Werbung für „Binäre Optionen“: Warnung vor Finanzwetten im Netz

Werbung für „Binäre Optionen“: Warnung vor Finanzwetten im Netz

, aktualisiert 25. Januar 2017, 15:54 Uhr
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Sogenannte Binäre Optionen geraten immer mehr in die Kritik.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Internet findet sich immer mehr Werbung für „Binäre Optionen“. Was nach seriöser Geldanlage klingt, ist in Wirklichkeit zwielichtiges Glücksspiel, sagen Beobachter. Eine neue Untersuchung bestätigt diese Warnung.

FrankfurtEs sind hochriskante Finanzmarktwetten, mit denen Anleger langfristig nur Geld verlieren können: So lautet der Vorwurf der Gegner sogenannter Binärer Optionen, die von Plattformbetreibern vor allem im Internet aggressiv beworben werden. Gerade Privatinvestoren müssten davor geschützt werden, warnen Verbraucherschützer, – am besten durch ein Verbot des gesamten Handelssegments, das mehr mit zwielichtigem Glückspiel als mit seriöser Geldanlage gemeinsam habe.

Eine neue Untersuchung gibt nun Wasser auf die Mühlen der Kritiker und liefert zusätzliche Argumente für ein mögliches Verbot durch die Bafin. Bei der deutschen Finanzaufsichts-Behörde stehen Binäre Optionen bereits seit vergangenem Jahr unter verschärfter Beobachtung.

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Die Versprechen klingen traumhaft. Schnelle Gewinne mit denkbar einfachen Börsenspekulationen: Schon mit wenigen Mausklicks am heimischen Rechner seien in kürzester Zeit spektakuläre Renditen für jedermann möglich, stellen Anbieter Binärer Optionen ihren Kunden in Aussicht.

Hintergrund: Bei der gängigsten Variante müssen Nutzer lediglich richtig vorhersagen, in welche Richtung sich ein bestimmter Basiswert innerhalb einer festgelegten Zeitspanne bewegen wird, um Geld zu verdienen. Als Basiswert infrage kommen dabei im Prinzip alle Anlageklassen, die an den Börsen gehandelt werden: angefangen von einzelnen Aktien und Anleihen sowie Marktindizes bis hin zu Devisen oder Rohstoffen.

So kann ein Anleger beispielsweise darauf setzen, dass der deutsche Aktienindex Dax in den kommenden 30 Minuten zulegen wird. Geht die Spekulation auf, dann winken enorme Renditen von in der Regel etwa 60 bis 90 Prozent des Kapitaleinsatzes. Andernfalls droht jedoch bei den meisten Anbietern der Totalverlust.

Doch dies ist offenbar nicht das einzige Risiko zu sein, auf das sich Kunden der Plattformbetreiber einlassen: „Die Geschäftspraktiken sind teils dubios, die Firmen im Ausland nicht greifbar. Verbraucher erhielten eingezahlte Einlagen und auch ihren Gewinn nicht zurück“, heißt es in einer am Mittwoch vorgelegten Warnung der Verbraucherzentrale Bundesverband.


Seriosität wird nur vorgegaukelt

Da sich Verbraucher zunehmend über Broker von Binären Optionen beschwerten, habe das Team Geldanlage und Altersvorsorge der Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg die Branche stichprobenartig unter die Lupe genommen. Herausgekommen sind teils verheerenden Ergebnisse.

„Binäre Optionen werden als einfache und vielversprechende Geldanlage dargestellt, eine Vielzahl der Anbieter ist aus unserer Sicht jedoch fragwürdig. Oft wird Seriosität mit unlauteren Mitteln vorgegaukelt“, sagt Referentin Beate Weiser. So habe das Marktwächter-Team etwa gefälschte Nachrichtenartikel im Design renommierter Nachrichtenseiten gefunden.

Zudem berichteten Verbraucher im Rahmen der Untersuchung auch von unerlaubten Werbeanrufen der Broker. Zum Teil konnte erst gegen eine obligatorische Geldeinlage von circa 250 Euro ein Nutzerkonto eröffnet werden. Ein weiterer Kritikpunkt: Die überprüften Anbieter verwirrten oft mit schlecht übersetzten Geschäftsbedingungen, außerdem seien die Regelungen zur Auszahlung gewonnener Beträge unklar.

„Weil die Anbieter sehr häufig im Ausland sitzen, können Verbraucher ihr Recht nur schwer durchsetzen. Die Rückforderung einbezahlter Einlagen müsste im Zweifelsfall über einen langen Rechtsweg eingeklagt werden. Viele Broker sind gar nicht greifbar“, warnt Weiser. Auf den Webseiten fehlen oft Impressum und Kontaktangaben. Etliche AGB seien in Deutschland nach Auffassung des Marktwächters rechtswidrig.

Die hiesige Finanzaufsichtsbehörde Bafin ist bereits im vergangenen Spätsommer auf die umstrittenen Investmentvehikel aufmerksam geworden und prüft seitdem, wie fair es in diesem Handelssegment zugeht. Eine laufende Untersuchung soll zeigen, ob die Online-Broker ihre Kunden strukturell benachteiligen, – etwa dadurch, dass die Gewinnchancen auf Dauer systematisch niedriger sind als die Verlustrisiken. Falls die Analyse stichhaltige Hinweise für die Vorwürfe ergibt, kann die Bafin ein Produktverbot in die Wege leiten.

Die rechtliche Basis hierfür liefert seit 2015 eine Neuauflage des Wertpapiergesetzes, das es den Marktkontrolleuren ermöglich, ganzen Produktkategorien die Handelszulassung zu entziehen. Bei den jetzt vorgelegten Studienergebnissen der Verbraucherschützer dürfte auch die Aufsichtsbehörde hellhörig geworden sein – und auf Ansatzpunkte für zusätzliche, tiefergehende Untersuchungen stoßen. Bis zum Urteil der Bafin bleibt es den Kunden der Broker selbst überlassen, ob sie weiterhin mit Binären Optionen spekulieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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