
New YorkVor dem „September der Entscheidungen“ mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit des Rettungsschirms ESM und dem Treffen der Euro-Finanzminister werden sich die Aktienmärkte kaum bewegen. Marktteilnehmer gehen davon aus, das technische Impulse das Marktgeschehen bestimmen dürften. In der abgelaufenen Woche schloss der breiter gefasste S&P-500 mit 1.418 Zählern nahezu auf einem Niveau, welches der Index zuletzt vor der Finanzkrise im Juni 2008 erreicht hatte. Da die Marke von 1.400 Punkten mehrere Tage nicht unterschritten wurde, hat dieses Niveau nach Einschätzung von Analyst Frank Cappelleri nun technische Unterstützung bekommen.
Eine bis dato blasse Bilanzsaison dürfte kaum noch für Bewegung am Markt sorgen. Das Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve, das am Mittwoch veröffentlicht wird, wird damit den Höhepunkt einer ansonsten nachrichtenarmen Woche bilden. "Die Fed-Minutes sind nützlich, da sie der Diskussion etwas Futter geben", sagte Portfolio-Manager Lawrence Creatura von Federated Clover Investment Advisors. Der Bericht könnte somit Impulse geben. Klarheit über weitere Konjunkturhilfen erwarten sich Anleger dann von der Konferenz der Zentralbanken in Jackson Hole Ende des Monats.
Bezeichnend für den August sind die niedrigen Umsätze - auch ein Zeichen für die Schwäche der jüngsten Rally. Die vergangene Woche zählte zwei Tage mit den niedrigsten Volumina in diesem Jahr. "Bis zum Labour Day am 3. September in den USA werden die Umsätze niedrig bleiben", sagte Jörg Rahn von der Privatbank Marcard, Stein & Co. Legt man den Volatilitätsindex der Wall Street VIX zugrunde, brauchen sich die Investoren keine Sorgen zu machen. Der Angst-Index schloss am Freitag auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren.
Die Berichtssaison läuft langsam aus. Die meisten internationalen US-Konzerne habe bereits Einblick ins abgelaufene Quartal gegeben, trotzdem präsentieren in der kommenden Woche noch mehr als die Hälfte der im S&P notierten Unternehmen ihren Geschäftsbericht. Höhepunkte dürften die Zahlen von Dell und Best Buy am Dienstag sowie Hewlett Packard am Mittwoch darstellen.



















