US-Börsen: Schuldenstreit schickt Wall Street steil abwärts

US-Börsen: Schuldenstreit schickt Wall Street steil abwärts

, aktualisiert 22. November 2011, 02:11 Uhr
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Der US-Schuldenstreit hat alle Börsen-Indizes nach unten geschoben.

Quelle:Handelsblatt Online

Die schlechten Nachrichten aus Europa sind nur das „ Tüpfelchen auf dem i “ . Das mögliche Scheitern des „Super-Komitees“ zum Abbau der US-Staatsverschuldung belastet den Markt. Eine Branche ist besonders stark getroffen.

New YorkAlle wichtigen Indizes an den US-Börsen haben am Montag deutlich nachgegeben. Das sich abzeichnende Scheitern des „Super-Komitees“ zum Abbau der horrenden US-Staatsverschuldung belaste den Markt, sagten Händler.

Und auch aus anderen Teilen der Welt kämen keine beruhigenden Signale. So schließt die Ratingagentur Moody's nicht aus, dem zweitgrößten Euro-Land Frankreich seine Spitzenbonität „AAA“ zu entziehen. Zudem steht Spanien nach dem Wahlsieg der Konservativen zwar vor einem Regierungswechsel. Der designierte Regierungschef Mariano Rajoy muss aber noch erklären, wie er die Krise in seinem Land in den Griff bekommen will. Darüber zeigten Warnungen aus China Wirkung, die Weltwirtschaft sei in einer schwierigen Phase.

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„Es gibt immer mehr Anzeichen, dass wir in eine weltweite Rezession abgleiten“, sagte James Dailey von Team Financial Managers aus Pennsylvania. „Noch vor einer Woche hatten das die Märkte nicht erwartet.“ Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 2,1 Prozent bei 11.547 Punkten, im Verlauf des Tages schwankte der Leitindex zwischen 11.454 und 11.795 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1192 Punkten, ein Minus von 1,9 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls 1,9 Prozent und ging mit 2523 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 5606 Punkten.

In den USA hat das von Präsident Barack Obama eingesetzte „Super-Komitee“ zur Ausarbeitung einer überparteilichen Lösung zum Defizitabbau nach Informationen aus dem Umfeld des Ausschusses seine Arbeit ohne Ergebnis eingestellt. Noch am Montag sollte eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht werden, um das Scheitern zu verkünden. Der Ausschuss sollte Einsparungen für die nächsten zehn Jahre im Volumen von 1,2 Billionen Dollar ausloten.

Bereits im August hatte das Gezerre der Abgeordneten um den künftigen Sparkurs und eine Anhebung der Schuldenobergrenze die hoch verschuldete Wirtschaftsmacht an den Rand der Staatspleite gebracht und die Märkte verunsichert. „Die Unklarheit über einer Verlängerung der Einkommenssteuerkürzung und die Zukunft der Arbeitslosenhilfe sorgen für große Verunsicherung. Diese Dinge sind ein wichtiger Nachfragestimulus. Fallen die Maßnahmen weg, wäre das eine Belastung für die Wirtschaftsentwicklung“, sagte Nick Sargen von Fort Washington Investment Advisors in Cincinnatti.

Bei den Einzelwerten um kräftige 85 Prozent auf 134 Dollar bergauf ging es mit Aktien des Biotech-Unternehmens Pharmasset . Der weltgrößte Hersteller von HIV-Medikamenten, Gilead , will Pharmasset für elf Milliarden Dollar kaufen. Pro Anteilsschein bietet Gilead 137 Dollar. Gilead-Aktien verloren am Montag 9,1 Prozent.

Der Versicherer Alleghany kündigte an, den Rückversicherer Transatlantic Holdings für 3,4 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Alleghany will dabei in einer Kombination aus Bargeld und eigenen Aktien zahlen. Das Papier von Alleghany gab um 6,8 Prozent nach, Anteilsscheine von Transatlantic Holdings verteuerten sich um 0,8 Prozent.

Hart traf es auch die Bankentitel, da auch amerikanische Finanzinstitute in vielen der hoch verschuldeten Länder Europas engagiert sind: Die Aktie der Bank of America gab fünf Prozent ab, Anteilsscheine der Citibank notierten ein Minus von 4,9 Prozent und Papiere von Morgan Stanley verloren 4,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,93 Milliarden Aktien den Besitzer. 450 Werte legten zu, 2579 gaben nach und 56 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 423 im Plus, 2111 im Minus und 86 unverändert.

Kräftige Verluste an den Aktienmärkten stützten am Montag die Nachfrage nach US-Staatsanleihen. „Die Nachrichtenlage in Europa, unterstützt vom Scheitern des Super-Komitees in den USA, bringen Anleger dazu, Aktien und riskante Währungen in ihrem Portfolio zu reduzieren“, sagte Robert Tipp von Prudential Fixed Income. „Stattdessen sind jetzt sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen, Dollar oder deutsche Bundesanleihen gefragt.“

Das zehnjährige Papier gewann 10/32 auf 100-09/32. Die Rendite lag bei 1,9688 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe stieg 25/32 auf 103-12/32 und rentierte mit 2,9545 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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