Vorbörsliche Plattform für Start-ups: Kein neuer Neuer Markt

Vorbörsliche Plattform für Start-ups: Kein neuer Neuer Markt

, aktualisiert 25. November 2014, 16:07 Uhr
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Zentrale der Deutschen Börse

von Christof Schürmann

Ein Börsensegment für Start-ups ist schon vor der Geburt tot. Die Deutsche Börse plant stattdessen eine vorbörsliche IPO-Plattform. Doch auch die wird die tiefliegenden Probleme der deutschen Gründerszene nicht lösen.

Der Berg sollte kreißen, so viel war bisher klar, am 18. Dezember, in der Scharnhorststraße 34-37 in Berlin. Zu diesem Termin hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Chef der Deutschen Börse Reto Francioni in sein Ministerium eingeladen. Im Schlepptau mit Vertretern großer Geldhäuser wie der Deutschen Bank und Lobbyisten von Firmengründern sollte dann eigentlich festgezurrt werden, wie und wann es denn werden könnte mit einem neuen Aktiensegment für junge Unternehmen, ein Neuer Markt für Börsengänge (Initial Public Offering/IPO) also.

Gut gewählter Beerdigungstermin

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Doch seit diesem Dienstag ist der neue Neue Markt bereits gestorben. Andreas Preuß, stellvertretender Chef der Deutsche Börse, hatte sich für den Beerdigungstermin eine gebührende Großveranstaltung ausgesucht. „Wir glauben, dass die Schaffung eines Börsensegments allein nicht das bestehende Finanzierungsproblem löst“, sagte Preuß am Dienstag auf dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt.

Dort präsentieren sich bis einschließlich Donnerstag mehr als hundert börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmen (Übersicht), gerechnet wird mit mehreren Tausend Besuchern.  Besonders die nichtbörsennotierten Firmen dürften sich ob der Aussage von Preuß erst einmal geschüttelt haben. "Ich bedauere diese Entscheidung und halte sie auch für falsch", sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Dienstag in Berlin. Sie werde dazu beitragen, dass sich junge Unternehmen noch stärker in die USA orientierten. Deutschlands größten Börsenbetreiber forderte er auf, seine Entscheidung zum "Markt 2.0" zu überdenken. Doch ganz allein will der Deutsche-Börse-Vize-Chef Start-ups nicht lassen: „Die Finanzierungssituation deutscher Wachstumsunternehmen beschäftigt uns gleichwohl.“ 

Lächerlich wenig Venture Capital

Denn Deutschland hat ein Zukunftsproblem:  Die Investitionen in Start-ups sind traditionell extrem niedrig. Nach jüngsten Zahlen zum ersten Halbjahr 2014 flossen geradezu lächerliche 285 Millionen Euro an Venture Capital. Das hat der Bundesverband Deutscher  Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in Berlin ermittelt. Zum Vergleich: Nach neuesten Daten zum 30. September schaufelten Wagniskapitalgeber US-Start-ups 18,8 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro) in die Bilanz – binnen dreier Monate seit 1. Juni. 

Gründer in Los Angeles, New York oder Boston erhielten im Vergleich zu ihren Pendants aus Berlin, München oder Heidelberg also das 53-fache an Kapital in der Hälfte der Zeit.  „Die Finanzierungssituation deutscher Wachstumsunternehmen lässt sich in fünf Worten zusammenfassen: Es gibt zu wenig Wagniskapital“, so Deutsche-Börse-Vize Preuß. Dieses „unzureichende Angebot für die Wachstumsfinanzierung“ sei „die gravierendste Schwäche des deutschen Innovationssystems“.

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