafen nicht ein; nur die Aktie gab zwischenzeitlich nach. Die Prognose, Samsung werde Apple regelrecht aufreiben, hat sich als falsch erwiesen, die Koreaner bekamen noch gravierendere Probleme als Apple.

Ein Punkt, den Schwarzmaler gern übersehen: Es ist nicht schlimm, dass Konkurrenten im Detail besser sind. Ja – es gibt höher auflösende Bildschirme als den des iPhone 6. Auch die Kamera des Nokia Lumia mag besser sein. Doch deswegen kaufen iPhone-Kunden nicht Nokia oder Samsung. Apple versteht es, seine Kunden über eine immense Auswahl an nützlichen Anwendungen (Apps) und Inhalte zu binden; hinreichend viele jedenfalls, um so viel Geld zu verdienen, dass die Anleger derzeit mit 130 Milliarden Dollar Geldsegen (in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden) beglückt werden können.

Apple-Pessimisten machen zu oft den Fehler, dass sie Unternehmenserfolg und Aktienkursentwicklung gleichsetzen. Das Unternehmen Apple strotzt vor Kraft, wird heuer 39 Milliarden Dollar Nettogewinn erwirtschaften, es wächst nur nicht mehr so schnell. Das nehmen Anleger übel, die zu spät und teuer eingestiegen sind. Klar ist: An der Börse muss Apple in den gestiegenen Kurs wieder hineinwachsen. Dieses Muster ist aus früheren Zyklen der Aktie bekannt. Bisher gelang das immer dann, wenn Pessimisten am lautesten schrien, Apple befinde sich in einer Abwärtsspirale. So weit sind wir noch nicht; kurzfristig drohen Verluste. Danach aber sollten Anleger Apple wieder ins Depot nehmen.

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