US-Börse: Anleger meiden Wetten auf den Dow Jones zu Unrecht

KommentarUS-Börse: Anleger meiden Wetten auf den Dow Jones zu Unrecht

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Wall Street, New York - Heimat der wichtigsten US-Börse. Nach neun Jahren hat sich das Gesicht des wichtigsten US-Aktienbarometers Dow Jones durch den Austausch von gleich drei Unternehmen wieder deutlich verändert

von Christof Schürmann

Die Börsen sind auf Rekordjagd, der Dow Jones notiert oberhalb von 15.500 Punkten. In das bekannte US-Börsenbarometer wird aber kaum investiert. Dabei schneidet das Urgestein im Vergleich gut ab.

Am kommenden Montag wird das Gesicht des meistbeachteten Aktienindex der Welt ein anderes sein. Nike, Visa und Goldman Sachs werden dann Mitglieder im Kreis der 30 Aktien des Dow Jones Industrial Average, anstelle von Alcoa, Bank of America und Hewlett-Packard. Das hat das für die Zusammensetzung des Dow Jones zuständige Komitee rund um Journalisten des "Wall Street Journal" vergangene Woche beschlossen.

Überraschend sind solche Änderungen der Dow-Zusammensetzung immer. Denn eine regelmäßige Überprüfung, wie etwa einmal jährlich für den Dax, gibt es nicht. So ist es bereits neun Jahre her, dass letztmals gleich drei Mitglieder des Dow ausgetauscht wurden.

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Die Auswahl erfolgt mehr oder weniger willkürlich. Während andere Aktienindizes sich etwa an Börsenwert und Handelsvolumen für ihre Zusammensetzung und die Gewichtung ihrer Mitglieder orientieren, ist beim Dow Jones alles anders. Hier spielt der absolute Aktienkurs in Dollar eine Rolle, der noch mal durch eine Kennzahl, den Dow-Divisor, geteilt wird. Deshalb ist der Dow Jones eigentlich kein Index, sondern, wie sein Name schon verrät, ein Durchschnitt (Average). Der Dow-Divisor liegt aktuell bei gut 0,13. Übersetzt bedeutet dies: Steigt der Kurs einer der 30 Aktien um einen Dollar, legt der Dow Jones um 7,68 Punkte zu.

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Das ist kurios: Denn egal, ob eine Dow-Aktie zum Beispiel von einem auf zwei Dollar steigt, sich im Kurs also verdoppelt, oder ob sie von 500 auf 501 Dollar zulegt, also nur um 0,2 Prozent: der Dow steigt in beiden Fällen um knapp acht Punkte. Konkret: Wenn die IBM-Aktie um 0,6 Prozent steigt, bewegt sie den Dow genauso stark wie eine um zwölf Prozent nach oben geschossene Alcoa-Aktie.

Wegen der kruden Berechnungsweise hagelt es permanent Kritik. In der Konsequenz machen Investoren einen Bogen um den Dow Jones als Investitionsvehikel: Nur 37 Milliarden Dollar haben Anleger auf Dow-Indexpapiere gesetzt. In Indexpapieren auf den breit gefassten und als echten Index berechneten S&P 500 stecken dagegen gut 2100 Milliarden Dollar.

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Dabei macht der Dow alles andere als eine schlechte Figur. Hätte man Ende 1987, nach dem großen Crash also, 10.000 Dollar in ein Produkt stecken können, das ihn inklusive Dividenden abbildet, hätte man heute 150.725 Dollar auf dem Konto. Bei einem Investment in den S&P 500 inklusive Dividenden wären dagegen nur gut 124.000 Dollar herausgekommen. Der Dax sieht dagegen alt aus: Aus 10.000 Euro wären nur rund 85.000 Euro geworden. Selbst wenn man berücksichtigt, dass der Dollar seither 20 Prozent an Wert verloren hat, fuhren Anleger mit US-Investments besser.

Noch mehr brachte ihnen das wohl beste Langfrist-Investment der USA: Die breit aufgestellte Holding von Investorenlegende Warren Buffett. Aus 10.000 Dollar in seinen Berkshire-Hathaway-Aktien wären seit Ende ’87 stolze 576.254 Dollar geworden. Jungspund Buffett (83 Jahre alt) schlägt also sogar den Dow Jones (127 Jahre) um Längen.

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