Bild: Robert Poorten für WirtschaftsWocheWas erwartet deutsche Unternehmer in China? Das Interesse am Kongress der WirtschaftsWoche ist groß
Bild: Robert Poorten für WirtschaftsWocheWirtschaftsperspektiven für den Handel in China: Frank Appel sprach die Keynote
Bild: Robert Poorten für WirtschaftsWocheChefredakteur Roland Tichy moderierte den Kongress
Bild: Robert Poorten für WirtschaftsWocheGudrun Grosse von der IHK Köln
Bild: Robert Poorten für WirtschaftsWocheChina ist einer der wichtigsten Märkte für die Deutsche Post - Konzernchef Frank Appel
Bild: Robert Poorten für WirtschaftsWocheFrank Appel und Roland Tichy (l.) im Gespräch
Was erwartet deutsche Unternehmer in China? Das Interesse am Kongress der WirtschaftsWoche ist groß
Das Umfeld für die Weltwirtschaft ist seit geraumer Zeit nicht einfach. Neben der EU-Krise belasten die Fiskalklippe in Amerika oder die politischen Spannungen im Nahen Osten. Doch damit nicht genug: Nach Jahren mit stolzen Wachstumsraten schwächelte zuletzt auch der Wirtschaftsaufschwung in China. Prognosen zufolge droht 2012 erstmals seit 13 Jahren ein Wirtschaftswachstum von unter acht Prozent. Verunsichert fragen sich die Anleger, ob das nur ein Verschnaufen ist oder das Ende des Wachstumswunders. Letzteres wäre für die Weltwirtschaft ein ernstes Problem, weil das Land längst zum wichtigsten konjunkturellen Zugpferd aufgestiegen ist. Zur Erinnerung: In den beiden vergangenen Jahrzehnten legte Chinas Bruttoinlandsprodukt im Schnitt real um 10,5 Prozent zu. Die Wirtschaft hat dadurch eine Größe von sieben Billionen Dollar erreicht, nach 1,2 Billionen im Jahr 2001 und 0,4 Billionen im Jahr 1990. Und laut OECD könnte das Land die USA schon 2016 als größte Wirtschaftsmacht in der Welt ablösen.
Bild: REUTERSDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrer Langfristprognose dramatische Veränderungen in der Weltwirtschaft bis 2060 prognostiziert. "Schnell wachsende Schwellenländer werden in den kommenden 50 Jahren einen immer größeren Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen", heißt es dazu bei der OECD. Die alten Industrienationen werden das Nachsehen haben. Die Verschiebung in Richtung Niedriglohnländer werde dort dazu beitragen, die Lebensstandards zu verbessern. "So dürfte sich etwa das Pro-Kopf-Einkommen in den ärmsten Ländern bis 2060 vervierfachen", so die OECD.
Nachfolgend die Top-Ten der Wirtschaftsnationen, wie sie die OECD für das Jahr 2060 vorhersagen.
Bild: dpaPlatz 10: Deutschland
Gemessen am weltweiten Bruttoinlandsprodukt schafft es Deutschland mit einem Anteil von 2,0 Prozent auch 2060 gerade noch so unter die Top Ten. Für die Bundesrepublik ist die Platzierung kein Anlass zur Freude: Es wäre ein Abrutschen um fünf Plätze. 2011 stand Deutschland noch für 4,8 Prozent der Weltwirtschaft. Die durchschnittliche Wachstumsrate läge in den kommenden 50 Jahren laut OECD bei nur noch 1,1 Prozent.
Bild: APPlatz 9: Russland
Die einstige Weltmacht kann sich dank hoher Rohstofferträge besser halten. Dennoch würde Russland um drei Plätze im internationalen Vergleich zurückfallen und nur noch 2,3 Prozent zur Weltwirtschaftsleistung beisteuern. 2011 waren es noch 3,6 Prozent. Im Schnitt würde Russland bis 2060 noch um jährlich 1,9 Prozent wachsen.
Bild: REUTERSPlatz 8: Großbritannien
Die Briten lägen der OECD-Prognose 2060 wieder zwei Plätze vor Deutschland, statt wie 2011 zwei Plätze dahinter. Die Insel soll dann für 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich sein und damit um nur einen Platz abrutschen. 2011 lag das Land mit einem Anteil von 3,5 Prozent auf Platz sieben. Das Durchschnittswachstum schätzten die Experten für die nächsten Jahrzehnte auf jährlich 2,1 Prozent.
Bild: dapdPlatz 7: Mexico
Das Schwellenland gehört zu den Wirtschaftstigern der Zukunft und soll seine wirtschaftliche Bedeutung in der Welt in den kommenden fünf Jahrzehnten um sieben Prozent steigern und dann 2,7 Prozent zum Weltwirtschaftsprodukt beisteuern. Damit würde Mexico um vier Plätze vorrücken. Die OECD schätzt für Mexico eine jährliche Wachstumsrate von 3,0 Prozent im Durchschnitt.
Bild: REUTERSPlatz 6: Indonesien
Indonesien wird eine regelrechte Aufholjagd starten. 2011 rangierte das Inselreich noch auf Platz 16 und hatte einen Anteil am globalen Wirtschaftsprodukt von 1,7 Prozent. Der soll mit einem jährlichen Wachstum um 4,1 Prozent auf immerhin 3,0 Prozent ansteigen.
Bild: dpaPlatz 5: Japan
Die Japaner werden noch mehr als andere alte Industrienationen durch ihre Überalterung gebremst. 2060 wird das für Japan dennoch nur eine Verschlechterung um zwei Plätze bedeuten; der Anteil an der Weltwirtschaft bis dahin von 6,7 auf 3,2 Prozent zurückgehen. Das Durchschnittswachstum läge bis dahin laut Prognose bei 1,3 Prozent.
