Verdacht: Großbanken sollen Währungen manipuliert haben

Verdacht: Großbanken sollen Währungen manipuliert haben

, aktualisiert 04. Dezember 2013, 09:21 Uhr
Bild vergrößern

Ein Bankangestellter zählt US Dollar hinter einem Bündel chinesischer Banknoten. Mehrere Großbanken sollen die Kurse manipuliert haben.

Finanzbehörden in Europa, USA und Asien nehmen mehrere internationale Großbanken ins Visier: Sie stehen im Verdacht, massiv Währungskurse manipuliert zu haben, um Kursgewinne einzufahren.

Mehrere internationale Großbanken stehen nach einem Zeitungsbericht im Verdacht, massiv Währungskurse manipuliert zu haben. Finanzbehörden in Europa, den USA und Asien gingen dem nach, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch). Die Banken hätten möglicherweise Geschäfte mit fremden Währungen in der Absicht getätigt, den Kurs zu einer bestimmten Uhrzeit zu beeinflussen und so mittels Kurswetten Gewinne einzunehmen. Erhärte sich der Verdacht, könne der Skandal größere Ausmaße annehmen als der Libor-Skandal, bei dem Banken die Referenzzinsen manipuliert haben sollen.

Die Deutsche Bank ist nach vorläufigen Erkenntnissen der Finanzaufsicht BaFin nicht in Devisenkurs-Manipulationen verwickelt. "Wir haben bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass Händler einer deutschen Bank in Manipulationen involviert waren", bekräftigte der oberste Bankenaufseher der BaFin, Raimund Röseler, in der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Die Deutsche Bank hat nach Informationen der Zeitung umfangreiche interne Ermittlung aufgenommen.

Anzeige

Die weltumspannende Untersuchung möglicher Manipulationen der Referenzkurse für verschiedene Währungen läuft schon seit dem Frühjahr. Der am meisten genutzte Referenzkurs ist das "WM/Reuters"-Fixing, das täglich um 16 Uhr Londoner Zeit errechnet wird. Dazu nutzt der Informationskonzern Thomson Reuters die Daten zu Handelsgeschäften und Aufträgen aus dem Reuters-System und von Konkurrenten wie EBS. Dabei werden alle Kurse innerhalb einer "Fixing"-Minute erhoben. Die State-Street -Tochter WM errechnet daraus den Mittelwert, der dann als Referenzkurs verwendet wird. Dieser wird von Investoren und Unternehmen zur Bewertung ihrer Devisenbestände und Portfolien verwendet, er ist aber auch die Grundlage zur Errechnung vieler Aktien- und Bond-Indizes. Die amtlichen Devisen-Fixings waren in Deutschland 1998 abgeschafft worden.

Weitere Artikel

Im Zentrum der Ermittlungen stehen elektronische Nachrichten von Händlern. Die Aufseher durchforsten Tausende dieser kurzen Botschaften, um der Frage nachzugehen, ob diese sich unerlaubt über die Kurse ausgetauscht haben. Auf diese Weise waren die Behörden schon den Manipulationen des Libor- und Euribor-Interbankenzinssatzes auf die Spur gekommen. Die Deutsche Bank hat dem Zeitungsbericht zufolge ihren Devisenhändlern als Vorsichtsmaßnahme schon vor dem Beginn der Ermittlungen die Nutzung interner Chatrooms verboten.

Der Währungsmarkt ist riesig. Pro Tag werden weltweit Devisen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt. Die Deutsche Bank gehört neben der Citigroup zu den größten Devisenhändlern der Welt. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte dem Blatt: „Sollten sich die ersten Vermutungen bestätigen“, könne es nötig werden, die Regeln für den Devisenmarkt zu ändern.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%