US-Notenbank Fed: Kommt heute die Zinswende?

US-Notenbank Fed: Kommt heute die Zinswende?

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Die Händler an der Wall Street warten auf die Zinsentscheidung von US-Notenbankchefin Janet Yellen

von Sebastian Kirsch

Gespannt warten Börsianer weltweit auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Läutet Janet Yellen das Ende der Nullzinspolitik ein? Wäre das richtig? Selbst Nobelpreisträger streiten darüber. Pro und Contra Zinsanhebung.

Seit dem Sommer 2006, kurz vor dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise, gab es für den Leitzins der US-Notenbank FED nur eine Richtung: nach unten. Seit 2008 liegt der Richtwert gar bei null Prozent bis maximal 0,25 Prozent. Ausschlaggebend für die Zinspolitik der Notenbank sind drei Kriterien: das Beschäftigungsniveau in den USA, stabile Preise und langfristig moderate Zinsen.

Auf ihrer vergangenen Sitzung im Juli schätzte Notenbankchefin Janet Yellen die Lage der US-Wirtschaft durchaus positiv ein. „Wenn sich die Wirtschaft so weiter entwickelt wie wir es erwarten, wäre eine Erhöhung der Leitzinsen in diesem Jahr angemessen. Aber ich möchte betonen, dass diese Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung geknüpft sind und wir uns damit nicht festlegen, die Zinsen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erhöhen.“

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Dass Yellen noch 2015 handeln wird, scheint also sehr wahrscheinlich. „Die niedrigen Ölpreise und das Wachstum der Beschäftigungsrate sollten die Ausgaben der Verbraucher antreiben, so dass zusammen mit den niedrigen Zinsen der Notenbanken im Ausland die Grundlage für globales Wirtschaftswachstum geschaffen sein dürfte", sagte sie. Klingt nach US-Aufschwung und einer baldigen Anpassung der Leitzinsen, um die Situation auf dem Finanzmarkt wieder zu einem normalen Zustand zurückzuführen.

Interaktive Infografik: Die Zinsschritte der US-Notenbank Federal Reserve seit den Fünfzigerjahren

Yellen schränkte aber schon im Juli ein, sie würde weitere Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt erwarten. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent. Auch die Griechenlandkrise und Chinas schwankungsanfällige Finanzmärkte könnten negative Auswirkungen auf eine US-Erholung haben.
Aus ihren Aussagen lässt sich also keine exakte Prognose für die Zinsentscheidung ableiten. Noch im August hatten in einer Umfrage des Wallstreet Journals unter US-Ökonomen 82 Prozent angegeben, sie rechneten im September mit einer Zinserhöhung. Unter Aktienhändlern, die die Agentur Bloomberg diese Woche befragt hat, halten nur noch 32 Prozent eine Zinswende bereits am heutigen Donnerstag für wahrscheinlich.

Wenn Yellen ihre Entscheidung von der Lage der US-Wirtschaft abhängig macht, für welches Szenario sprechen dann die aktuellen Konjunkturdaten?

Der Ölpreis liegt sowohl für die Sorte WTI als auch Brent unterhalb von 50 Dollar pro Barrel. Das dürfte in den kommenden Monaten auf die Inflationsrate drücken. Sie lag im Juli schon bei 0,2 Prozent im Vergleich zu den Vorjahrespreisen, der Wert für die Preisentwicklung von Energie- und Nahrungsmitteln liegt bei 1,2 Prozent. Beide Werte bewegen sich damit unterhalb der zwei Prozent-Marke, die die US-Notenbank - wie auch die Europäische Zentralbank - als preisstabiles Niveau anpeilen. Der US-Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller sagte der WirtschaftsWoche: „Die Inflation in den USA ist gering. Die Fed muss deswegen nichts tun.“

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Anders die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt. Während in der Finanzkrise 2010 die Arbeitslosenquote in den USA auf bis zu 10 Prozent angestiegen war, nähert sie sich mit 5,1 Prozent jetzt stetig dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2006 an. Damals waren nur rund 4,5 Prozent der erwerbsfähigen Amerikaner arbeitslos. „Der Jobmarkt spricht also nicht gegen eine Zinsanhebung“, sagte Shiller.

Weitere Faktoren wie das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt mit zuletzt 3,7 Prozent im zweiten Quartal sprechen für eine baldige Anpassung der Leitzinsen.

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