Wettbewerb der Leitwährungen: Chinas Yuan ist weiter auf dem Vormarsch

Wettbewerb der Leitwährungen: Chinas Yuan ist weiter auf dem Vormarsch

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Chinas Währung soll Reservewährung werden.

von Saskia Littmann

Der Internationale Währungsfonds (IWF) könnte den Yuan früher als von vielen erwartet in seinen Korb der wichtigsten Währungen aufnehmen. Damit sind nicht alle einverstanden.

China ist dabei, seine Währung in der ersten Reihe der Weltwährungen zu platzieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sei kurz davor, den Yuan als fair bewertete Währung anzuerkennen und in den Währungskorb des Fonds aufzunehmen. Das berichtete das "Wall Street Journal". Zurzeit besteht der Währungskorb aus Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischem Yen.

Eine Vorentscheidung für die Aufnahme des Yuan könnte bereits auf einem informellen Treffen des IWF im Mai stattfinden. Ein offizielles Ergebnis wird laut Medienberichten für die kommenden Monate in einem der IWF-Berichte über China erwartet.

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Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Schon seit einiger Zeit arbeitet die chinesische Regierung daran, die Finanzmärkte des Landes weiter zu öffnen. Die Annäherung des IWF könnte ein entscheidender Schritt sein. Bis vor kurzem stand China regelmäßig dafür in der Kritik, seine Währung künstlich geschwächt zu haben, um sich Wettbewerbsvorteile für die eigenen Ausfuhren zu verschaffen.

Zwar lässt die chinesische Regierung die heimische Währung seit einigen Jahren stärker aufwerten, allerdings ist der Yuan weiterhin an den Dollar gekoppelt. Aus der US-Regierung kommt laut "Wall Street Journal" auch weiterhin Kritik, der Yuan sei "signifikant unterbewertet".

Damit der Yuan in den IWF-Währungskorb aufgenommen werden kann, muss er zum einen gut handelbar und zum anderen bedeutend für den Welthandel sein. Für China geht es dabei nicht nur um höheres Ansehen. Die Währungen aus dem Korb werden von Zentralbanken gehalten, der Yuan würde im globalen Devisenhandel künftig eine bedeutendere Rolle spielen. Chinas Offizielle setzen daher auf eine Annäherung an den IWF. Man wolle keine weitere Abwertung der Währung, sagte Chinas Premierminister Li Keqiang in einem Interview mit der "Financial Times". Auch Chinas Zentralbankgoverneur Zhou Xiaochuan bekräftigte, man wolle den Yuan handelbarer machen, um in den Währungskorb des IWF aufgenommen zu werden.

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Auch Chinas Börsen wurden zuletzt für Ausländer weiter geöffnet, sie können jetzt leichter investieren. Am einfachsten geht das mit börsengehandelten Indexfonds, die einen bestimmten Aktienindex nachbilden. Gerade für Privatanleger sind die Börsen im Reich der Mitte allerdings mit Vorsicht zu genießen. Der offensichtliche Boom sollte nicht über die Risiken hinwegtäuschen. Beobachter wie Schwellenländer-Guru Mark Mobius von Franklin Templeton warnen, der Kursanstieg in China sei zu schnell gegangen, den Aktien drohe ein Absturz um 20 Prozent.

Das Problem: die Regierung will vor allem Privatanleger an die Börsen locken, bei der Bevölkerung wird gezielt für Aktienkäufe geworben. Mit zweifelhaften Folgen - eine Untersuchung des Branchendienstes "Bloomberg Brief" ergab, dass es nicht gerade Investmentprofis sind, die in China die Kurse treiben. Vielmehr sind es Teenager und andere unerfahrene Händler, die von der Regierung zum Aktienkauf angetrieben werden. Rund sechs Prozent der neuen Aktionäre sind der Studie zufolge sogar Analphabeten.

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