US-Börsen: Dünger fürs Depot

20. Oktober 2011
Rosige Zeiten für den Agrarsektor Quelle: Tom Mackinger für WirtschaftsWocheBild vergrößern
Rosige Zeiten für den Agrarsektor Quelle: Tom Mackinger für WirtschaftsWoche
von jay palmer und geld@wiwo.de

Im Crash der vergangenen Wochen kamen auch Papiere aus dem Agrarsektor unter die Räder. Die meisten zu Unrecht.

Nach Jahren mit stetigen Gewinnen haben Anleger auch mit Agraraktien zuletzt Verluste eingefahren. Der S&P Global Agribusiness Index fiel 2011 um 16 Prozent. Dabei ist der langfristige Boom des Sektors intakt: Die Nachfrage nach Lebensmitteln steigt, die meisten börsennotierten Agrarunternehmen können ein hohes Umsatz- und Gewinnwachstum vorweisen. Zudem sind die Aktien nach den Kursverlusten nun billig.

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Unser Optimismus für die Agrarwirtschaft basiert in erster Linie auf der Demografie. Nach Daten der UNO wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,1 Milliarden Menschen wachsen (von derzeit 6,8). In den bevölkerungsreichen Schwellenländern wächst der Wohlstand, was die Nachfrage nach Fleisch und Futtermitteln überproportional anheizen wird, denn wohlhabende Menschen ersetzen öfter Reis und Getreidegrütze durch Fleisch.

70 Prozent mehr Produktion

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO müsste die Agrarproduktion bis 2050 um 70 Prozent steigen, wenn sie die Bedürfnisse der Bevölkerung decken will. Die Getreideproduktion müsste um fast eine Milliarde Tonnen jährlich, die Fleischproduktion um 200 Millionen Tonnen jährlich gesteigert werden.

Laut FAO werden sich die Investitionen in die Agrarproduktion allein in den Schwellenländern auf 83 Milliarden Dollar pro Jahr belaufen. Dabei wird es in erster Linie darum gehen, der Erde mehr Ertrag abzuringen, denn die Ackerflächen werden nach Prognosen der FAO von 2010 bis 2050 nur um fünf Prozent zulegen. Diese Zahlen lassen auch für zahlreiche Unternehmen eine rosige Zukunft erwarten.

Roy Steiner, Vize-Direktor für Agrarentwicklung bei der Gates Foundation, der von Microsoft-Gründer Bill Gates geschaffenen Stiftung mit einem Vermögen von 36 Milliarden Dollar, meint: „Die Herausforderung der Zukunft besteht darin, bessere Produkte – von Saatgut, Düngemitteln, Wasserpumpen bis Landmaschinen – dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Diese Aufgabe kann der private Sektor sehr gut erfüllen. Unternehmen können einiges bewirken und damit Gewinne machen.”

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Kommentare | 5Alle Kommentare
  • 21.10.2011, 19:05 UhrZURÜCK zu Erhards SOZIALEN Marktwirtschaft!

    Zur endlich wirksamen Finanzregulierung gehört u.a.:
    1. Verbot des High Frequency Handels (HFT)!
    2. Verbot der Aktienleihe!
    3. Verbot aller Leerverkäufe ohne eigene Kohle!
    4. Annulierung/Verbot aller CDS, ETFs, CDOs und sonstiger systhetischer Derivate - ALLE ohne 100%-Realdeckung und SOFORT, keine luftigen Hebelprodukte als Krisenbenzin mehr!
    5. Wiedereinführung des Trennbankensystems!
    6. streng kontrollierte Staatsrefinanzierung zinslos nur durch Zentralbanken!
    7. Vielfache Verkleinerung der bankbilanzsummen, also der bankgröße!
    8. Reales echtes krisenfestes banken Eigenkapital von mind 30% und nur physisch im Keller der Notebank!
    9. Verbot der "Fair-Value"-Risikoeigenbewertung und Rückkehr zur "Wahrheit und Klarheit" der bilanzen (nicht nur bei banken!)
    10. bei Marktversagen großer banken, aber auch sonstiger Großunternehmen gilt wie für KMUs und Kleinunternehmen: Marktaustritt mit substanzwahrenden insolvenz!
    11. Kein banken-Eigenhandel
    12. keine außerbilanzielle Zweckgesellschaften der banken im in-/Ausland mehr!
    13. globale oder zumindest europäische Finanztransaktionssteuer von mind. 100+ Mrd Euro p.a., keine nur zur Haftungsübertragung erdachte Schäubles "bankenabgabe" mit 1-2 Mrd p.a., nun als FTS dreist umfirmiert!
    14. wichtige meiste Rohstoffe und ALLE Agrarrohstoffe nur staatlich in Preis- und Mengen-KORRiDOREN mit NATiONALEN REALEN PUFFERN von mind 50% des JAHRESbEDARFS handeln!
    15. Finanzierungs-Wiederverbot LANGFRiSTiGER VERbiNDLiCHKEiTEN mittels KURZER Vehikel - in volatilen Situationen sofort globaler Crash!
    16. keine bodenspekulation!
    u.v.v.m.!

