Währungen: Was die Krise in den Schwellenländern für den Euro bedeutet

Währungen: Was die Krise in den Schwellenländern für den Euro bedeutet

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Aus Schwellenländern wie Indien fließt derzeit massenweise Kapital ab. Zumindest vorübergehend profitiert Europas Gemeinschaftswährung.

von Saskia Littmann

Investoren ziehen große Mengen an Kapital aus Schwellenländern wie Indien oder Brasilien ab, einige fürchten bereits den nächsten Crash. Der Euro dürfte davon profitieren - allerdings nur vorübergehend.

Die Spur des billigen Notenbankgeldes hinterlässt einen tiefen Krater an den internationalen Devisenmärkten. Denn Investoren machen derzeit eine Rolle rückwärts und ziehen das viele Geld, welches sie einst in die Schwellenländer gepumpt haben, wieder ab.

Aus Angst vor einem Ende der lockeren Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed holen Investoren ihr Geld aus Ländern wie Brasilien, Indien oder Argentinien massenweise zurück. Allein innerhalb der letzten zwei Monate hat der Euro gegenüber dem Real um über 22 Prozent aufgewertet. Besonders hart trifft der Kapitalentzug zur Zeit Indien: allein seit Ende Juli hat die Rupie neun Prozent an Wert verloren. Der Euro kletterte zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch von über 86 Rupien. Die Zentralbank will ihre Währung jetzt mit Hilfe von Anleihekäufen stärken. Auch die Aktienmärkte der Schwellenländer leiden unter den Kapitalabflüssen. Der indische Aktienmarkt gab am Mittwoch zeitweise um 2,5 Prozent nach. Der MSCI-Aktienindex für den asiatischen Raum ist seit Mai um mehr als sieben Prozent gefallen.

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Zur Erinnerung: Auf dem Höhepunkt der Finanz- und Schuldenkrise in den USA und in Europa schaufelten Investoren das von den Zentralbanken in den Markt gepumpte Geld massenhaft in die Schwellenländer – das Vertrauen in die Industrienationen war weg. Insbesondere Brasilien verzeichnete aufgrund der offenen Kapitalmärkte und attraktiven Zinsen besonders hohe Zuflüsse. Die Folge: Der brasilianische Real wertete so stark auf, dass die Brasilianer Angst um ihre Exporte hatten, erst eine Steuer auf Kapitalzuflüsse konnte die Gemüter beruhigen.

Die BRIC-Staaten schwächeln

  • China

    BIP-Wachstum 2010: 10,4 Prozent

    BIP-Wachstum 2013 (Prognose): 7,8 Prozent

    Quelle: IWF

  • Indien

    BIP-Wachstum 2010: 11,2 Prozent

    BIP-Wachstum 2013 (Prognose): 5,6 Prozent

  • Russland

    BIP-Wachstum 2010: 4,5 Prozent

    BIP-Wachstum 2013 (Prognose): 2,5 Prozent

  • Brasilien

    BIP-Wachstum 2010: 7,5 Prozent

    BIP-Wachstum 2013 (Prognose): 2,5 Prozent

Manche fürchten Börsencrash

Zwar fließt das Kapital schon seit einigen Wochen vor allem aus den asiatischen Ländern ab, mittlerweile hat sich die Situation allerdings so zugespitzt, dass einige Beobachter bereits einen neuen Börsencrash fürchten. „Das Auge des Sturms liegt direkt über den Märkten der Schwellenländer“, sagt Stephen Jen vom Londoner Hedgefonds SLJ Macro Partners. Der frühere Devisenstratege von Morgan Stanley fürchtet, dass es jetzt für Asien ernst werden könnte, nachdem die Krise in den USA und Europa abgeflaut ist.

Auch Andrew Swan vom Vermögensverwalter Black Rock ist pessimistisch. „Der Rückenwind, den Asien in den vergangenen fünf bis zehn Jahren verspürt hat, verliert an Kraft und wird in manchen Fällen sogar zum Gegenwind“, so Swan. Nun räche sich, dass das gute Wachstum der letzten Jahre nicht für strukturelle Reformen genutzt wurde.

Aber handelt es sich bei den Kapitalabflüssen aus den Schwellenländern hauptsächlich um Spekulation auf eine strengere Geldpolitik der US-Notenbanker, oder sind die fundamentalen Daten in Indien, Brasilien oder Russland so schwach, dass die Investoren ihr Geld zu Recht abziehen?

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