Vermögensverwalter: Fonds enttäuschen die Anleger

Vermögensverwalter: Fonds enttäuschen die Anleger

, aktualisiert 04. Dezember 2011, 10:40 Uhr
Bild vergrößern

In einem Depotvergleich schnitt das Fondsangebot der Hypo-Vereinsbank besonders schlecht ab. Doch auch andere Anbieter glänzten nicht gerade mit hohen Renditen.

von Ingo NaratQuelle:Handelsblatt Online

Die Anbieter von Investmentfonds-Produkten konnten mit ihren Angeboten kaum überzeugen. Vor allem konservative Fonds-Modelle brachten enttäuschende Ergebnisse. Die Euro-Turbulenzen haben die Manager kalt erwischt.

FrankfurtDie fondsgebundenen Vermögensverwaltungen wichtiger Banken haben enttäuschende Ergebnisse erzielt. „Bei Einrechnung der Gebühren liefern alle Verwalter mit ihren Angeboten weniger Rendite als die Vergleichsmesslatte, oft sogar noch bei höheren Wertschwankungen“, urteilt Rüdiger Sälzle, Vorstand der Analyse- und Beratungsfirma Fonds Consult. Die Ergebnisse der Studie liegen dem Handelsblatt vor.

Auf dem Markt der Fonds-Vermögensverwaltungen zählt die Studie acht Anbieter: Dekabank, Commerzbank, Hypo-Vereinsbank, Deutsche Bank, Credit Suisse, Union Investment, DZ Privatbank, Fürst Fugger Privatbank. Alle offerieren verschiedene Depotvarianten, die sie mit Fonds bestücken. Der Anleger kann wählen zwischen konservativen Ausrichtungen, neutralen Mischungen bis hin zu einer offensiven Variante. In dieser Abfolge sinken die Anteile der Anleihefonds, steigen die der Aktienprodukte.

Anzeige

„Ernüchternd“, nennt Sälzle die Ergebnisse aus Anlegersicht. Sogar ohne Einrechnung der Gebühren überträfen nur ganz wenige Depots ihre Messlatten über verschiedene Zeiträume. Gerade bei den konservativen Depots hinkten die Wertentwicklungen den Messlatten am deutlichsten hinterher.

Ein Beispiel ist die Abrechnung über drei Jahre. Hier gewinnt der Index aus 80 Prozent Euro-Anleihen und 20 Prozent Aktien 14,5 Prozent. Die beste Depotvariante kommt von der Commerzbank mit einem Plus von 12,3 Prozent, die schlechteste von der Hypo-Vereinsbank mit einem Verlust von 3,4 Prozent. Bei laufenden Gebühren von über einem Prozent jährlich liegen die effektiven Erträge noch tiefer.

Bei den Anbietern rechtfertigt man die schlechten Leistungen mit Blick auf die Kapitalmarktentwicklung im laufenden Jahr. „Wir haben nicht gedacht, dass die Euro-Krise in Italien so eskaliert und das Land als Pleitekandidat gespielt wird“, sagt etwa Hanns Dendorfer, Leiter Fonds-Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank.

In den vergangenen Monaten haben die Aktienmärkte sehr stark verloren. Ein Grund sind vor allem die wachsenden Sorgen über die Finanzierbarkeit der Staatsschulden in der Euro-Zone.


„2011 sind wir falsch erwischt worden“

„2011 sind auch wir falsch erwischt worden, das trifft aber praktisch die gesamte Branche“, sagt Dendorfer. Aus rein wirtschaftlicher Sicht seien die Entwicklungen an den Finanzmärkten kaum nachvollziehbar. Dendorfer sieht sich als Investor, der sich mit Verzinsungen am Geldmarkt nahe null Prozent nicht zufriedengeben möchte. „Wir vertrauen drauf, dass sich unsere starken Bestände an Hochzinsanleihen auf längere Sicht auszahlen“, sagt er.

Viele Anbieter haben in den Jahren der Finanzkrise ihre Angebote für die Fonds-Vermögensverwaltung ergänzt. Das war auch nötig. Seit den Hochzeiten im Jahre 2007 mit einem verwalteten Vermögen von 30 Milliarden Euro bei Fonds-Vermögensverwaltungen ist das Kapital bis heute auf 25 Milliarden Euro abgeschmolzen.

So arbeiten beispielsweise die Commerzbank, Union oder die Dekabank jetzt mit zusätzlichen Angeboten, über die Investoren ihre Verluste begrenzen können. „Hier kann der Anleger zwischen verschiedenen Varianten wählen, etwa einer zehnprozentigen Verlustbegrenzung auf Zwölfmonatssicht bei einer offensiven Depotstruktur oder einem Modell, das über sieben Jahre mindestens den Kapitalerhalt garantiert“, sagt Steffen Selbach, Leiter des Bereichs bei der Dekabank.

Studienherausgeber Sälzle rät nach Betrachtung seiner Ergebnisse dem Anleger, auch Alternativen zu betrachten. „Eine Möglichkeit ist der klassische gemischte Fonds“, sagt er. Hier sucht der Verwalter aus allen Märkten und Regionen die seiner Einschätzung nach günstigsten Einzelwerte.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%