Wenig Wachstumschancen: Intel enttäuscht die Anleger

Wenig Wachstumschancen: Intel enttäuscht die Anleger

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Der weltgrößte Chiphersteller konnte im vergangenen Jahr den Abwärtstrend stoppen. Der schrumpfende PC-Markt bleibt das wichtigste Standbein. Neue Geschäftsfelder tun sich nur langsam auf.

Ist die Talsohle erreicht? Ein leichtes Umsatzplus beim Chipfertiger Intel schürt Hoffnungen, dass sich der Abwärtstrend bei PC-Chips zum Stillstand gekommen ist. Dann wäre es an der Zeit, die Aufmerksamkeit den Wachstumsfeldern zuzuwenden. Doch wo sind die? Die Anleger zögern. Nachbörslich fiel die Aktie in New York bis zu fünf Prozent.

Intel-Chef Brian Krzanich formuliert es so: „Wir hatten ein solides viertes Quartal mit Zeichen der Stabilisierung in der PC-Sparte.“ Laptop- und Desktop-Computer mit Windows-Betriebssystem sind noch immer die größten Absatzkanäle für die Chips, die bei Intel gefertigt werden. Vor dem Hintergrund des Booms bei Smartphones und Tablets fielen 2013 die PC-Verkäufe aber kräftig, und auch der zähe Start von Windows 8 brachte keine Erleichterung. Doch während im ganzen Jahr 2013 der Intel-Gewinn um 13 Prozent nachgab, verzeichnete das vierte Quartal mit 2,6 Milliarden Dollar ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

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Im vierten Quartal erreichte der Umsatz 13,8 Milliarden Dollar, ein Plus von drei Prozent, wobei die PC-Sparte mit 8,6 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau verharrte. Kräftig aufwärts ging es mit den Server-Bausteinen. Intel profitiert hier vom Trend zum Cloud Computing. Der Bedarf an Servern für Rechenzentren ist ungebrochen. Aber mit drei Milliarden Dollar Umsatz ist der Bereich nicht in der Lage, die PC-Sparte abzulösen. Zumal es auch hier schlechte Nachrichten gibt.

Mit acht Prozent ist das Wachstum zum Vorjahr deutlich verlangsamt gegenüber dem Vorquartal mit zwölf Prozent. Finanzvorstand Stacy Smith räumte im Analystengespräch ein, dass der Trend zur Virtualisierung von Servern die Verkäufe von Server-Chips beeinträchtige. Bei der Virtualisierung werden auf einem physischen Server durch entsprechende Software mehrere „virtuelle“ Server angelegt. Dadurch wird die Hardware viel effektiver ausgelastet. Statt drei oder vier Kästen ist nur noch einer nötig, aber jeder Nutzer hat das Gefühl einen eigenen Server zu besitzen.


Bremsspuren des PC-Marktes sichtbar

Auf das ganze Jahr gesehen zeigen sich zudem noch deutlich die Bremsspuren des PC-Marktes. Der Jahresumsatz liegt ein Prozent niedriger bei 52,7 Milliarden Dollar, der Nettogewinn sackte um 13 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar durch. Der Gewinn pro Aktie fiel nur um elf Prozent, da Intel 2,1 Milliarden Dollar dafür aufgewandt hat, um 94 Millionen Aktien aus dem Markt zurückzukaufen. Dadurch steigt der Gewinn, der auf die verbliebenen Aktien entfällt. Für das laufende erste Quartal 2014 sind die Prognosen verhalten, der Umsatz wird bei 12,8 Milliarden Dollar erwartet, plus-minus 500 Millionen Dollar. Die Prognose der Bruttomarge liegt mit 59 Prozent deutlich unter den 62 Prozent des vierten Quartals. Kein echter Anreiz für die Wall Street.

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Wo ist Intels Zukunft? Auf der Messe CES in Las Vegas Anfang Januar präsentierte Krzanich seine Idee von einem Intel der Zukunft. Dabei positionierte er den heutigen PC-Chipfertiger als künftiges Powerhouse der „connected devices“, der vernetzten Welt und des Internets der Dinge. Ein Highlight war „Edison“, ein kompletter PC mit Bluetooth und eingebautem WiFi in der Größe einer SD-Speicherkarte und extrem niedrigem Stromverbrauch. Den Daumennagel-PC, auf dem das freie Betriebssystem Linux läuft, sieht der Intel-Chef als Kernelement einer vernetzten Welt. Er soll bereits ab Mitte 2014 verfügbar sein. Noch einmal, so wie beim Smartphone- und Tabletmarkt, den längst der Konkurrent ARM beherrscht, will Intel in einem Zukunftsmarkt nicht zu spät dran sein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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