Börsenkommentar: Jetzt schon wieder rein?

Börsenkommentar: Jetzt schon wieder rein?

Asiaten und Araber kaufen massiv Finanzaktien. Anleger, die es ihnen nachtun, lassen sich auf ein gewagtes Spiel ein. Stark gefallene Kurse allein sind kein gutes Kaufargument.

Es juckt einem ja schon in den Fingern. Viele Aktien sind heftig abgestürzt, obwohl es den Unternehmen immer noch gut geht. Sie verdienen Geld, ihre Vermögenswerte sind noch vorhanden, die Welt geht nicht unter. Müsste man da nicht zugreifen? Die alten Reflexe, zwischen Anfang 2003 und Mitte 2007 unter Qualen antrainiert, funktionieren noch: Rückschläge sind Kaufgelegenheiten. Sei mutig, und du wirst belohnt. Also nichts wie rein in Hypo Real Estate, Conergy, Gildemeister und all die anderen gefallenen Werte der vergangenen Wochen? Machen wir es wie die Staatsfonds aus Asien, die sich in die erste Liga der Bankenwelt einkaufen?

Lieber nicht. Staatsfonds haben weltweit etwa 2,3 Billionen Dollar gebunkert, dürften aber trotzdem kaum schlauer sein als andere Investoren. Verdächtig schnell haben sie zugegriffen. Zeit, ihre Investments bei Citigroup, Merrill Lynch, UBS oder Morgan Stanley genau zu prüfen, zu checken, was deren faule Kreditpapiere nun wert sind, hatten sie nicht. Wie sollten sie die auch bewerten, wo nicht einmal Bankvorstände selbst dies können. Nein, alles deutet darauf hin, dass in Geld ersaufende Fonds gekauft haben, weil die Kurse der Bankaktien schon stark gefallen sind – das simpelste unter allen Argumenten, die Anleger zum Kauf animieren sollen. Was stark gefallen ist, kann aber sehr wohl noch weiter abstürzen. Der Kurs der Schweizer UBS etwa hat seit dem Einstieg von Singapur noch einmal 20 Prozent verloren, und Citigroup-Aktien fielen, nachdem sich Abu Dhabi eingekauft hatte, um fast 15 Prozent. Bankpapiere und leider auch viele Aktien kleinerer Unternehmen sind zurzeit nur etwas für Leute mit viel Geld und sehr langem Atem. Wer beides nicht hat, dürfte die Nerven verlieren, wenn die Kurse erst mal noch weiter fallen.

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Es mag ja sein, dass einige Banken angeschlagene Papiere zu stark abgewertet haben, dass viele kleine Industriewerte zu Unrecht unter die Räder gekommen sind. Doch wer kaufen will, sollte eine Frage beantworten: Was könnte die Skepsis, die viele Investoren gegenüber diesen Aktien verspüren, in den kommenden Wochen nachhaltig umdrehen? Die US-Konjunktur macht schlapp, im Welthandel werden deutsche Unternehmen kaum mehr reißen als 2007. Zinssenkungen der Notenbanken haben nichts gebracht. Am Horizont lauert Inflation, gleichzeitig bleibt Liquidität knapp, die Banken trauen sich nicht einmal untereinander. Die Hoffnung, im Frühling werde die Finanzkrise vorbei sein, ist begraben. Jetzt schwanken die Schätzungen zwischen „Ende 2008“ und „weiß nicht.“ Das ist alles andere als beruhigend.

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