US-Börsen: S&P-Drohung drückt US-Börsen

US-Börsen: S&P-Drohung drückt US-Börsen

, aktualisiert 06. Dezember 2011, 00:05 Uhr
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An der Wall Street gaben die Börsenbarometer einen Teil der anfänglichen Gewinne wieder ab.

Quelle:Handelsblatt Online

Hoffnungen auf ein Ende der Euro-Krise haben die Wall Street zuerst beflügelt. Positive Reaktionen auf den Vorstoß von Merkel und Sarkozy haben die Indizes steigen lassen, aber ein Hinweis von S&P dämpfte den Handel.

New YorkDie Aktienmärkte in den USA haben am Montag fester geschlossen. Zum Auftakt der Börsen-Woche wurden die Kurse abermals von der Euro-Schuldenkrise getrieben: Zunächst legten die Indizes am Montag deutlich zu, weil viele Investoren Europa im Kampf gegen die Schuldenmisere auf der Zielgeraden sahen.

Positiv reagierten die Anleger auf die Bemühungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die Euro-Zone mit einer Wirtschaftsregierung wieder auf Kurs zu bringen. Doch in der zweiten Hälfte des Handelstages kehrte die Euro-Angst der Börsianer zurück, weil unter anderem Deutschland Berichten zufolge ins Visier der mächtigen Ratingagentur Standard & Poor's geriet.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.186 und einem Tief von 12.021 Punkten. Er ging 0,7 Prozent höher bei 12.098 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,0 Prozent auf 1257 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 2655 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent im Plus bei 6106 Stellen.

Positive Signale aus Europa hatten in der vergangenen Woche dem S&P 500 die beste Bilanz seit über zwei Jahren beschert. Darauf wollten die Anleger aufbauen, sagten Händler. „Der Markt ist sehr optimistisch, dass Europa endlich die Kurve kriegt und der Gipfel ein Erfolg wird“, sagte Oliver Pursche, Präsident von Gary Goldberg Financial Services, mit Blick auf das EU-Treffen am Freitag.

Der Druck, Ergebnisse zu liefern sei zwar hoch. Aber der Markt strebe nach oben und werde sich nicht mehr so leicht verunsichern lassen. Mit seinem milliardenschweren Sparvorhaben machte auch der italienische Ministerpräsident Mario Monti den Investoren nicht nur in den USA Mut.

Der EU-Gipfel werde von allen Seiten mit Spannung erwartet, sagte auch Jason Pride von Glenmade Investment und Wealth Management. Derzeit gehe der Trend in Europa offenbar in die richtige Richtung. „Allerdings könnten alle jüngsten Kursgewinne sofort verloren gehen, wenn die Stimmung ins Negative kippt“, warnte Pride.


Gewinnschmelze nach Mitteilung der S&P-Pläne

Und einen Vorgeschmack auf diese Tendenz bekamen die Anleger, als die „Financial Times“ über die S&P-Pläne berichtete. Die Ratingagentur habe die Bundesrepublik und die fünf anderen Euro-Länder mit der besten Bonitätsnote AAA vor einer Herabstufung gewarnt, hieß es. Die anderen Länder sind Frankreich, Österreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. In EU-Kreisen hieß es später, S&P drohe allen 17 Euroländern mit einer Herabstufung.

Obwohl die Börsen deshalb Gewinne wieder abgeben mussten, war insgesamt das Interesse vor allem an den Banken groß. Die Papiere der Bank of America legten um gut 2,7 Prozent zu, Morgan Stanley und Citigroup verteuerten sich um 6,8 und 5,9 Prozent.

Bei den Einzelwerten stand auch die Technologiebranche im Fokus: Die Kaufabsichten des deutschen Softwarekonzerns SAP ließen die Aktien des US-Unternehmens SuccessFactors um mehr als 50 Prozent in die Höhe schießen. SAP will das US-Softwarehaus für 2,5 Milliarden Euro übernehmen und damit den Wachstumsmarkt Cloud-Computing erobern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 2341 Werte legten zu, 675 gaben nach und 79 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1738 Titel im Plus, 778 im Minus und 120 unverändert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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