Verbraucherzentralen : Finanzmarktakteure sollen stärker beobachtet werden

Verbraucherzentralen : Finanzmarktakteure sollen stärker beobachtet werden

Seit dem Jahr 2011 beobachten die Verbraucherzentralen die Finanzmärkte ganz genau. Jetzt sollen die Wächter von der Regierung mehr Befugnisse bekommen. Die Erkenntnisse der Verbraucherschützer nutzen nämlich auch der Politik.

Seit dem Jahr 2011 gibt es die sogenannte Initiative Finanzmarktwächter der Verbraucherzentralen, die auf große Missstände im Finanzmarkt aufmerksam machen soll. Konkret geht es dabei um unfaire Vertriebsmethoden, schlechte Finanzprodukte oder Wettbewerbsverzerrungen - kurzum: Verhaltensweisen, die den Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen. Jetzt wollen die Verbraucherzentralen ihre Beobachtung des Finanzmarkts ausbauen. "Wir stehen in den Startlöchern", sagte die Leiterin Verbraucherpolitik beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Helga Springeneer, der Nachrichtenagentur dpa. Union und SPD wollen laut ihrem Koalitionsvertrag die Verbraucherorganisationen mit einer speziellen Wächterfunktion für den Finanzmarkt beauftragen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Geplant ist ein Netz aus fünf, auf verschiedene Marktsegmente spezialisierten Verbraucherzentralen, wie Springeneer sagte. "Sie haben ein Gespür dafür, ob es sich um Einzelprobleme oder systemische Probleme handelt." Erkenntnisse sollen an die Aufsichtsbehörden und die Politik gehen. Dieser Informationsaustausch hat sich bereits in der jüngsten Vergangenheit bezahlt gemacht. So gehen unter anderem die folgenden Entdeckungen auf das Konto der Finanzmarktwächter:

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Die finanziellen Rahmenbedingungen und der Starttermin der erweiterten Finanzmarktwächter sind derzeit noch offen. Bislang machen sich die Verbraucherschützer ihr Bild anhand von Marktchecks und Untersuchungen zu Provisionen, Beratungsprotokollen, Produktinformationsblättern oder Kreditkonditionen. Künftig soll die Marktbeobachtung, "die aufbaut auf einer systematischen Erfassung der bundesweiten Verbraucheranfragen, Beschwerden und Beratungen zu Finanzthemen" stärker im Mittelpunkt stehen, so die vzbv-Expertin Springeneer. "Außerdem werden wir, wo nötig, vertiefende Marktuntersuchungen und Studien in Auftrag geben."

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