Börsenkommentar: Kein frisches Blut am deutschen Aktienmarkt

KommentarBörsenkommentar: Kein frisches Blut am deutschen Aktienmarkt

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Der WirtschaftsWoche-Redakteur Christof Schürmann kommentiert die aktuelle Börsenentwicklung

Aktionäre haben am heimischen Markt kaum eine Wahl: Sie müssen sich mit den immer selben Großunternehmen herumquälen, die oft skandalerschüttert und schlecht geführt sind.

Die Deutsche Bahn: den Börsengang vergangene Woche auf das Jahr 2013 oder später verschoben (also: kommt nie). Evonik: Börsengang auf Eis gelegt und in einigen Jahren ohne Perspektive (wird über Garantiedividenden für den Großaktionär, Finanzinvestor CVC, ausgesaugt). Duales System Deutschland: In der IPO-Versenkung verschwunden (gehört dem Finanzinvestor KKR, siehe Evonik). Kandidat Hapag-Lloyd: inzwischen ein Sanierungsfall. Deutschland ist eine Wüste bei Börsengängen.

Letzter Erfolg: Im Juli sammelte Flatex drei Millionen Euro ein, ein Mini-Online-Broker.

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Seit Jahren schafft kein wenigstens mittelgroßes Unternehmen mehr den Sprung aufs Frankfurter Parkett. Letzte nennenswerte Emission war 2006 Air Berlin. 70 Prozent Kursverlust seither, nur noch 260 Millionen Euro Börsenwert. Damit hat Air Berlin eine Bedeutung für den deutschen Aktienmarkt, wie Fortuna Seppenrade für den deutschen Fußball.

So bleibt für Anleger die Auswahl an deutschen Aktien, die etwas Gewicht mitbringen, gering. Dieses traditionelle Manko können die wenigen Großunternehmen ausnutzen. Wenn sich – vor allem über Fonds – die Masse der Gelder auf Dax und MDax konzentrieren muss, dürfen sich die Konzerne so gut wie alles leisten, ohne im Kurs allein deshalb abgestraft zu werden.

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