US-Notenbank: Steigende Zinsen beflügeln Aktien

US-Notenbank: Steigende Zinsen beflügeln Aktien

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Steigende Zinsen beflügeln Aktien an den US-Märkten.

Börsenprofis weltweit reagieren nervös, wenn es um die Frage geht, wann die US-Notenbank Fed die Zinsen erhöht. Dabei müssen Anleger deren Zinserhöhung nicht fürchten – solange die anderen Zentralbanken stillhalten.

Zurzeit macht den Anlegern vor allem eines Sorge – Zinserhöhungen. Der aktuelle Bullenmarkt bezieht seine Dynamik der gängigen Meinung zufolge aus den extrem niedrigen, Richtung null tendierenden kurzfristigen Zinsen der vergangenen Jahre. Wenn nun die US-Notenbank Fed die Zinsen wieder in die Höhe zu schrauben beginnt, könnte dies auf die Aktienkurse drücken und sogar wieder zur Entwicklung eines Bärenmarktes führen. Josh Brown, CEO der US-Anlageberatungsfirma Ritholtz Asset Management, hat diese Ansicht hinterfragt. Ergebnisse seiner Studie ergeben ein etwas anderes als das gängige Bild.

Der genaue Zeitpunkt, zu dem die Fed bei den kurzfristigen Zinsen den ersten Zinsschritt setzten wird, ist unter Fachleuten noch Gegenstand hitziger Debatten: Die Schätzungen schwanken zwischen Sommerbeginn und irgendwann 2016. Erfreulicherweise lässt sich Brown in seiner Studie erst gar nicht auf das Spielchen mit Prognosen ein. „Ich will in diesem Spiel keine eigene Prognose in den Ring werfen“, schreibt er, „vielmehr erkläre ich die Zusammenhänge, die man kennen muss, um zu verstehen, wie unterschiedliche Anlageklassen in der Vergangenheit auf steigende Zinsen reagiert haben.“

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Die amerikanische Notenbank Fed bleibt ihrer Linie treu. Ihre Prognosen sind optimistisch. Das befeuert den Handel an der Wall Street in New York.

"US-Aktien sind überraschend widerstandsfähig"

Brown untersucht mit Unterstützung von Michael Batinick, dem Leiter des Research bei Ritholtz, frühere Entwicklungen der Märkte, wobei er sich auf die Performance unterschiedlicher Anlageklassen vor, während und nach historischen Zinserhöhungszyklen konzentriert. „Für die Zwecke der Untersuchung definierten wir einen Zinserhöhungszyklus als eine Periode, in der die Federal Reserve die Fed Funds Rate in mindestens drei aufeinanderfolgenden Sitzungen erhöhte, und das ohne zwischenzeitliche Senkung“, schreibt Brown. „Wenn man bis zum Jahr 1976 zurückgeht, entsprechen acht Zyklen dieser Definition, wobei der kürzeste neun Monate und der längste 39 Monate umfasst.“

Eine seiner Erkenntnisse: „US-Aktien erweisen sich in Phasen steigender Zinsen als überraschend widerstandsfähig.“ So konnte er etwa feststellen, dass der S&P 500 in Jahren vor einer Zinserhöhung mit einer durchschnittlichen Rendite von 18,11 Prozent eine jeweils signifikant bessere Performance vorlegte als in einer beliebigen Zwölfmonatsperiode, für die der durchschnittliche Kursgewinn bei 11,6 Prozent liegt. Und mit 14,6 Prozent lag die durchschnittliche Kurssteigerung im S&P 500 auch in dem Jahr nach der jeweils letzten Zinserhöhung in dem betreffenden Zyklus über dem langjährigen Durchschnitt.

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Zinserhöhungen sind keine Gefahr für US-Aktien

In den Zinserhöhungszyklen selbst entwickeln sich die Aktienkurse zwar unterdurchschnittlich, bleiben aber dennoch in positivem Terrain. „Die im S&P-500-Index gelisteten Aktien verzeichneten während der acht Zinserhöhungszyklen der vergangenen vier Jahrzehnte eine gewichtete durchschnittliche jährliche Kurssteigerungsrate von 8,3 Prozent.“

Brown konnte noch eine weitere, vielleicht weniger überraschende Feststellung machen: „Die Kursentwicklung ausländischer Aktien liegt vor und während den Zinserhöhungszyklen massiv über der von US-Aktien.“ Seine Schlussfolgerung: „Ein global investiertes, diversifiziertes Portfolio hilft Anlegern, den Druck steigender Zinsen auf ihre übrigen Anlagewerte auszugleichen.“ Diese Erkenntnis Browns basiert allerdings auf einer Annahme, die lautet: Der erste Zinsschritt der Fed steht schon vor der Tür, und weder die Bank of Japan noch die Europäische Zentralbank oder andere große Zentralbanken heben die kurzfristigen Zinsen auf kurze Sicht ebenfalls an.

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