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Versicherungskonzern: Talanx lässt Börsengang in letzter Minute platzen

Der geplante Börsengang von Talanx wird zur unendlichen Geschichte. Überraschend zog der Versicherungsriese am Mittwochabend die Notbremse. Der Grund: Der Preis für die Aktien lag einfach zu niedrig.

Talanx Herbert Haas Quelle: dpa
Der Vorstandsvorsitzende der Versicherungsgruppe Talanx, Herbert Haas. Quelle: dpa

Der Sprung aufs Parkett fällt aus: Der Versicherungskonzern Talanx geht wider Erwarten doch nicht an die Börse. Die Investoren wollten zu wenig Geld für die neuen Aktien bezahlen, begründete der Konzern am Mittwochabend die überraschende Absage in letzter Minute.

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Das Unternehmen, zu dem neben Marken wie HDI und HDI-Gerling auch die Mehrheit am Rückversicherer Hannover Rück gehört, setzt damit den vorläufigen Schlusspunkt hinter eine jahrelange Reihe von Ankündigungen. Damit entfällt der größte Börsengang, der in Deutschland für dieses Jahr noch erwartet worden war. Talanx wollte mit einer Kapitalerhöhung im Zuge des Börsengang eine Milliarde Euro einsammeln, um damit weiter im Ausland zu expandieren.

Der Konzern galt als Kandidat für den Aktienindex der mittelgroßen Werte, den MDax, langfristig wurde sogar ein Aufstieg in den Dax für möglich gehalten. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht“, sagte Vorstandschef Herbert Haas, der die Börsenpläne vorangetrieben hatte. Seit zehn Tagen hatte das Unternehmen Gespräche mit möglichen Investoren geführt. Haas zufolge wurden sich beide Seiten jedoch beim Preis nicht einig: „Die Höhe des von den Investoren geforderten Abschlags auf den Unternehmenswert war weder für uns noch für unseren Anteilseigner akzeptabel.“ Das Unternehmen wolle die Aktien nicht zu jedem Preis an den Markt bringen.

Damit gehört Talanx weiterhin komplett dem HDI, einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VaG), der auch bei einem Börsengang die Mehrheit behalten hätte. Ein neuer Anlauf am Aktienmarkt ist nicht in Sicht. „Talanx ist operativ in sehr guter Verfassung, und wir werden unsere Strategie auch ohne Börsengang konsequent weiter vorantreiben“, sagte der Vorstandschef.

Die Rettung der Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) dürfte sich für die japanische Regierung auszahlen. Beim Comeback an der Börse will JAL sieben Milliarden Euro einsammeln. Es ist der weltweit zweitgrößte IPO in diesem Jahr nach Facebook. Ein japanischer Staatsfonds hatte dem Unternehmen nach der Insolvenz 2010 mit rund 3,5 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen und im Gegenzug Anteile übernommen. Diese wären bei dem von JAL nun veranschlagten Preis je Aktie von 3790 Yen rund sieben Milliarden Euro und damit doppelt so viel wert. Der Fonds hat bereits angekündigt, die gesamte Beteiligung bei dem Börsengang verkaufen zu wollen.

Von den Top Ten der größten IPOs aller Zeiten ist der Konzern damit allerdings noch weit entfernt, wie die folgenden Bilder zeigen:

Bild: REUTERS

Talanx hatte den Gang aufs Parkett seit Ende der 1990er Jahre immer wieder in Aussicht gestellt. Erst Anfang vergangener Woche hatte das Unternehmen den Zeitraum auf den Herbst eingegrenzt. Finanzkreisen zufolge sollte es schon Ende September losgehen. Zu Talanx gehören neben den Marken HDI und HDI-Gerling auch die PB Versicherungen der Postbank und die Targo Versicherungen sowie weitere Versicherer in Polen und anderen Ländern. Außerdem hält der Konzern die Mehrheit am weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück, der selbst im MDax notiert ist.

Zuletzt hatten die Hannoveraner stark im Ausland expandiert, etwa durch Beteiligungen und Übernahmen in Japan und Polen. In Deutschland fährt Talanx in der Sparte Privat- und Firmenkunden dagegen einen harten Sparkurs. Bis 2015 sollen in dem Bereich bundesweit 730 von rund 5600 Jobs abgebaut werden.

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