Zentralbank : Chinas Devisenschatz schrumpft

Zentralbank : Chinas Devisenschatz schrumpft

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 10:37 Uhr
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100 Yuan-Note: Chinas Zahlungsmittel ist an einen Korb von Währungen gekoppelt.

von Finn Mayer-KuckukQuelle:Handelsblatt Online

Chinas Währungsreserven sind im Oktober zum ersten Mal seit acht Jahren gefallen. Der Grund sind ausländische Firmen und reiche Privatleute, die ihr Geld abziehen. Vor kurzem kam noch ein weiterer Faktor hinzu.

PekingDer Wert von Chinas Devisenschatz ist um knapp 90 Milliarden Yuan auf 23 Billionen Yuan (2,7 Billionen Euro) gesunken, wie aus aktuellen Zahlen der Zentralbank in Peking hervorgeht. Experten sehen dies als ein Anzeichen, dass Unternehmen aus Europa und Amerika ihr Geld aus China abziehen. Möglicherweise beginnen parallel dazu auch erste reiche Chinesen, ihr Vermögen angesichts fallender Immobilienpreise ins Ausland zu transferieren.

Der chinesische Yuan ist an einen Korb von Währungen gekoppelt. Da China mehr Waren aus- als einführt, bleiben im Außenhandel laufend große Dollar- und Euro-Beträge übrig, die das Land in Staatsanleihen investiert. Da sich Chinas Importe zuletzt erhöht haben, die Exporte jedoch zurückgegangen sind, hat sich die Anhäufung der Reserven zuletzt bereits verlangsamt.

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Im Oktober kam ein weiterer Faktor dazu: Wegen der geringeren Nachfrage nach Yuan hat die Zentralbank den Kurs der Währung zuletzt niedriger festgesetzt und damit eine lange Phase stetiger Aufwertung unterbrochen.

Die Abwertung des Yuans wie auch die Neubewertung der Devisenreserven seien eine willkommene Entwicklung. China sieht in seinen hohen Dollar-Investments inzwischen ein Risiko: Wertet die US-Währung ab oder bedient Washington seine Schulden nicht mehr, entstehen hohe Verluste. Vor allem europäische Unternehmen und Banken brauchen derzeit viel Kapital. Während die Unternehmen ihre China-Gewinne bisher zum größten Teil im Inland reinvestiert haben, zeigen sie nun offenbar verstärkte Neigung, das Geld ins Mutterhaus zu überweisen.

Auch chinesische Privatleute schaffen offenbar verstärkt Geld ins Ausland. Es gebe mehrere strukturelle Ursachen für Kapitalflucht aus China, sagt Victor Shih, Experte für chinesische Wirtschaft an der Northwestern University bei Chicago. Die reichsten chinesischen Haushalte hätten reichlich Möglichkeiten, die Kapitalkontrollen des Landes zu umgehen – und sie haben dazu große Anreize, weil die Verzinsung auf Sparkonten derzeit wegen der Inflation negativ ausfällt.

Wenn die chinesischen Millionäre jedoch anfangen, ihr Geld außer Landes zu schaffen, könnten selbst in der Volksrepublik China die Devisenreserven knapp werden, rechnet Shih vor. Das reichste Prozent der Haushalte besitzt ein Vermögen zwischen zwei und fünf Billionen Yuan.


Quelle:  Handelsblatt Online
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