    UND das WiCHTiGSTE:
    (!) EXPORTE weltweit nur noch über ZENTRALE AUSSENHANDEL-GLEiCHGEWiCHTS-Clearingsstelle in einer NEUEN KÜNSTLiCH-NEUTRALEN und UNAbHÄNGiGEN FiXEN HANDELSWÄHUNG (als weltweitem Paritätsanker) zum Export-/importausgleich handeln, mit biLATERALEM ZWANG des Ungleichgewichtausgleichs zw. Überschuss und Defizit innerhalb von max. 1-2 Jahren!

  • 21.10.2011, 19:05 UhrKarin Jürgens

    Ausgerechnet Obama - von wegen ungesicherte CDS!
    bloomberg meldete am Mittwoch, daß Merrill Lynch (jetzt bank of America) Derivate im Wert von 75 billionen USD (trillions!) in eine Einrichtung verlegt hat, die von der Einlagensicherung abgedeckt wird - zahlt im bedarfsfall also der Steuerzahler. Es sollen vor allem Wetten auf Staats- und bankpleiten in Europa sein. Ähnliche Papiere im Werte von 79 billionen USD hat JP Morgan unter den Schutz von FED und FDiC gestellt - zahlt bei Fälligkeit also auch der Steuerzahler. Da die Aktionen heimlich erfolgten - ergibt Sinn, denn die FED gehört Privatbanken - wird bernanke inzwischen für verrückt erklärt und das Verschieben für gesetzeswidrig. Ganz Amerika regt sich darüber auf, denn dieser "Rettungsschirm" von 154 billionen USD würde bei Fälligkeit die Pleite der USA bedeuten. Aber im gesamten Deutschen blätterwald war nicht eine Zeile darüber zu lesen - merkwürdig, oder? Jetzt wird auch klar, warum Europas Regierungsmannschaft gegen alle ökonomische Vernunft handelt, wer will schon Schuld daran sein, daß die USA pleite gehen. Und auch auf Geithners hektischen Europabesuch kann man sich einen Reim machen. Angela Merkel (und damit wir) hängt schwer in der Klemme, vor allem weil sie ja alles andere als mutig ist.
    Wer sich informieren will: "Gaertner's blog - Chaos im billionen-Club", die Links führen zu den Originalseiten.

  • 20.10.2011, 23:10 UhrMV

    Nichts desto trotz ist die Einschätzung richtig. K+S fährt wieder Sonderschichten und bekommt das Zeug nicht schnell genug aus den Gruben.

    Damit die hochsubventionierte Gülle der thüringischen Landwirtschaft jedoch möglichst ungestört die Werra lang fließen darf, wurde allein dem Werk "Werra" von den linksgrünen Öko-Spinnern aller Parteien Hessens ein 360 Millionen Ökomaßnahmenpaket zusätzlich aufs Auge gedrückt. Solange der Salzeintrag durch den "real existierenden Sozialismus" bis zu 15-mal so hoch war wie heute, war das für unsere Ökos natürlich kein Thema. Dann, nach der Übernahme der ostdeutschen Kaliwerke wurde der Salzeintrag bis zum Jahr 2000 durch K+S auf westdeutsche Grenzwerte gesenkt (ein Fünfzehntel!). Zur Erweiterung eines unserer bahnhöfe wurden wir gezwungen, Erdhügel für die bedrohten Mücken an zu legen, welche dreihundert Meter weiter durch die Anwohner zerklatscht werden müssen, wenn diese Nachts nicht gestochen werden wollen! Und jetzt wird ernsthaft die Laugenpipeline zur Nordsee gegen das Werk "Werra" durchgesetzt, damit die neuseeländische Flusskrebsart, welche es irgendwie in die Werra schaffte, neben den mittlerweile über zwanzig Fischarten sich auch noch pudel wohl fühlen kann. Unter diesen bedingungen produzieren wir in D. unseren Kalidünger!

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