Bild: Reuters„Wenn Leute wie ich ein Währungsregime stürzen können, stimmt das System nicht.“
Bild: Reuters„Das ist so, als würde man bei Riesentankern die Sicherheitsschotten entfernen.“
Soros über die Deregulierung der Finanzmärkte
Bild: dapd„Vor dem Sonnenaufgang kommt erst einmal die Finsternis.“
Bild: Reuters„Ich habe wohl nicht mehr als in der Hälfte aller Fälle recht, aber ich verdiene einfach sehr viel Geld, wenn ich richtig liege, und ich verliere so wenig Geld wie möglich, wenn ich unrecht habe.“
Bild: dpa„Wenn die Zinsraten niedrig sind haben wir Bedingungen, die Vermögensblasen fördern - und sie entfalten sich im Moment. Die ultimative Vermögensblase ist Gold.“
Bild: dapd„Seien wir mal ehrlich: Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs, der – sagen wir mal – mit Griechenland anfängt, aber sich leicht ausweiten kann…“
Bild: Reuters„Mit Sparen kann man nicht Wachstum anschieben.“
Bild: Reuters„Ich verstehe die Märkte besser, deswegen habe ich Geld verdient und deswegen kenne ich die Fehler der Märkte.“
Bild: Reuters„Die Propaganda, dass Regierungshandeln grundsätzlich schlecht sei, war sehr erfolgreich in den Köpfen der Menschen. Aber sie hat unserer Gesellschaft nicht gutgetan.“
Bild: REUTERS„Aufgrund seiner Geschichte fürchtet Deutschland sich mehr vor der Inflation als vor der Rezession. Im Rest der Welt ist das genau umgekehrt.“
„Wenn Leute wie ich ein Währungsregime stürzen können, stimmt das System nicht.“
DüsseldorfDer US-Großinvestor George Soros hat Deutschland aufgefordert, den Euro-Raum zu verlassen oder seiner Führungsrolle gerecht zu werden und schwächeren Ländern aus dem Teufelskreis von dramatischer Verschuldung und Rezession zu helfen.
In der Ausgabe der „New York Review of Books“ vom 10. September schreibt er: Als die Europäische Union geschaffen wurde, war sie der „Inbegriff einer offenen Gesellschaft – eines freiwilligen Zusammenschlusses gleichrangiger Staaten, die einen Teil ihrer Souveränität für das Gemeinwohl aufgaben.
Durch die Eurokrise entwickelt sich die Europäische Union jedoch in eine grundlegend andere Richtung. Die Mitgliedsländer werden in zwei Klassen aufgeteilt – in Gläubiger und Schuldner – wobei die Gläubiger, allen voran Deutschland, die Richtung vorgeben.“
Das Anleihenprogramm der EZB könne vielleicht den Euro retten, allerdings „könnte aber nicht einmal eine unbegrenzte Intervention ausreichen, um zu verhindern, dass die Spaltung der Euro-Zone in Gläubiger- und Schuldnerstaaten dauerhaft wird. [...] und die Gläubiger werden die Richtung vorgeben. Als stärkstes Gläubigerland wird Deutschland als Hegemon hervorgehen.
Anteil Deutschlands an der Euro-Rettung
IWF-Anteil am Rettungsschirm
15 Mrd. Euro
Bürgschaften für Hilfen aus dem EU-Haushalt (EFSM)
12 Mrd. Euro
Bürgschaften für EFSF
253 Mrd. Euro
1. Rettungspaket des IWF für Griechenland
2 Mrd. Euro
1. EU-Rettungspaket für Griechenland
22 Mrd. Euro
EZB-Staatsanleihenkäufe - DE
94 Mrd. Euro (Haftungsanteil Deutschlands, wenn die Krisen-Länder einschließlich Italien als Garantiegeber ausfallen)
Target-Verbindlichkeiten der Krisenländer
277 Mrd. Euro (Haftungsanteil Deutschlands, wenn die Krisen-Länder einschließlich Italien als Garantiegeber ausfallen)
Die Klasseneinteilung wird dauerhaften Charakter annehmen, weil die Schuldnerländer beträchtliche Risikoaufschläge zahlen werden müssen, um an Kapital zu kommen und es wird für sie unmöglich werden, zu den Gläubigerländern aufzuschließen. Statt zu einer Verringerung der Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftlichen Leistung wird es zu einer Ausweitung kommen,“ schreibt Soros laut Pressemitteilung. Darin werden auch Zentrale Passagen aus dem Artikel genannt:
- „Für die deutsche Öffentlichkeit ist es überaus schwer zu verstehen, dass Deutschland Europa die falsche Politik aufzwingt. [...] Das ist nicht das Resultat eines heimtückischen Plans, sondern eine unbeabsichtigte Folge einer Entwicklung, in der ein Plan fehlte. Doch die deutschen Politiker sahen die Vorteile dieser Entwicklung für Deutschland, was wiederum ihre politischen Entscheidungen zu beeinflussen begann. [...] Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird die Zahl der Gründe, Deutschland für die Politik verantwortlich zu machen, die es Europa auferlegt, obwohl sich die deutsche Öffentlichkeit zu Unrecht beschuldigt fühlt. Das ist eine Tragödie wahrhaft historischen Ausmaßes.“
- „Wenn die Euro-Mitglieder nicht miteinander leben können, ohne ihre Union in eine dauerhafte Depression zu treiben, wäre eine Trennung in beiderseitigem Einverständnis die bessere Lösung.“
- „Ein Austritt Deutschlands wäre ein turbulentes, aber durchaus zu bewältigendes Ereignis, im Gegensatz zu dem chaotischen und langwierigen Dominoeffekt, im Zuge dessen ein Schuldnerland nach dem anderen durch Spekulation und Kapitalflucht aus dem Euro gezwungen würde. [...] Nach anfänglichen Turbulenzen würde sich die Eurozone aus der Depression in die Wachstumszone bewegen.“
- „Ungeachtet, ob sich Deutschland für die Führung oder den Austritt entschließt, wären beide Alternativen besser, als den aktuellen Kurs weiter zu verfolgen. [...] Das Ziel wäre nicht, Deutschland auszuschließen, sondern seine politische Haltung radikal zu ändern.
Soros gehört in der zwei Billionen Dollar schweren Hedgefonds-Branche zu den Starinvestoren. Er verwaltet Vermögenswerte von etwa 25 Milliarden Dollar. Die Investments des 82-Jährigen werden genau beobachtet. Bekannt wurde er, indem er 1992 im großen Stil gegen das britische Pfund wettete.
Der vollständige Essay erscheint auf der Website NY Review of Books und bei Spiegel Online.























