Von Kostolany bis Gordon Gekko: Wahrheitscheck für Börsenweisheiten

Von Kostolany bis Gordon Gekko: Wahrheitscheck für Börsenweisheiten

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Gordon Gekko (gespielt von Michael Douglas), Börsenstar ohne Skrupel, sagt im Hollywood-Hit "Wall Street" von 1988: „Gier ist gut. Gier ist richtig. Gier funktioniert.“ Echte Börsengurus klingen anders.

von Andreas Toller

Nie in fallende Messer greifen, Schlaftabletten nehmen, keiner Straßenbahn hinterherlaufen: Populäre Börsenleitsätze sind oft bildhaft und einprägsam, aber heutzutage auch weise Ratgeber? Eine Buchrezension.

„Werde nie emotional wegen einer Aktie“, sagte einst die Filmfigur Gordon Gekko im Kinohit „Wall Street“ von 1988. Das dürfte den meisten Zuschauern sofort eingeleuchtet sein, ist ja auch nicht sonderlich originell. Sprüche des fiktiven Starinvestors á la „Gier ist gut. Gier ist richtig. Gier funktioniert“ haben es in die Annalen der Filmgeschichte geschafft. Sie stehen für den von Michael Douglas verkörperten skrupelosen Spekulanten Gekko. Für Anleger aber sind sie keine brauchbare Devise für die Geldanlage, egal wie faszinierend Hollywood diesen Anlegertypus präsentiert. Denn eine andere, weithin bekannte und akzeptierte Börsenweisheit besagt: „Gier frisst Hirn.“ Dazu passt Gekkos erster Ratschlag schon wieder besser.

Aber es gibt durchaus ernstzunehmende Börsenweisheiten, die ähnlich bekannt sind wie der Hollywoodstreifen. Sie klingen jedoch ganz anders als bei Gekko. Einige sehr bekannte etwa lauten: „Greife nie in eine fallendes Messer“, „Hin und her macht Taschen leer“, „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ oder „Politische Börsen haben kurze Beine“.

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Und es gibt außerdem geflügelte Worte realer Starinvestoren und -ökonomen, die sich viele Anleger längst zu eigen gemacht haben. Etwa die Prinzipien erfolgreicher und zugleich verehrter Investoren wie die eines André Kostolany oder eines Warren Buffett, die ihre Erfahrungen im Börsenhandel und der Geldanlage in griffige Metaphern zu kleiden verstanden.

Buchcover "Sell in May and go away?"

Neu auf dem Büchermarkt: Jessica Schwarzer, "Sell in May and go away - Was die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co. heute noch taugen", erschienen im Dezember 2013 im Börsenbuchverlag. Weitere Informationen gibt es hier.

(Für eine vergrößerte Ansicht bitte auf das Bild klicken.)

Aber die meisten dieser Börsenweisheiten waren bereits populär, als die Börsenwelt noch eine andere war. Der Handel mit Wertpapieren war längst nicht so international und permanent aufnahmebereit, die Wirtschaft nicht in dem Maße globalisiert, die Computer hatten im Geschäft mit Aktien und anderen Wertpapieren noch nicht das Sagen. Auch die Schuldenberge der Staaten waren weniger groß, die Währungen weniger aufgebläht und es gab viel weniger Aktien und schon gar keine zweifelhaften Finanzprodukte wie „Credit Default Swaps“ oder Zertifikate, die Börsenguru Buffett einst als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnete - was ihm prompt ein Filmzitat in „Wall Street II“ einbrachte. Es drängt sich also eine Frage auf: Taugen die alten Anlegerregeln, die wie Sinnsprüche daherkommen, heute überhaupt noch?

Jessica Schwarzer, Ressortleiterin Finanzen bei Handelsblatt Online, hat darüber ein Buch geschrieben. In "Sell in May and go away - Was die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co. heute noch taugen" hat sie 20 dieser verbreiteten Leitsätze auf den Zahn gefühlt und sie auf ihre Gültigkeit in den krisengeplagten, turbulenten Zeiten der vergangenen Jahre hin geprüft. Viele beinhalten brauchbare, aus der Erfahrung gespeiste Wahrheiten, die auch Börsenneulingen wertvolle Leitlinien für erfolgreiche Investments an die Hand geben. Einige jedoch sind für die praktische Geldanlage wenig hilfreich, einzelne sogar irreführend.

Günstig kaufen, teuer verkaufen

Beispiel gefällig? „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind und sei ängstlich, wenn andere gierig sind“ etwa stammt von Warren Buffett. Der Starinvestor und zugleich einer der reichsten Menschen auf diesem Planeten ist ein Value-Investor, das heißt es geht ihm um den Wert eines Unternehmens. Der Satz beschreibt auf einfache Weise seine erfolgreiche Strategie: Er investiert in Unternehmen von hohem Wert, mit solidem Geschäftsmodell und guten Aussichten nur dann, wenn die Börse ihnen wenig zutraut und der Kurs somit niedriger ist, als es dem Unternehmenswert nach angemessen wäre.

Manchmal wartet Buffett viele Jahre oder auch Jahrzehnte, bis die Börse den Wert des Unternehmens erkannt hat und die Kurse steigen. Steigt die Aktie allzu stark im Wert, weil andere Anleger sich gierig darauf stürzen, zieht er sich aus der Aktie wieder zurück.

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