Volcker-Rule: Weg mit dem Eigenhandel der Banken!

KommentarVolcker-Rule: Weg mit dem Eigenhandel der Banken!

von Hauke Reimer

Dass Banken auf eigene Rechnung Wertpapiere handeln, ist schädlich und gefährlich, im Zweifel trägt der Steuerzahler das Risiko. Warum Europa es den USA gleichtun sollte.

Paul Volcker hat einen Etappensieg errungen. Der Ex-US-Notenbankchef findet Banken zu groß und zu gefährlich – und will sie deshalb auseinandernehmen. Die einzige sinnvolle Innovation, die Banken in den letzten 20 Jahren zustande gebracht haben, sei der Geldautomat, hat Volcker mal gesagt. Ab Mitte 2015 soll nun die Volcker-Rule gelten. US-Banken dürfen dann nicht mehr auf eigene Rechnung mit Wertpapieren handeln. Das macht Sinn. Zum einen besteht immer das Risiko, dass, falls im Eigenhandel einer Großbank mal etwas gewaltig schief läuft, der Steuerzahler die Bank heraushauen muss. Zum anderen schaden diese Geschäfte viel mehr, als sie nützen. Warum?

Der Eigenhändler einer Bank kauft zum Beispiel Aktien, um sie teurer zu verkaufen. Den Gewinn bekommt die Bank, der Eigenhändler steigert seinen Bonus. Wie aber macht er Gewinn? Entweder er wettet und hat Glück – darauf aber kann sich niemand verlassen. Kommt das Pech, erhöht er die Einsätze, um Verluste wieder reinzuholen. Berühmte Eigenhändler waren: Nick Leeson (Barings, 825 Millionen Pfund Verlust), Kweku Adoboli (UBS, minus 2,3 Milliarden Dollar), Jérôme Kerviel (Société Générale, minus 4,8 Milliarden Dollar). Noch Fragen?

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Ökonomen-Kritik an laschen Regeln Die Mär von der harten Bankenregulierung

Politiker in den USA und der EU wollen die Banken an die Kandare nehmen – sagen sie zumindest. Jüngstes Beispiel ist die Volcker-Regel. Doch Ökonomen halten die Regulierungs-Vorschläge für „wirkungslose Kosmetik.“

Der Financial District in New York. Quelle: Reuters

Ein Händler, der mit Geld der Bank spekuliert, kann nur besser als andere sein, wenn er bessere Informationen hat. Informationen „aus dem Markt“, sagen die Banken, „er kann Daten besser einschätzen, weil er viel Erfahrung und tolle Systeme hat“.

Doch das stimmt nicht. Informationen kommen oft aus anderen Bereichen der Bank. Investmentbanker wissen, wer wen übernehmen will; Analysten empfangen von Industriemanagern Signale, wie deren Geschäfte laufen; Händler, die Kundenaufträge ausführen, bekommen mit, dass ein Fonds massiv kaufen will und der Kurs steigen wird. Und all das sollen Banker, die vor allem an ihren Bonus denken, nicht zum eigenen Vorteil nutzen?

Mauer mit Löchern

Offiziell ist es verboten, diese Daten zu nutzen. Chinesische Mauern trennen die Bank-Abteilungen. Immer wieder aber poppen an der Börse Skandale auf, die Zweifel an diesen Mauern aufkommen lassen. Gelegenheit macht Diebe – und warum sollte man Bankern Gelegenheiten verschaffen? Volkswirtschaftlich macht der Eigenhandel keinen Sinn. Also weg damit!

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Damit die Banken ihn nicht nur ausgliedern, soll ihnen in den USA auch gleich noch verboten werden, sich an Hedgefonds und anderen Heuschrecken-Konstrukten zu beteiligen. Das Verbot umgehen können sie künftig nur noch, indem sie behaupten, dass die Eigengeschäfte noch irgendwas mit Kundenaufträgen zu tun haben. Die Lücke werden sie weidlich nutzen, genauso wie die Chance, diese Geschäfte künftig außerhalb der USA zu betreiben, etwa aus London. In Europa sind die Regulierer längst nicht so weit.

Hier soll der Eigenhandel zwar vom normalen Bankgeschäft mit Einlagen und Krediten getrennt werden, doch noch gibt es dazu nicht mal einen Gesetzentwurf.

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