Bild: REUTERSPlatz 4: Brasilien
Das riesige südamerikanische Land wird sich in den nächsten 50 Jahren um vier Plätze verbessern und dann 3,3 Prozent der Weltwirtschaftsleistung beisteuern. 2011 waren es kurioserweise sogar noch 3,5 Prozent. Aber das Feld wird dichter und das Abrutschen Europas befördert Brasilien weiter Richtung Spitze. Die OECD unterstellt ein Durchschnittswachstum um jährlich 2,8 Prozent.
Bild: dpaPlatz 3: USA
Der erste Platz wird für die USA im Jahr 2060 wohl verloren sein. Von den zuletzt 22,7 Prozent Anteil an der Weltwirtschaftsleistung werden dann nur noch 16,3 Prozent übrig sein. Ein jährliches Wachstum von nur 2,0 Prozent wird nicht genügen, um den Spitzenplatz zu halten.
Bild: dpaPlatz 2: Indien
In fünfzig Jahren wird Indien der neue Star am Wirtschaftshimmel sein. Der Beitrag Indiens zur Weltwirtschaft wird von zuletzt 6,6 Prozent auf dann 18,2 Prozent gestiegen sein - eine Verbesserung von 176 Prozent! Auf dem Weg dorthin soll das jährliche Wachstum im Schnitt 5,1 Prozent betragen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Inder soll sich laut Prognose sogar versiebenfachen. "Die Welt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, wird sich von unserer heutigen Welt fundamental unterscheiden", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria bei der Vorlage des Berichts.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrer Langfristprognose dramatische Veränderungen in der Weltwirtschaft bis 2060 prognostiziert. "Schnell wachsende Schwellenländer werden in den kommenden 50 Jahren einen immer größeren Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen", heißt es dazu bei der OECD. Die alten Industrienationen werden das Nachsehen haben. Die Verschiebung in Richtung Niedriglohnländer werde dort dazu beitragen, die Lebensstandards zu verbessern. "So dürfte sich etwa das Pro-Kopf-Einkommen in den ärmsten Ländern bis 2060 vervierfachen", so die OECD.
Nachfolgend die Top-Ten der Wirtschaftsnationen, wie sie die OECD für das Jahr 2060 vorhersagen.
Die neuen Konjunkturdaten aus China lassen hoffen
Wegen der gewachsenen Bedeutung sind die hektischen Kursreaktionen an den Weltbörsen auf jedes Auf und Ab bei Chinas Konjunkturzahlen nachvollziehbar. Deshalb macht es Mut, wenn wie zuletzt die Wirtschaftsdaten wieder besser ausfallen. Erstmals seit Oktober 2011 stieg der Stimmungsindikator der Einkaufsmanager der Industrie wieder über die wichtige Marke von 50 Punkten. „Dies bekräftigt, dass die wirtschaftliche Erholung zum Jahresende weiterhin an Fahrt gewinnt", kommentiert Qu Hongbin von HSBC die Daten. Und dieser Trend dürfte anhalten. Denn inzwischen ist auch der Machtwechsel innerhalb der Kommunistischen Partei vollzogen. Das lähmende Machtvakuum in der wichtigsten Entscheidungsinstanz Chinas ist somit überwunden. Die neue Führungsspitze dürfte nun alles dafür tun, die Konjunkturlokomotive wieder auf das Gleis zu bringen.
Ob das gelingt, ist natürlich unklar. Doch Aktienstrategen wie beispielsweise Philipp Bärtschi vom Schweizer Bankhaus Sarasin legen sich schon jetzt fest. „Bullisch für China“ lautet die von ihm gewählte Überschrift in einer aktuellen Marktstudie. Dank der besseren Wirtschaftsdaten wittert er eine Einstiegsgelegenheit bei chinesischen Aktien. Als Auslöser für steigende Kurse verweist er auf eine günstige Bewertung, eine steigende Liquidität und bessere Gewinnaussichten. Mit seinem Optimismus befindet sich Bärtschi in guter Gesellschaft. Nach der monatlich durchgeführten BofA-Merrill-Lynch-Fund-Manager-Umfrage ist das Vertrauen unter den Vermögensverwaltern in die Aussichten für Chinas Wirtschaft im November auf ein Dreijahreshoch gestiegen.
Bärtschi ist übrigens nicht nur für chinesische Aktien zuversichtlich. Von einer konjunkturellen Erholung Chinas dürften nach seiner Ansicht auch andere Anlageformen profitieren. So könnte die steigende Nachfrage im Inland zu höheren Preisen bei den Industriemetallen führen. Dies wiederum könnte auch die Aussichten für die Aktien im Rohstoffsektor deutlich verbessern. Schließlich hatten diese zuvor besonders stark unter der Wachstumsabschwächung in China gelitten. „Weitere Gewinner einer Wachstumsbeschleunigung in China sind die westlichen Konsumgüterfirmen, welche einen hohen Exportanteil in China aufweisen. Während die Automobilindustrie noch unter der Absatzschwäche in Europa leidet, dürfte vor allem die Luxusgüterindustrie zu den Profiteuren gehören. Natürlich werden auch die umliegenden Länder, wie Korea und Japan, welche eine besonders starke Ausrichtung nach China haben, zu den Gewinnern zählen“, so Bärtschi.
- Seite 1: Wie Anleger vom Aufschwung in China profitieren
- Seite 2: Moderate Bewertung versus angeschlagene Charttechnik
- Seite 3: Deutschland zählt zu den Profiteuren






















