US-Autobauer: Tesla ist nun mehr wert als Ford

US-Autobauer: Tesla ist nun mehr wert als Ford

, aktualisiert 03. April 2017, 20:17 Uhr
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Der Elektroautopionier hat große Pläne.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Elektroautobauer Tesla ist seit dem heutigen Montag mehr wert als der US-Traditionskonzern Ford – obwohl der Hersteller im Vergleich winzig ist. Grund sind die ehrgeizigen Wachstumsziele des Eigners Elon Musk.

DüsseldorfEs ist eine kleine Revolution auf dem Markt für Autopapiere: Die Aktien des US-Elektroautobauers Tesla gewannen zuletzt 5,7 Prozent, womit der Marktwert des erst 2003 gegründeten Unternehmens nun bei 47,6 Milliarden US-Dollar liegt. Der Elektroauto-Pionier nimmt mit Quartalsrekorden bei Produktion und Auslieferung seiner Luxus-Fahrzeuge Kurs auf den für 2017 geplanten Einstieg in den Massenmarkt.

Lange Gesichter gab es dagegen bei Ford: Die Aktien verloren 2,5 Prozent. Der US-Absatz des Autobauers war im März um sieben Prozent gefallen. Damit ist das 1903 gegründete Traditionsunternehmen aktuell 2,7 Milliarden Dollar weniger wert als der Elektroauto-Aufsteiger. Tesla hat Ford verdrängt, obwohl die Firma im vergangenen Jahr weniger als 80.000 Fahrzeuge weltweit auslieferte, – eine winzige Summe, verglichen mit den 6,7 Millionen Autos von Ford, dem hinter General Motors immer noch zweitgrößten Autohersteller der USA.

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Grund für den jüngsten Kurssprung von Tesla dürfte sein, dass die Firma mit der jetzt gemeldeten Auslieferung von 25.000 Fahrzeugen im ersten Quartal die Schätzungen von Analysten deutlich übertroffen hat. „Ich weiß nicht, ob die Leute Elektroautos wollen. Aber sie wollen Tesla“, sagte Ben Kallo, Analyst beim Finanzdienstleister Robert W. Baird & Co. „Ich bin kein Elon-Musk-Verehrer. Aber Leute, die normalerweise einen Porsche kaufen würden, kaufen jetzt Teslas“, so sein Fazit.

Ford, das einen Reingewinn von über 26 Milliarden Dollar in den vergangenen fünf Jahren vermeldet hat, übertrifft Tesla in den allermeisten Kennwerten. Tesla zum Beispiel machte im selben Fünf-Jahres-Zeitraum einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar. Der Ford-Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 151,8 Milliarden US-Dollar, Tesla kam auf 7 Milliarden Dollar. „Es ist verrückt, dass eine Firma, die die globale Verbreitung von Ford hat, plötzlich ähnlich viel oder weniger wert sein soll, als Tesla“, sagte Dave Sullivan vom Forschungsinstitut AutoPacific. „Das ergibt keinen Sinn.“

Tesla verkaufte laut Schätzungen im vergangenen Jahr rund 40.000 Fahrzeuge in den USA; ebenso viele Lkw der F-Serie liefert Ford alle drei Wochen aus. Doch die Investoren blicken bei Tesla offensichtlich auf die Zukunftsaussichten – vor allem auf das kommende Model 3, das erste Mittelklassemodell, das für etwa 35.000 Dollar verkauft werden soll. Eigner Musk hofft, dass mit dem Model 3 die Jahresproduktion seines Unternehmens bis 2018 auf 500.000 Fahrzeuge ansteigen könnte. „Tesla wird aktuell so bewertet, als habe es bereits Millionenverkäufe. Doch das ist nicht der Fall. Ford hat 100 Jahre gebraucht, um zu diesem Punkt zu kommen“, urteilt Bloomberg-Analyst Kevin Tynan.

Quelle:  Handelsblatt Online
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