Vertrauen schwindet: Finanzmärkten droht ein Fiasko

KommentarVertrauen schwindet: Finanzmärkten droht ein Fiasko

von Frank Doll

An den Finanzmärkten schwindet das Vertrauen in die Allmacht der Notenbanken. In Japan hat die Zentralbank bereits die Kontrolle über den heimischen Anleihe- und Aktienmarkt verloren. Das größte geldpolitische Experiment der Wirtschaftsgeschichte droht früher als angenommen in einem Fiasko zu enden.

Zuvor waren die Aktienkurse zwar stramm gestiegen am Kabutocho, dennoch ist der Kurseinbruch des Nikkei um 20 Prozent binnen zehn Handelstagen kein Pappenstil. Er zeigt vielmehr, dass die Bank of Japan offenbar die Kontrollhoheit über den heimischen Finanzmarkt und über den Yen verloren hat. Jeder weitere Kursrückgang in Tokio droht nun über die Wechselkursbewegungen des Yen die Schwingungen an den Märkten noch weiter zu verstärken. Am Ende könnte der Crash stehen.

Der Kurseinbruch japanischer Staatsanleihen (JBGs) bedroht neben den Versicherungen auch die Banken des Landes. Sie haben beachtliche 90 Prozent ihres haftenden Eigenkapitals (Tier 1) in JGBs angelegt. Allein die Bank of Tokyo-Mitsubishi, die größte Bank des Landes, hält JGBs im Volumen von umgerechnet 485 Milliarden Dollar. Angesichts dieser Größenordnungen führt ein Abbau dieser Positionen zwangsläufig zu Einbrüchen der Anleihekurse. Auch die massiven Anleihekäufe der BoJ konnten den Kurseinbruch bisher nicht stoppen. Die Notenbank müsste ihre Kaufoperationen also noch dramatischer ausweiten, wenn sie den Anstieg der Zinsen aufhalten will. Die Dimensionen in Japan sind vielen blauäugigen Investoren offenbar nicht ganz bewusst. Wenn nur die Bank of Tokyo-Mitsubishi ihre JGB-Bestände abladen wollte und diese Bestände bei der BoJ landeten, dann hätte sich die Bilanzsumme der Notenbank auf einen Schlag um fast 50 Prozent erhöht.

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Nach Berechnungen der BoJ führte ein paralleler Anstieg der Marktrenditen für japanische Staatsschulden um 100 Basispunkte bei japanischen Großbanken zu Bewertungsverlusten in Höhe von zehn Prozent des Tier-1-Kapitals, bei den Regionalbanken gar von 20 Prozent. Bedrohlich würde es dann auch für die japanische Regierung und die Altersversorgung vieler Japaner. Der 1130 Milliarden Dollar schwere Government Pension Investment Fund (GPIF) hat 60 Prozent seines Anlagevermögens in JGBs investiert. Bei einem Renditeanstieg zehnjähriger JGBs von aktuell 0,84 Prozent auf 2,2 Prozent müsste die japanische Regierung 80 Prozent der Staatseinnahmen für Zinszahlungen aufwenden. Japan wäre fix und fertig, also zahlungsunfähig.

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