Zinsentscheid: Märkte hoffen auf Fed-Impulse

Zinsentscheid: Märkte hoffen auf Fed-Impulse

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Fed-Chefin Janet Yellen

Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwochabend über ihren Leitzins. Obwohl keine Änderungen erwartet werden, warten die Märkte gespannt auf Andeutungen zur möglichen Zinswende.

Die Börsen sind im Wartemodus. Denn am Mittwochabend gibt die US-Notenbank Fed ihre nächste Leitzinsentscheidung bekannt. Davor halten sich Anleger mit Käufen eher zurück.

In den letzten Monaten hat die Fed den Leitzins zwar auf seinem Rekordtief bei nahe null gelassen, aber ihre Anleihekäufe jeweils um zehn Milliarden Dollar reduziert. Je länger die Notenbanker diesen Weg gehen, desto intensiver diskutiert der Markt über den möglichen Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung. Bisher gilt Mitte 2015 als wahrscheinlichster Termin für eine Zinserhöhung. Allerdings wird immer wieder über eine vorgezogene Zinswende spekuliert.

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Allerdings werden es weniger die Handlungen der Notenbanker sein, die die Märkte interessieren werden. Denn eine Zinssenkung wird zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erwartet. Beobachter haben kaum Zweifel daran, dass die Fed wie erwartet ihre Anleihekäufe von derzeit 45 Milliarden Dollar auf 35 Milliarden Dollar senken wird. Vielmehr werden es die Worte und Andeutungen zwischen den Zeilen sein, von denen Analysten und Händler die Intentionen der Notenbanker ablesen wollen.

Frühere Fed-Chefs (Auswahl) und die neue Chefin

  • 1914-1928 Benjamin Strong

    Chef der New York Fed, kontrollierte erstmals die Inflation mittels Zinsen, steuerte die Geldmenge durch Kauf und Verkauf von Wertpapieren und sicherte die Geldversorgung. Mit Kriegsanleihen, „Liberty Bonds“, finanzierte er den Ersten Weltkrieg.

  • 1979-1987 Paul Volcker

    Gegen großen Protest trieb der Zuchtmeister der Märkte 1980 die Zinsen auf bis zu 17,5 Prozent hoch. So bekämpfte er die auf bis zu 13 Prozent gestiegene Inflationsrate. Drei Jahre später stiegen die Preise nur noch um 3,5 Prozent.

  • 1987-2006 Alan Greenspan

    Profilierte sich mit niedrigen Zinsen als Schutzheiliger der Märkte. Kurz nach seinem Amtsantritt kam es zum Börsencrash am 19. Oktober 1987 – die superexpansive Geldpolitik blieb und führte direkt in die Immobilien- und Finanzkrise.

  • Ab Februar 2014 Janet Yellen

    Die neue Fed-Chefin steht vor der heiklen Aufgabe, die lockere Geldpolitik ihres Vorgängers Ben Bernanke zu beenden, ohne Schocks an den Börsen auszulösen und die Konjunktur abzuwürgen. Eine harte Kehrtwende ist von ihr nicht zu erwarten.

Die Fed-Kriterien

Wichtiges Thema sind derzeit die gestiegenen Preise. Der Preisindex für Konsumausgaben der privaten Haushalte ist im April gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent gestiegen. Der Indikator gilt als wichtigstes Inflationsmaß der Fed. Es wird daher erwartet, das Fed-Chefin Janet Yellen sich zur höheren Preissteigerung äußern wird. Rechnet sie damit, dass die Preissteigerung weiter anhalten wird, könnte das ein Anzeichen für eine mögliche Zinswende sein.

Auch die Einschätzung der Fed-Chefin zur allgemeinen Wirtschaftslage wird für die künftige Zinspolitik von Bedeutung sein. Faktisch sprechen die Wachstumszahlen gegen eine zügige Zinswende, im ersten Quartal dieses Jahres fuhr die US-Wirtschaft ein Minus von einem Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Allerdings waren die meisten Volkswirte sich einig, dass unter anderem der extrem kalte Winter Grund für den Einbruch war. Es dürfte sich also mehr um ein saisonales als um ein fundamentales Problem handeln. Für das zweite Quartal rechnen die meisten Experten erneut mit Wachstum.

Die Arbeitslosenquote ist mit 6,3 Prozent zwar nicht minimal, allerdings rückt sie immer näher an das Niveau, welches die Fed mit Vollbeschäftigung gleichsetzt. Bei einem Wert unter sechs Prozent sprechen die Notenbanker von Vollbeschäftigung, daran orientiert sie ihre Geldpolitik.

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Es gibt in der Fed durchaus ranghohe Notenbanker, die sich für eine frühere Zinserhöhung aussprechen. Zuletzt warnte Charles Plosser, regionaler Fed-Präsident von Philadelphia, die Fed solle ihre Geldpolitik lieber früher als später straffen. Er begründete das mit der Annäherung an das Inflationsziel und dem sich bessernden Arbeitsmarkt.

Was heißt das für deutsche Anleger?

Sollte die Fed Andeutungen machen, wann sie ihre Zinspolitik straffen will, dürfte das den Dollar für Investoren interessanter machen. Da in der Euro-Zone noch kein Ende der Niedrigzinsphase absehbar ist wäre zu erwarten, dass der Euro gegenüber dem Dollar abwertet. An den Börsen dagegen dürfte die langfristige Straffung der US-Geldpolitik eingepreist sein, zumindest mittelfristig werden keine größeren Kursschwankungen an den Börsen erwartet.

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