Verkaufen verboten: Altanlegern von Solarworld drohen drastische Verluste

Verkaufen verboten: Altanlegern von Solarworld drohen drastische Verluste

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Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG, ist mit seinen Aktien auf der sicheren Seite. Seine alten Anleger nicht

von Stefan Hajek

Ein Kapitalschnitt und eine Kapitalerhöhung sorgten dafür, dass mittlerweile zwei verschiedene Solarworld-Aktien gehandelt werden. Die Zusammenlegung dürfte vor allem den Besitzern der ursprünglichen Aktie schaden.

Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich: An der deutschen Börse ist derzeit eine seltene Anomalie zu beobachten. Von ein und derselben Firma, dem Bonner Solarzellenfabrikanten Solarworld, werden momentan zweierlei Aktien gehandelt: die alten, ursprünglichen mit der Wertpapierkennnummer (WKN) A1YCMM und, nach einer Kapitalerhöhung Ende Februar, neue Solarworld-Aktien, die seit dem 5. März unter der Kennnummer A1YDED gehandelt werden.

Das alleine wäre noch nichts Besonderes. Viele Unternehmen haben mehr als eine Aktiengattung am Markt: einige Dax-Konzerne haben Vorzugs.- und Stammaktien; viele US-Konzerne A und B-Aktien, mit unterschiedlichen Anrechten auf Grundkapital, Gewinn oder Dividenden und unterschiedlichen Stimmrechten.

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Ungewöhnlich ist aber, dass die beiden Papiere zu so unterschiedlichen Preisen gehandelt werden: während die rund 745.000 alten Solarworld-Papiere immer noch zu 41 Euro handeln (in der Spitze kosteten sie, um Kapitalschnitte bereinigt, allerdings schon mehr als 3000 Euro), sind die Neuen für nur 15 zu haben. Und das, jetzt wird es abenteuerlich ­– obwohl bereits fest steht, dass es ab Anfang Juni nur noch ein Solarworld-Papier geben wird; dann nämlich werden die beiden Gattungen  wieder zusammengelegt und bekommen dann alle die Kennnummer der alten Papiere , A1YCMM.

Die WKN bekommen die dann wieder vereinigten Solarworld-Aktionäre also von den ursprünglichen, derzeit zu 41 Euro gehandelten Aktien; der Kurs aber, so muss man jedenfalls befürchten, dürfte sich eher bei den 15 Euro der Neuen einpendeln, Altanlegern in Solarworld drohen erneut drastische Verluste.

Beinahe-Pleite mit Folgen

Um zu verstehen, warum, muss man etwas ausholen. Alles begann mit der Beinahe-Pleite der Bonner vergangenes Jahr; nach dem starken Preisverfall für Solarmodule auf dem Weltmarkt und dem Schritt-für-Schritt-Zusammenstreichen der Förderung in weiten Teilen Europas war der Konzern heillos überschuldet. Ein so genannter Kapitalschnitt brachte vorerst die Rettung: Aus 150 alten Solarworld-Aktien wurde eine Aktie. Die damaligen Aktionäre verloren bereits einen Gutteil ihres Geldes.

Aus Solarworld-Sicht war der Kapitalschnitt lebensrettend: Aus knapp 112 Millionen Aktien im Nennwert von einem Euro werden 744.800 neue Aktien. Das Grundkapital, das zuvor auf dem Papier noch 112 Millionen Euro betrug, sank auf 744 000 Euro. Damit allein hatte Solarworld freilich noch nichts gewonnen. Daher zogen die Bonner direkt im Anschluss an den Kapitalschnitt eine Kapitalerhöhung durch – wie in solchen Fällen durchaus üblich. Bei dieser Kapitalerhöhung wurden Ende Februar 14,15 Millionen junge Aktien ausgegeben. Der Konzern schuldete auch noch seine Anleihen um; im Zuge des Rettungsplanes konnte er seine Nettofinanzschulden von mehr als einer Milliarde Euro mehr als halbieren auf nur noch gut 435 Millionen Euro.

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