US-Immobilienkrise: Verdienen mit der nächsten US-Immobilienblase

US-Immobilienkrise: Verdienen mit der nächsten US-Immobilienblase

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Gibt es in den Vereinigten Staaten schon die nächste Immobilienblase? Immer weniger Amerikaner können sich ein Haus leisten.

von Frank Doll

Großinvestoren sorgten erneut für überhöhte US-Immobilienpreise. Die zweite große Spekulationsblase dort droht zu platzen. Wie Anleger von fallenden Bau- und Immobilienaktien profitieren können.

Die Geschichte wiederholt sich: Fehlentwicklungen am US-Immobilienmarkt hatten jahrelang Scheinwerte produziert und 2008 beinahe zu einem Kollaps des weltweiten Finanzsystems geführt. Mit dem Segen aus Washington hatten US-Banken an wenig solvente Kreditnehmer („Subprime-Schuldner“) Hypothekenkredite vergeben und so die Hauspreise in den USA in die Höhe getrieben. Die Risiken wurden in hochkomplexen Finanzprodukten versteckt und über die ganze Welt verteilt – bis hin zu deutschen Landesbanken, die bereitwillig kauften.

Charles Plosser, Präsident der Federal Reserve Bank of Philadelphia, war bisher der einzige hochrangige Offizielle aus dem Fed-System, der indirekt eine Mitschuld der amerikanischen Notenbank Fed an der Spekulationsblase am US-Immobilienmarkt eingeräumt hat. „Wir wollen nicht den nächsten Eigenheimboom auslösen“, sagte er vor gut einem halben Jahr in einem Interview mit dem Börsendienst Bloomberg. Doch zu diesem Zeitpunkt im Juli 2013 war die Fed schon längst wieder die treibende Kraft hinter den steigenden Preisen am US-Immobilienmarkt – über ihre Tiefzinspolitik und den Ankauf von hypothekenbesicherten Anleihen (Mortage Backed Securities, MBS) der 2008 unter staatliche Zwangsverwaltung gestellten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

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Spielball der Investoren und Banken

In der Bilanz der Fed stieg der Bestand an MBS seit 2008 von null auf aktuell rund 1500 Milliarden Dollar. Die Fed ist damit der größte Spieler an diesem Markt. Fast alle neuen MBS-Emissionen landen bei ihr. So sind die Anleihekaufprogramme, im Fachjargon Quantitative Easing (QE), zu einem integralen Bestandteil des amerikanischen Eigenheimmarktes geworden.

US-Notenbank Der Fed droht ein Teufelskreis

Der Renditeanstieg wird zur Gefahr für die US-Notenbank. Die von ihr erzeugten Anlageblasen drohen zu platzen. Die BIZ, eine Art Zentralbank der Notenbanken, warnt, ähnlich drastisch wie vor Ausbruch der Finanzkrise.

US-amerikanische Geldscheine sind vor einer USA-Fahne zu sehen Quelle: dpa

Zugleich hat die Fed den Markt zu einem Spielball von Banken und Finanzinvestoren gemacht. Seit der ersten Runde des Quantitative Easing in 2008 gingen rund 30 Prozent aller verkauften Eigenheime an Finanzinvestoren. Private-Equity-Firmen wie Blackstone oder Colony Capital sind groß in das Geschäft mit leer stehenden und zur Zwangsversteigerung angemeldeten Einfamilienhäusern eingestiegen. Im März 2013 etwa kaufte Blackstone für 3,5 Milliarden Dollar 20 000 Einfamilienhäuser und ließ sich eine Kreditlinie über 2,1 Milliarden Dollar für weitere Käufe einräumen. Der massive Einstieg der Großinvestoren beförderte die Preissteigerungen am US-Immobilienmarkt.

Wer glaubte, die Wall Street hätte ihre Giftküchen nach den Erfahrungen der Finanzkrise gereinigt oder gar geschlossen, sieht sich getäuscht. Es wurden weiter hochgiftige Finanzprodukte entwickelt. Dabei werden diesmal – anders als vor 2007 – nicht in erster Linie Immobilien beliehen, sondern flüchtige Mieteinnahmen. Den Anfang machte im Herbst 2013 die Blackstone-Tochter Invitation Homes mit einer Verbriefung von 479 Millionen Dollar an zukünftigen Mieteinnahmen von Einfamilienhäusern (Rental-Home-Verbriefungen).

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