Wall Street: US-Banken vor Schrumpfkur

KommentarWall Street: US-Banken vor Schrumpfkur

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Im Jahre 2011 verlor der Bankenindex 23 Prozent. Auch 2012 sollten Anleger statt in große Institute wie die Bank of America, besser in kleine Geldhäuser investieren.

von Angela Hennersdorf

US-Banken steht 2012 ein schwieriges Jahr bevor, nicht nur wegen der Euro-Krise. Neue Vorschriften lassen die Geldhäuser den Gürtel enger schnallen.

Das Jahr 2011 war für US-Anleger gar nicht so schlecht – trotz Schulden- und Euro-Krise. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden US-Werte lag Ende 2011 mit knapp sechs Prozent im Plus.

Doch für Investoren in US-Bankpapieren war 2011 eine Katastrophe. Der Bankenindex von Keefe, Bruyette & Woods (KBW), der 24 börsennotierte Bankwerte umfasst, verlor im vergangenen Jahr 23 Prozent. Auch 2012 sollten Anleger die Papiere von Citigroup oder Bank of America nur mit spitzen Fingern anfassen.

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KBW-Analyst Frederick Cannon empfiehlt stattdessen kleinere Institute, etwa Papiere der Bank of Marin in Kalifornien oder der Bryn Mawr Bank in Pennsylvannia. Die Kleinen hätten deutlich größere Profitchancen, und „die Vorstellung, dass große, breit aufgestellte Geldhäuser sicherer sind und deshalb auch weniger Reserven benötigen als kleine spezialisierte Institute, ist längst überholt“, so Cannon.

Fed fordert höhere Kapitalreserven

Tatsächlich stehen die großen US-Kreditinstitute 2012 wegen der schleppenden Konjunkturentwicklung und der Euro-Krise massiv unter Druck. „Die weitere Entwicklung der Banken in den USA und in Europa und der globalen Wirtschaft ist davon abhängig, was weiter in Europa passiert“, sagt Ethan Harris, Co-Chef im Global Research Economics-Team bei Bank of America Merill Lynch.

Kein Wunder also, dass die amerikanische Notenbank Fed die US-Institute zu höheren Kapitalreserven zwingen will, damit sie im Fall der Fälle eine Banken- und Finanzkrise überstehen können, ohne dass der Staat zu Hilfe eilen muss – so wie es nach der Lehman-Pleite 2008 notwendig wurde.

Gegen den heftigen Protest der Wall Street will die Fed die internationalen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften nach dem Basler Bankenabkommen, bekannt als Basel III, auch für US-Institute anwenden. Danach müssten international operierende US-Geldinstitute wie etwa JP Morgan Chase einen Aufschlag von 2,5 Prozentpunkten auf ihr Kapital halten, zusätzlich zu den sieben Prozent Reserven, die nach neuem US-Recht sowieso schon notwendig sind.

Auflagen für US-Banken

Doch nicht nur die neuen Basel-III-Vorschriften belasten die US-Banken. Im Sommer soll die Volcker-Regel umgesetzt werden. Sie schränkt den Eigenhandel ein, also riskante, aber auch lukrative Spekulationsgeschäfte, bei denen Banken auf eigene Rechnung mit Aktien, Währungen und Rohstoffen handeln. Alle Banken, die Vermögenswerte von mehr als zehn Milliarden Dollar halten, müssen zudem Stresstests durchführen. Das Dodd-Frank-Gesetz schließlich will Hedgefonds zwingen, mehr Informationen preiszugeben, und will der Finanzmarktaufsicht mehr Kompetenzen einräumen.

Ob die USA es mit all diesen Maßnahmen schaffen, tatsächlich eine neue Kultur an der Wall Street einzuführen, die das Finanzsystem gefährdende Spekulation eindämmt und Banken zwingt, für Verluste selbst aufzukommen, bleibt abzuwarten.

Klar ist nur: US-Banken werden 2012 schrumpfen, und zwar massiv.

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