Versorger: Bei Energieaktien glüht der Draht

Versorger: Bei Energieaktien glüht der Draht

von Andreas Toller

Aktionäre der Energieversorger RWE und E.On haben seit langem nichts zu lachen. Dabei schien das Ende der Kursverluste schon nah. Hoffnung auf eine Trendwende bringen eher europäische Wettbewerber.

Zuletzt war es RWE-Chef Peter Terium, der für schlechte Laune bei seinen Aktionären sorgte. Angesichts der schwierigen Lage stellte er für den zweitgrößten deutschen Energieversorger die Dividendenausschüttung in Frage, berichtete das Handelsblatt am Donnerstag. Bislang hatte RWE seinen Anteilseignern 50 bis 60 Prozent der bereinigten Nettogewinne als Dividende gezahlt. 2012 waren das noch zwei Euro je Aktie. Bei einem Aktienkurs von 25 Euro entsprächen die immerhin einer Dividendenrendite von acht Prozent. Für Anleger war die Dividende in den vergangenen Jahren eins der stärksten Argumente für die Aktie.

Nachdem das RWE-Papier nach der Nachricht zunächst bis zu 4,3 Prozent verloren hatte, drehte der Kurs am Nachmittag mit bis zu fünf Prozent kräftig ins Plus. Eine vergleichbare Bewegung hatte die Aktie von Konkurrent E.On vollzogen. RWE schlossen zum Handelsende 3,3 Prozent höher, E.ON legten um 2,3 Prozent zu. In ihrem Fahrwasser drehte auch der europäische Branchenindex ins Plus und stieg auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von 272,50 Punkten. Dabei standen die Papiere der Versorger zunächst europaweit unter Druck. Der französische Wettbewerber EdF etwa litt zuletzt unter Spekulationen, der Staat Norwegen könnte seine 13 Millionen Aktien verkaufen und so den Kurs unter Druck bringen.

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Der Energieversorger leidet sehr unter der Energiewende Quelle: dpa

Ist das die Trendwende bei den Versorgeraktien? Anleger konnten nach jahrelanger Talfahrt zumindest im vergangenen Monat endlich mal wieder Morgenluft schnuppern. Versorger waren wieder gefragt, die Kaufvolumina schossen in die Höhe. Seit Montag hatten RWE und E.ON neun und mehr als sieben Prozent an Wert zugelegt. Auf Sicht eines Monats liegen RWE-Papiere mehr als 17 Prozent im Plus, E.On-Aktien haben immerhin fast fünf Prozent zugelegt. Beflügelt hatte die Branche, dass nach der Bundestagswahl die für die Unternehmen harten Einschnitte im Zuge der Energiewende durch die Politiker abgemildert würden. Dafür hatten  sich die Chefs der Energiekonzerne in den vergangenen Monaten immer wieder stark gemacht. Zusätzlichen Schub erhielten die Versorger vom steigenden Strompreis. So verteuerte sich die Megawattstunde zur Lieferung in einem Jahr wieder auf ein Niveau  wie zuletzt im April. Der Rückgang an Sonnenstunden zum sich ankündigenden Herbst sorgte für den Preisanstieg.

Zu alter Profitabilität werden die Energieversorger dennoch nicht so schnell zurückkehren. Zumindest aber sind insbesondere die RWE-Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über sechs, beziehungsweise etwa zehn bei E.On vergleichsweise günstig. Als risikoreiche Spekulation sind sie jedoch bestenfalls für sehr nervenstarke Anleger geeignet. Denn die Kurse schwanken stark. Die Feuerprobe war die Gegenreaktion des Marktes auf die Kursverluste zu Beginn des Handelstages. "Die Verluste von heute Morgen waren überzogen", sagte ein Börsianer. Denn die diskutierte Dividendenkürzung bei RWE könne niemanden überraschen. "Offenbar haben einige Anleger den Rücksetzer genutzt, um wieder einzusteigen." Trotz der rund zehnprozentigen Rally der vergangenen Tage gehören die beiden Versorger immer noch zu den schwächsten Dax-Werten des Jahres 2013.

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