Zinsentscheid und Börse: Notenbank-Sitzungen als Gewinngarant

Zinsentscheid und Börse: Notenbank-Sitzungen als Gewinngarant

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An der New Yorker Börse werden die Nachrichten, die Notenbank-Chefin Janet Yellen überbringt, mit Hochspannung verfolgt

Offenbar wurde die Wirkung der US-Notenbank bislang unterschätzt. Nun verblüfft eine Studie: Wer stur nach dem Takt der Zinsentscheidungen der Fed investiert hat, übertraf die Märkte deutlich.

Eine Studie belegt die Bedeutung der Notenbanken für die Börse über das bekannte Maß hinaus. Die US-Wirtschaftswissenschaftlerinnen Anna Cieslak, Adair Morse und Anette Vissing-Jørgensen haben die Wirkung der Zinssitzungen der US-Notenbank Federel Reserve (Fed) auf den Aktienmarkt untersucht und ein erstaunliches Muster entdeckt. Demnach richten sich die Börsenwochen mit positiver Entwicklung in ihrem Takt nach den Sitzungsterminen der Fed.

Wie das Wall Street Journal berichtet, hätten Anleger, die sich daran orientieren und nur den breiten Börsenindex S&P 500 kauften und wieder verkauften, in den vergangenen 20 Jahren die Märkte geschlagen. Während sie mit dem S&P 500 seit 1994 eine Gesamtrendite von rund 505 Prozent erzielt hätten, hätte die Strategie der US-Wissenschaftlerinnen im gleichen Zeitraum stolze 650 Prozent Rendite gebracht.

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Damit das klappt, hätten Anleger sich stoisch an den Fed-Sitzungen orientieren müssen. Die finden unregelmäßig achtmal im Jahr statt und orientieren sich nicht an anderen börsenrelevanten Terminen oder Ereignissen. Die konkreten Termine werden lange vorher angekündigt. So war die jüngste Fed-Sitzung am 18. Juni, die nächste folgt am 30. Juli. Die erste Börsenwoche mit positiver Performance beginnt am Tag vor dem Treffen. Von da an müsste der Anleger jede zweite Woche investieren. Der Anleger kauft also am Tag vor der Sitzung den S&P 500 und verkauft ihn nach einer Woche wieder. Diesem Rhythmus folgt er bis zur nächsten Fed-Sitzung. Die damit überdurchschnittlich Performanca soll auch auf internationalen Aktienmärkten anzutreffen sein.

Laut Studie ist dieser Rhythmus erstaunlich stabil und statistisch selbst dann noch eindeutig, wenn der 20-jährige Betrachtungszeitraum in drei Perioden geteilt wird. Während in den geraden Woche nach dem Fed-Treffen die Performance zwischen einem Drittel und zwei Drittel Prozentpunkten überdurchschnittlich ist, bleibt sie in den ungeraden Wochen um einen Sechstel Prozentpunkt unterdurchschnittlich.

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Über die Ursache für diesen statistisch eindeutigen Zusammenhang zwischen den Zinsentscheidungen der US-Notenbank und der Entwicklung der Aktienmärkte können auch die Wissenschaftlerinnen nur spekulieren. Ihre Vermutung: Beim Treffen der Zentralbank-Gouverneure, das alle zwei Wochen stattfindet und die über den Diskontzinssatz entscheidet sowie die Geld- und Wirtschaftspolitik berät, dringen Informationen in die Finanzwelt, die an den Märkten für zusätzliche Gewissheit über die künftige Geldpolitik sorgen. Ein wissenschaftlicher Beweis dafür steht allerdings aus.

Auch wenn die Autorinnen der Studie betonen, dass die Zusatzgewinne in den geraden Wochen des Fed-Kalendars ungewöhnlich stark und statistisch eindeutig ausfielen, muss es in der Zukunft jedoch nicht immer so weitergehen. Auch ein statistischer Zufall ist nicht gänzlich auszuschließen.

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