Währungsrechner: So macht der „Brexit“ den Urlaub günstiger

Währungsrechner: So macht der „Brexit“ den Urlaub günstiger

, aktualisiert 25. Juni 2016, 11:18 Uhr
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Nach dem „Remain“-Voting hat sich das britische Pfund verteuert.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Das war knapp. Doch der „Brexit“ könnte auch einen Vorteil haben – zumindest für Großbritannien-Urlauber, die sich nun über ein günstiges Pfund freuen können. Wo es günstige Wechselkurse gibt, zeigt das Tool der Woche.

FrankfurtVieles hätte dafür gesprochen zu hoffen, dass Großbritannien Mitglied der Europäischen Union bleibt. Allein, das abgestürzte Pfund kommt aktuell recht gelegen – so dürften es zumindest all jene sehen, die bald ihren Urlaub im Vereinigten Königreich verbringen möchten. Nachdem die Wahllokale am Donnerstagabend geschlossen hatten, machte das Pfund regelrecht einen Satz nach oben, die Prognosen sahen die EU-Befürworter vorn. Doch nach Auszählung aller Stimmen ist klar: Die Briten wollen die Union verlassen und das hat ihre Währung auf 1,23 Euro abstürzen lassen – so wenig wie zuletzt im Frühjahr 2014. Noch gravierender ist der Absturz gegenüber dem Dollar. Die Amerikaner müssen derzeit nur 1,35 Dollar für ein Pfund zahlen, das gab es zuletzt bei einem Crash in den 1980ern.

„Weil der Markt auf dem falschen Fuß erwischt wurde, hat das Pfund stark abgewertet. Aber auch der Euro und die skandinavischen Währungen kamen unter Druck und die typischen „sicheren Häfen“ Yen und Franken konnten zulegen“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Panisch habe hat der Devisenmarkt bisher aber nicht reagiert. Er meint zudem: „Wir gehen davon aus, dass die Stabilisierung des Pfunds zunächst nicht die erste Priorität der Bank of England sein wird, da sie kaum versuchen wird, in ein fallendes Messer zu greifen.“

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Ab dem kommenden Montag sind bereits in fünf deutschen Bundesländern Sommerferien. Das heißt: Die Urlaubssaison beginnt. Bei der Reiseplanung sollte man nicht nur die Kosten für Anfahrt und Unterkunft berücksichtigen, sondern auch die Wechselkurse. Wer einen Urlaub an der Küste Cornwalls, in den schottischen Highlands oder in der Londoner City plant, kann seit dem „Brexit“-Votum wieder mit einem etwas kleineren Budget kalkulieren.

Ein echtes Währungsschnäppchen ist das noch nicht und die sind auch schwer zu finden. Einst zählten die USA dazu. Manch Reisender erinnert sich wohl wehmütig daran, dass ein Euro mal um die 1,40 oder gar 1,50 Dollar kostete. Aktuell sind es gerade mal rund 1,13 Dollar. Das heißt: In den USA einzukaufen ist für Bürger der Euro-Zone heute teurer als ein paar Jahren. Ähnlich sieht es in Ländern aus, deren Währungen an den Dollar gekoppelt sind – zum Beispiel der Bahamas- und Barbados-Dollar, die Antillen-Gulden oder das Libanesische Pfund.

Als teures Reiseland galt schon immer die Schweiz. Seitdem die Schweizer Nationalbank im Januar den Mindestkurs von 1,20 Franken für einen Euro aufgegeben hat, wertete die Währung stark auf. Aktuell kostet ein Euro etwa 1,08 Franken. Auch das heißt, dass der Einkauf mit Euro in dem Alpenstaat teuer ist.

Die aktuellen Kurse zwischen allen Ländern der Welt können etwa mit dem Währungsrechner auf Handelsblatt Online berechnet werden.


Was ein „deutscher“ Euro im Urlaub wert ist

Um zu entscheiden, ob ein Reiseland günstig ist, genügt aber nicht allein der Blick auf die Wechselkurse. Von großer Bedeutung ist auch die Entwicklung der Preise vor Ort. So ist Polen innerhalb der Euro-Zone ein besonders günstiges Land. Deutsche Touristen können sich dort für einen Euro Waren und Dienste leisten, die zu Hause 1,91 Euro kosten würden. Das geht aus der Statistik der OECD über die Kaufkraft des „deutschen“ Euro hervor (Stand: April 2016).

Besonders viel Leistung für ihr Geld bekommen Deutsche auch in Ungarn (1,78 Euro), Mexiko (1,73 Euro) sowie in der Türkei. Mit einem Gegenwert von aktuell 1,65 Euro ist das Urlaubsland im Vergleich zum Vorjahr (1,59 Euro) sogar noch günstiger geworden.


In Großbritannien allerdings müssen die deutschen Urlauber bei ihrer Kaufkraft Abstriche machen. Sie müssen dort einen Euro für Waren zahlen, die zu Hause nur 82 Cent kosten würden. In den kommenden Monaten könnte sich das jedoch ändern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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