Vor der Fed-Entscheidung: So geht es der US-Wirtschaft

Vor der Fed-Entscheidung: So geht es der US-Wirtschaft

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Fed-Chefin Janet Yellen.

von Saskia Littmann und Tim Rahmann

Am Mittwochabend entscheidet die US-Notenbank erneut über den Leitzins, das Anleihekaufprogramm dürfte eingestellt werden. Was das bedeutet und wie die US-Wirtschaft insgesamt dasteht.

Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwochabend erneut über ihre geldpolitische Richtung. Geht sie weiter turnusgemäß vor, dürfte sie das Ende ihres Anleihekaufprogramms verkünden. Noch ist eine Zinserhöhung allerdings unwahrscheinlich. Ein Blick auf die wirtschaftliche Situation zeigt die Gründe. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur heutigen Entscheidung.

Wie geht es der US-Wirtschaft?

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Die größte Volkswirtschaft der Welt befindet sich auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Der Einbruch des Wachstums im ersten Quartal 2014 – damals ging das BIP im Vergleich zum Vorquartal um satte 2,9 Prozent nach unten – war eine Wachstumsdelle, so viel steht heute fest, kein nachhaltiger Einbruch.

Der starke Winter hatte damals die Wirtschaft abgewürgt. Im zweiten Quartal wuchsen die USA um 4,6 Prozent. Auch der Arbeitsmarkt zeigt eine positive Entwicklung und nähert sich mit einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent dem Niveau von vor der Rezession.

„Die USA stehen wirtschaftlich so gut da wie noch nie unter US-Präsident Barack Obama“, sagt Martin Thunert, Dozent und Politikwissenschaftler am „Center for American Studies“ der Universität Heidelberg. Und auch der Trend ist positiv. Thunert glaubt, dass Obama sein Land wirtschaftlich in einem „sehr guten Zustand“ übergeben wird.

Biografische Daten der Fed-Chefin

  • Name

    Janet L. Yellen

  • Alter und Geburtsort

    67 Jahre; Brooklyn, New York

  • Ihre Vision

    „Ich hoffe und vertraue darauf, dass die Tage des 'Niemals-Erklärens, Niemals-Entschuldigens' für immer vorbei sind und dass die Federal Reserve es fortsetzt, die Früchte des deutlichen Erklärens ihrer Handlungen gegenüber der Öffentlichkeit zu ernten.“ (Janet Yellen bei einer Rede vor der Gesellschaft amerikanischer Wirtschaftsredakteure und Autoren am 4. April 2013)

  • Ausbildung

    Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

  • Berufserfahrung

    Seit 2010 stellvertretende Präsident der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

  • Familie

    Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt ein Wirtschaftsausblick der Unternehmensberatung Deloitte. Dort heißt es: „Im internationalen Handel überwogen die Importe, doch privater Verbrauch, Anlageinvestitionen und Lagerbestände tragen zur positiven Gesamtentwicklung bei. Dies lässt ein starkes zweites Halbjahr erwarten, das 2015 seine Fortsetzung finden kann.“

Was könnte den guten Trend gefährden?

Die weltweite Konjunktur. Während sich die USA langsam wieder den Ruf einer Konjunkturlokomotive erarbeiten, lahmt das Wachstum in Deutschland, in Europa und auch in den Schwellenländern. Das führt auch in den Vereinigten Staaten von Amerika zu einer gewissen Nervosität.

Zu sehen ist das an der Zahl der Aufträge in den USA für langlebige Güter. Sie ist im September überraschend zurückgegangen. Die Bestellungen für Güter mit einer erwarteten Lebensdauer von mindestens drei Jahren gingen um 1,3 Prozent zurück, so das Handelsministerium in Washington.

„Die Firmen scheinen sich Gedanken zu machen – nicht so sehr über das Wachstum in den Vereinigten Staaten, sondern über das Wachstum weltweit; deshalb sind sie sehr vorsichtig“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Nariman Behravesh, Chefvolkswirt bei IHS Inc. in Lexington, Massachusetts.

Internationale Aktienmärkte Den Börsen droht der Ausverkauf

Auch in den USA brechen die Inflationserwartungen ein, die Börsen wackeln. Um sie zu stützen, bräuchte es wohl mehr als 200 Milliarden Dollar pro Quartal - aber selbst die Aussicht darauf dürfte nicht reichen.

Ein Börsenhändler an der Börse in New York Quelle: dpa

Was erwarten Anleger von der Fed?

Dass die US-Notenbank ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm wie geplant beenden wird, gilt unter Marktteilnehmern als sehr wahrscheinlich. Eher wäre es als negativ zu bewerten, wenn das Ende des Programms hinausgezögert würde. Denn das würde andeuten, dass Fed-Chefin Janet Yellen und ihre Kollegen mit der konjunkturellen Lage unzufrieden sind beziehungsweise schwere Risiken auf die US-Wirtschaft zurollen sehen. Die entscheidende Frage ist allerdings, wann die Fed erstmals wieder die Zinsen erhöhen könnte.

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