Wegen Euro-Krise: Fitch warnt vor Bankenbeben in USA

Wegen Euro-Krise: Fitch warnt vor Bankenbeben in USA

, aktualisiert 17. November 2011, 13:17 Uhr
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Blick auf die Skyline von New York

Quelle:Handelsblatt Online

Europas Schuldenkrise ängstigt Amerika. Eine Ratingagentur warnt vor einem Schock für US-Banken. Und der Chef des weltgrößten Anleihe-Investors fürchtet: Den USA könnte das gleiche Schicksal drohen wie Griechenland.

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone kann nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch auch US-Banken in Mitleidenschaft ziehen. Würden die Probleme nicht bald gelöst, werde sich der Ausblick für die Bonitätsnoten der US-Institute verschlechtern, teilte die Agentur am Mittwochabend mit. „Die Risiken eines negativen Schocks nehmen zu.“ Damit sei der „stabile Ausblick“ in Gefahr. In der Regel wird dieser dann erst einmal auf „negativ“ gesetzt, bevor die Ratings gesenkt werden.

Betroffen seien vor allem US-Banken mit einem großen Kapitalmarktgeschäft, warnte Fitch. An der Börse setzte die Nachricht den Aktien von Goldman Sachs und Morgan Stanley, zwei der führenden Investmentbanken der Wall Street, zu. Sie verloren vier beziehungsweise acht Prozent ihres Wertes.

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Fitch-Analyst Christopher Wolfe sagte, US-Banken hätten ihre Handelsaktivitäten in Europa in den vergangenen Jahren immer mehr zulasten des Kreditgeschäftes ausgebaut. Nun seien dementsprechend die Einnahmen aus dem Kapitalmarkt-Bereich in Gefahr, weil etwa ein Drittel des Handels in Europa stattfinde.

Eine Ansteckung der US-Banken könnte auch deren Refinanzierung am Kapitalmarkt erschweren. Fitch sorgt sich vor allem darum, dass nach kleineren Euro-Ländern wie Griechenland und Portugal der Schuldenvirus nun von Italien auf die noch vergleichsweise solide dastehenden Staaten Frankreich und Deutschland überspringen könnte. Hier seien die US-Banken noch stärker engagiert, warnte die Agentur.

Aus Sicht der US-Notenbank Fed können die amerikanischen Geldhäuser eine Eskalation der Euro-Schuldenkrise aushalten. „Wir haben sehr viel gemacht, um den Bankensektor vorzubereiten“, sagte Jeffrey Lacker von der Richmond Fed zu Journalisten. So müssten die Häuser unter anderem mehr Kapital vorhalten und ihre Liquiditätspuffer aufstocken. „Das wäre alles hilfreich, wenn es zu so einem Ereignis kommt.

Nach Einschätzung von Mohamed El-Erian, Vorstandschef des weltgrößten Bond-Investors Pimco, könnte den USA eine ähnliche Entwicklung wie in Griechenland drohen: „Das, was wir in Griechenland im Schnelldurchlauf erleben, könnte eines Tages auch die USA erfassen, wenn sich die dortige Politik nicht ändert“, sagte El Erian dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Er befürchte, dass die Amerikaner eines Tages wie die Griechen aufwachen und feststellen, dass sie zu sorglos waren und die Bilanz ihrer Notenbank zu sehr überdehnt haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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