Versteckte Kosten: Tech-Aktien auf Anabolika

Versteckte Kosten: Tech-Aktien auf Anabolika

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Die US-High-Tech-Branche pumpt ihre Gewinne künstlich auf, weil sie Mitarbeiteraktien nicht konservativ bilanziert

Google, Amazon oder Facebook sind teurer, als Anleger glauben. Die Branche tut nämlich so, als würde sie die Bezahlung der Mitarbeiter mit Aktien nichts kosten - und pumpt ihre Gewinne künstlich auf.

High-Tech-Unternehmen wollen Anlegern weismachen, man könne aktienbasierte Vergütungen in erheblicher Höhe bei der Gewinnberechnung einfach unter den Tisch fallen lassen. Facebook, Google, Amazon, Salesforce, LinkedIn und VMware kommen so zu erheblich geschönten Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGVs). Sie halten sich nicht an die allgemein anerkannten Bilanzregeln US-GAAP. Die schreiben vor, alle Kosten, auch die von Aktien und Aktienoptionen, bei der Gewinnberechnung zu berücksichtigen.

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Facebook Aktien Quelle: REUTERS

Außerhalb der Branchen High Tech und Biotechnologie halten sich auch fast alle Unternehmen daran. Auch etablierte Technologiekonzerne wie Microsoft, Apple und Intel bilanzieren konservativ.

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Ein besonders krasses Beispiel gewagter Bilanzierung ist der SAP-Rivale Salesforce, ein führender Anbieter im Bereich Cloud Computing. Berücksichtigt man hier die aktienbasierten Vergütungen als Aufwendungen, schwinden die Gewinne nur so dahin. Die Aktie notiert derzeit bei 38 Dollar, der Gewinn je Aktie liegt für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 49 Cent, das KGV also bei 78. Berechnet man den Gewinn aber nach den GAAP-Regeln, also unter Berücksichtigung der Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen, ergibt sich ein Verlust von 29 Cent je Aktie.

Die KGVs von Amazon und Facebook steigen ebenfalls kräftig, wenn man GAAP-konforme Schätzungen zugrunde legt - bei Amazon zum Beispiel von 89 auf 200, basierend auf den Gewinnschätzungen für das laufende Jahr.

Nur weil ein Unternehmen nicht nach US-GAAP berichtet, heißt das noch nicht, die Anleger sollten die Aktie meiden. Die Unternehmen legen die Kosten dieser Vergütungen in ihren Berichten ja offen, und es ist weder illegal noch unethisch, von Anlegern zu verlangen, dass sie sich diese Kosten separat anschauen. Aber die Anleger sollten sich bewusst sein, dass die Gewinne dieser Firmen anders berechnet sind, als die Gewinne vergleichbarer Unternehmen, die nach allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen bilanzieren.

Standardargument für die Nichtberücksichtigung der Kosten von aktienbasierten Vergütungen war ursprünglich, dass diese vorwiegend in Aktienoptionen bestanden, die unsicher und daher schwer zu bewerten sind. Inzwischen gab es eine starke Verlagerung in Richtung Aktien, auf welche Mitarbeiter nach einer Sperrfrist von drei oder vier Jahren zugreifen können. Diese Zuteilungen lassen sich leicht bewerten. Die Mitarbeiterbeteiligungsprogramme von Facebook, Amazon und den meisten anderen High Techs basieren inzwischen vorwiegend auf derartigen Aktienzuteilungen.

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