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Währungen: Alternativen zum Euro

von Ulrich W. Hanke

Der Euro wird seine mehr als ein Jahr anhaltende Talfahrt wahrscheinlich fortsetzen. Die Gründe dafür sind nicht nur die Eurokrise und die Angst vor dem Ende für die Gemeinschaftswährung, der Grund sind vor allem Spekulationen. Welche Alternativen es für Anleger gibt.

Yen-Scheine Quelle: REUTERS
Schon der Yen ist Opfer sogenannter Carry Trades geworden Quelle: REUTERS

Japan kann ein Lied davon singen. Carry Trades haben den Wechselkurs des Yen jahrelang gedrückt, ganz abgekoppelt von fundamentalen Wirtschaftsdaten. Bei diesen Trades nehmen Investoren Kredite zu niedrigen Zinsen in Yen oder eben in Euro auf und investieren das Geld in höherverzinste Währungen – etwa aktuell in australische Dollar. Ist die Spirale erst einmal in Gang gesetzt, ist es schwer sie zu stoppen. Gewinner sind die Währungen, in die investiert wird. Sie werden zusätzlich aufgewertet, stärker. (Was jedoch die heimische Wirtschaft gefährden kann, sollte sie viel exportieren.)

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Die Weltwährung US-Dollar wird Experten zufolge von der Eurokrise allerdings nicht profitieren können – jedenfalls nicht langfristig. "Bis Ende 2012 könnte der Dollar sogar zur weicheren Währung werden, falls die US-Notenbank aufgrund der Wachstumsverlangsamung die Dollar-Liquidität ausweitet oder falls ein erneutes Gerangel um die US-Schuldenobergrenze die Anleger verunsichert", glauben etwa die Analysten der Schweizer Bank Sarasin. Ihre Heimatwährung, der Franken, ist ebenfalls keine wirkliche Alternative, wenn es nach den Bankern aus Basel geht. "Die Schweizerische Nationalbank wird an der Untergrenze des Eurokurses festhalten und eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken verhindern." Auch die Dänische Krone ist an den Euro gekoppelt. Was bleibt?

Schweden und Norwegen gelten als sicherer Hafen

Der Wert des Euros schmilzt - so sehen derzeit viele Experten die Zukunft des Euros. Die Probleme der Währungsunion, insbesondere in den Staaten Portugal, Italien, Spanien und Griechenland sorgen für die pessimistischen Prognosen. Doch wie sich der Euro gegenüber anderen Währungen wirklich geschlagen hat, kann nur ein Blick auf die Zahlen verraten.

Alle Kursangaben zeigen die Veränderung seit Jahresanfang.

Bild: dpa

Die „guten“ Währungen sind im hohen Norden Europas zu finden. Der Wechselkurs der Schwedischen Krone notiert gegenüber dem Euro auf dem niedrigsten Niveau seit elf Jahren. Ist also stark aufgewertet worden. Der Grund dafür sind die gesunden Staatsfinanzen der Schweden. Schweden und sein Nachbarland Norwegen haben schließlich auch die höchsten Bonitätsnoten der Ratingagenturen inne: Aaa bei Moody`s und AAA bei S&P. Sie gelten als sicherer Hafen. Kleinanleger können auf diese etwa ganz simple per Fremdwährungskonto setzen.

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Und Bundesanleihen? Die Rendite von zehn Jahre Laufenden liegt bei 1,3 Prozent. Der Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank auf 0,75 Prozent sei Dank. Zum Vergleich: Spaniens 10-Jährige rentieren mit sieben Prozent. Sechsmonatige Bundesschatzanweisungen versteigerte der Deutschland sogar mit einer negativen Rendite von minus 0,034 Prozent. Und als wäre das nicht genug: EZB-Präsident Mario Draghi kann sich offenbar auch noch weitere Zinssenkungen vorstellen, wie er jüngst durchblicken ließ. Die Carry Trader freuen sich.

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