Währung klettert: Euro-Hoch dank Hoffnung auf Krisenlösung

Währung klettert: Euro-Hoch dank Hoffnung auf Krisenlösung

, aktualisiert 28. November 2011, 17:04 Uhr
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Die Anleger ignorieren, dass die Chancen auf IWF-Hilfe für Italien von Analysten als eher gering eingestuft werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Hoffnungen auf eine Lösung der Euro-Krise haben der Gemeinschaftswährung einen Aufwind beschert. Auch am Rentenmarkt gab es Entspannung - trotz des IWF-Dementis, das kriselnde Italien mit Krediten unterstützen zu wollen.

FrankfurtHoffnungen auf eine Lösung der Euro-Krise haben am Montag den Euro angetrieben. Die Gemeinschaftswährung kletterte um etwa eineinhalb Cent auf Kurse knapp unter 1,34 Dollar. Dabei ignorierten die Anleger, dass die Chancen auf IWF-Hilfe für Italien von Analysten als eher gering eingestuft werden.

Ein Sprecher des Internationalen Währungsfonds (IWF) dementierte einen Bericht der italienischen Zeitung „la Stampa“, wonach der Fonds Hilfen im Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro für die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone erwägt. „Der IWF hat gar nicht so viel Geld zur Verfügung, aber die Anleger setzen offenbar trotzdem drauf“, sagte Klaus Göltitz, Händler bei MM Warburg. „Ich vermute, das ist nur ein Zwischenhoch für den Euro.“

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Die Gemeinschaftswährung war in der vergangenen Woche nach einer schlecht gelaufenen Auktion deutscher Staatspapiere unter Druck geraten. Viele Marktteilnehmer hätten die etwas bessere Stimmung zum Wochenanfang für die Eindeckung von Positionen benutzt, erklärte ein Händler in London. Auslöser dafür sei auch der Rückgang der Renditen italienischer, belgischer und französischer Staatsanleihen gewesen. Italien und Belgien zapften am Montag die Finanzmärkte für frisches Geld an.

Der Verkauf inflationsindexierter Anleihen im Volumen von 567 Millionen Euro durch Italien stieß auf rege Nachfrage, die Papiere mit einer Rendite von 7,3 Prozent waren 2,16-fach überzeichnet. Auch Belgien zapfte den Kapitalmarkt an und brachte Papiere mit Laufzeiten von bis 2041 durchweg mit Renditen von unter sechs Prozent an den Mann. Dies drückte die Renditen am Sekundärmarkt etwas.


Anleger setzen auf Reform der Euro-Zone

Auch die Kosten für die Kreditausfallversicherungen (CDS - Credit Default Swap) italienischer, belgischer, spanischer, französischer und auch deutscher Anleihen gaben wieder etwas nach. Händler erklärten, viele Marktteilnehmer setzten trotz aller Widrigkeiten auf eine Lösung der Euro-Krise. Reuters erfuhr von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person, dass die Kontakte des IWF zur Regierung in Rom verstärkt worden seien. Von offizieller Seite verlautete aus Rom, von einer Anfrage Italiens nach Hilfen wisse man nichts. „Die Medienberichte vom Wochenende deuten darauf hin, dass Deutschland und Frankreich strengere Stabilitätskriterien vorstellen wollen, die eine Änderung der Verträge umgeht“, sagte Markit-Analyst Gavan Nolan.

Ein Bericht der Zeitung „Die Welt“, wonach die Bundesregierung mit fünf besonders kreditwürdigen Euro-Ländern - Frankreich, Finnland, die Niederlande, Luxemburg und Österreich - gemeinsame Anleihen erwägt, spielte kaum eine Rolle. „Elite-Bonds würden den Euro-Rentenmarkt teilen. Sollte das Geld aus den Elite-Bonds zur Unterstützung von Staaten wie Italien oder Spanien genutzt, wäre es dasselbe wie der EFSF“, erklärte Commerzbank-Analyst Rainer Guntermann.

Wenig gefragt waren am Montag Bundesanleihen und US-Papiere, für die die Renditen weiter anzogen. So wurden die zehnjährigen Bundesanleihen mit 2,252 nach 2,216 Prozent am Freitag verzinst. Viele Anleger hätten sich vor dem langen Thanksgiving-Wochenende in den USA mit US-Anleihen eingedeckt, die sie nun wieder verkauften. Zudem nehme angesichts der wieder steigenden Kurse an den Aktienmärkten die Risikoaversion etwas ab.

Laut Händlern hängt die Euro-Kursentwicklung derzeit vor allem von der Lage an den Rentenmärkten ab. Sollte eine der noch für den Wochenverlauf geplanten weiteren Auktionen - unter anderem stehen Frankreich und Spanien am Kreditmarkt Schlange - enttäuschend verlaufen, könnte es mit dem Euro rasch wieder nach unten gehen, warnte ein Händler.

Quelle:  Handelsblatt Online
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