Zertifikate: Zweifelhafter Schutz im Börsengewitter

Zertifikate: Zweifelhafter Schutz im Börsengewitter

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Zweifelhafter Schutz. Nicht alle Zertifikate sind so sicher, wie sie scheinen.

von Anton Riedl

Bei starken Kursrückgängen geraten Bonuspapiere und Discounts unter die Räder. Wie sich diese Zertifikate dennoch gut einsetzen lassen und welche jetzt noch Perspektiven bieten.

Kursrückschläge an den Aktienmärkten abfedern, am Ende noch eine positive Rendite einfahren – das versprechen Discount- und Bonuszertifikate Anlegern. Bei Discounts kaufen Investoren eine Aktie mit Abschlag, dafür ist der Maximalgewinn gedeckelt; Bonuspapiere versprechen normalerweise eine meist zweistellige Rendite, wenn der Basiswert (Aktie, Index, Rohstoff) über einer festgelegten Untergrenze bleibt. Diese Aussichten locken viele Anleger in die Papiere: Zwei Drittel der an deutschen Börsen gehandelten Anlagezertifikate sind Discounts oder Bonuspapiere. Allerdings haben „die Kursrückschläge seit August gezeigt, dass viele dieser sogenannten Teilschutzzertifikate die Krise an den Aktienmärkten keineswegs gut überstanden haben“, sagt Michael Reuss von der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen aus München. In vielen Fällen waren die Verluste der Zertifikate sogar größer als die der Aktien.

Renditeversprechen in Luft aufgelöst

Im August-Crash fielen die Aktien so tief, dass die Barrieren reihenweise gerissen wurden. Die Zertifikate wurden zwar nicht wertlos, doch das ursprüngliche Renditeversprechen löste sich in Luft aus. „Wenn Anleger dann beim Kauf für diese Papiere auch noch mehr bezahlt haben als für den Basiswert, haben sie nicht nur den Bonusanspruch verloren, sondern zusätzlich noch den Aufschlag auf die Aktie oder den Rohstoff“, kritisiert Hubert Thaler von der TOP Vermögen aus Starnberg.

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Von Ende Juli bis Anfang September verloren mehr als 30 000 Bonuspapiere – etwa ein Drittel des Gesamtbestands – ihren ursprünglichen Renditevorteil. Diese Papiere gaben damit mehr ab als die durchschnittlichen 30 Prozent, die sich im Bonuszertifikate-Index der Derivatebörse Scoach niedergeschlagen haben. Bei sieben Milliarden Euro Anlagevolumen dürften die Verluste der Anleger hier insgesamt weit mehr als zwei Milliarden Euro betragen haben.

Discount ist Favorit

Trotz der Verluste sind Discountzertifikate Anlegerfavoriten. Mit 38 Prozent Umsatzanteil wird kein anderer Typ derzeit so lebhaft gehandelt. Acht Milliarden Euro haben deutsche Anleger in diesen Papieren investiert. Der jüngste Umsatzanstieg von Discounts war jedoch vor allem auf Verkäufe privater Anleger zurückzuführen. Auf der Käuferseite standen die Emissionsbanken, die Zehntausende Papiere zurücknehmen mussten. Dabei litten die Zertifikate auch darunter, dass sie als Inhaberschuldverschreibungen von der Rückzahlungsfähigkeit der herausgebenden Banken abhängen. Deren Stabilität ist in den vergangenen Monaten erneut ins Wanken gekommen.

Wer Zertifikate in kritischen Zeiten einsetzt, sollte Papiere von möglichst sicheren Banken wählen und sich auf die Zertifikate konzentrieren, die auch bei heftigen Kursausschlägen einen großen Abstand zu den festgelegten Barrieren haben.

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