US-Börse: Der Dow Jones tickt nicht mehr richtig

US-Börse: Der Dow Jones tickt nicht mehr richtig

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Der Dow Jones steht vor dem sogenannten Apple-Problem. Eine Möglichkeit dieses zu lösen wäre eine Reform, doch dagegen wehrt sich der Indexausschuss.

Eine Reform des berühmten US-Börsenindex Dow Jones wäre nach mehr als 100 Jahren überfällig, nahezu alle anderen wichtigen Indizes nutzen modernere Berechnungsmethoden. Doch die Macher zieren sich.

Sagen wir es, wie es ist: Die Renovierung eines altehrwürdigen Symbols der Aktienmärkte ist überfällig. Die Methode zur Berechnung des weltweit bekanntesten Aktienindexes, des Dow Jones Industrial Average, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Seine Zusammensetzung wurde zuletzt 2009 leicht angepasst.

Seither hat sich viel getan; zum Beispiel hat sich Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt mit einem Marktwert von fast 600 Milliarden Dollar entwickelt. Apple fehlt auf der Liste der 30 Elitewerte, ebenso Google. Diese beiden Unternehmen zeugen wie keine anderen von den erdrutschartigen Verschiebungen in der globalen Unternehmenslandschaft der letzten zehn Jahre; weit mehr als die derzeit im Dow vertretenen Hewlett-Packard oder Alcoa.

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Erschwerter Index-Zugang

Die Berechnungsmethode erschwert Titeln wie Apple oder Google den Zugang zum Index. Das liegt an ihren nominell hohen Aktienpreisen. Während etwa der S&P 500, wie die meisten Indizes weltweit, die Unternehmen nach Marktkapitalisierung gewichten, erfolgt dies bei den 30 Dow-Werten auf Basis der Aktienkurse.

Der Vorteil: Wie vor 100 Jahren kann sich jeder den aktuellen Dow mit Papier und Bleistift ausrechnen. Doch die antiquierte Methode sorgt zunehmend für Probleme. Da zum Beispiel der Kurs der Apple-Aktie bei rund 580 Dollar liegt, würde sie den Index mit einer Gewichtung von 25 Prozent völlig dominieren. Sie hätte doppelt so viel Einfluss wie IBM. Mit ihren großen täglichen Ausschlägen würde die Apple-Aktie alleine den Dow um 100 oder mehr Punkte verändern. Google plant zwar einen Split, der den Kurs auf etwa 300 Dollar halbieren würde. Doch auch dann wäre die Aktie mit satten 15 Prozent im Dow Jones gewichtet.

Wie ist dieses Problem zu lösen? Hinter dem Apple-Problem des Dow steckt die abnehmende Bereitschaft von Unternehmen, Aktiensplits durchzuführen. Hochpreisige Aktien sind anscheinend der Stolz aller Firmenchefs und schrecken Einzelinvestoren nicht mehr wie früher ab. „Niemand hat noch Bedenken, wenn eine Aktie 100 Dollar kostet oder die von Google oder Apple gar 600 Dollar“, erklärt Howard Silverblatt, Senior Index Analyst bei S&P.

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